Pythia

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Themis in der Rolle der Pythia prophezeit dem Aigeus einen Sohn (attischer Kylix aus Vulci, etwa 440/430 v. Chr.)
Pythia, Statue von Marcello, 1870

Pythia (griechisch Πυθία, vergleiche den Python) war der Titel der Priesterin, die im Tempel von Delphi den Ratsuchenden weissagte (Orakel von Delphi). Das Amt ist jedoch nicht als das einer Prophetin anzusehen, da die pythischen Sprüche noch gedeutet werden mussten.

Sie saß auf einem Dreifuß im Adyton, der über einer Erdspalte stand, aus der ein Gas quoll. Es wird angenommen, dass es sich um Ethylen oder eine Mischung aus Methan und Kohlendioxid handelte. Das Gas oder der Sauerstoffmangel versetzte sie in Trance. Man glaubte, dass in diesem entrückten Zustand der Gott Apollon aus ihr sprach, wobei einer neuen These zufolge der Trancezustand durch Sauerstoffmangel hervorgerufen wurde. Zu diesem Schluss kommt ein griechisch-italienisches Forscherteam unter Leitung des italienischen Geologen Giuseppe Etiope.[1]

Interpretiert wurden ihre Worte von den Oberpriestern des Gottes, die Pythia war lediglich ein Medium ohne Machtposition. Sie durfte als einzige Frau den Apollontempel betreten – ansonsten war der Kult ausschließlich männlichen Priestern und Gläubigen vorbehalten. Vermutlich ist das Amt der weiblichen Priesterin ein Relikt aus der Frühzeit des Orakels, das ursprünglich der Erdgöttin Gaia geweiht war.

Die Pythien wurden nicht besonders auserwählt – es waren einfache Frauen aus der Stadt Delphi. Sie mussten jungfräulich bleiben. Zu Beginn des Orakelkultes übten auch junge Mädchen das Amt aus, doch nach Übergriffen von Pilgern wurden nur noch reife, über 50jährige Frauen zu Pythien. An stark frequentierten Tagen arbeiteten mehrere der Priesterinnen im Schichtdienst.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/552460/

[Bearbeiten] Literatur

  • William Smith: Dictionary of Greek and Roman antiquities. Boston und London 1870. (Stichwort oraculum, S. 836ff.)
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