QSC

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter QSC (Begriffsklärung) aufgeführt.
QSC AG
Logo der QSC AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005137004
Gründung 1997
Sitz Köln-Ossendorf, Deutschland
Leitung Jürgen Hermann (Vorstandsvorsitzender)
Bernd Schlobohm (Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiter 1689 (31. Dezember 2013) [1]
Umsatz 455,7 Mio. EUR (2013)[1]
Branche Telekommunikation
Internetdienstleistungen
IT-Dienstleistungen
Website www.qsc.de

Die QSC AG (QSC steht für Quality Service Communications) mit Sitz in Köln-Ossendorf ist ein deutscher IT-Dienstleister sowie ein Netzbetreiber und Anbieter von Internet- und Telekommunikationsprodukten. Das Unternehmen ist börsennotiert (im TecDAX) und bietet Geschäftskunden Telefonie, DSL, Virtuelle Private Netze (VPN), IT-Dienstleistungen, Standleitungsfestverbindungen und Mehrwertdienste, wie Call-Center-Funktionalitäten. Zudem bietet QSC Internetdienstanbietern und anderen Resellern Breitband-Datenlösungen zum Wiederverkauf an.

Unternehmen[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

1997 gründeten Bernd Schlobohm und Gerd Eickers die Quality Service Communications GmbH als Beratungsgesellschaft für Großunternehmen im Bereich Telekommunikation. 1999 konzentrierte man sich auf den DSL-Markt und das Unternehmen wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Als einer der ersten Anbieter in Deutschland bot QSC bereits 1999 SDSL-Anschlüsse in Köln an.[2] Das Angebot für Gewerbekunden wurde unter dem Namen Speedway-DSL vermarktet.[3] Ein Jahr später erfolgte der Börsengang am Neuen Markt in Frankfurt und an der Nasdaq in New York (Delisting 2002). 2001 übernahm QSC den Aachener Internet-Service-Provider GINKO und erhielt so Zugang zum Endkundengeschäft. Eine DSL-Flatrate für Privatkunden wurde zunächst in Bremen und Bremerhaven, später auch in weiteren Städten, angeboten. Zu den Besonderheiten des Angebots gehörten die Verwendung von Fastpath-Technologie und der Verzicht auf eine Zwangstrennung der Verbindung.[4]

Im folgenden Jahr übernahm QSC von der Ventelo Europe Group das deutschlandweit tätigen Telekommunikationsunternehmen Ventelo GmbH (Düsseldorf) und wurde so zum umfassenden Telekommunikationsanbieter.[5] Seit März 2004 ist QSC im TecDAX, dem Index der 30 führenden börsennotierten Technologie-Unternehmen Deutschlands, gelistet.

2004 schloss QSC einen Resale-Vertrag mit der Telekom ab,[6] und führte auf T-DSL basierende Angebote ein, die sich zunächst vorwiegend an Geschäftskunden richteten.[7] Dennoch wurde auch das eigene Netz weiter ausgebaut.[8] Im selben Jahr wurde auch ein Vertrag unterzeichnet, der AOL Deutschland erlaubte, einen Teil der Kapazitäten des firmeneigenen Backbones zu nutzen.[9]

QSC-Gebäude in Köln-Ossendorf

In den Jahren 2004 und 2005 belegte QSC die Plätze 2 bzw. 3 des Technology Fast 50 Award der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte Deutschland.[10] 2005 gewann die Firma auch den Deutschen Internet-Industrie-Preis als bester Business-ISP.[11] 2006 wurde die Q-DSL home GmbH als Tochterfirma von QSC gegründet und das Privatkundengeschäft an diese Firma ausgegliedert.[12] Im vierten Quartal des Jahres wurde erstmals ein positives Konzernergebnis ausgewiesen.[13]

Am 2. April 2009 wurde die Vermarktung der Privatkundenprodukte eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt machte das Privatkundensegment weniger als 10 Prozent des Gesamtumsatzes aus.[14] Bereits 2005 hatte das Unternehmen einen Großteil des Umsatzes im Geschäftskundenbereich erwirtschaftet.[15]

Seit 2010 vollzieht das Unternehmen eine Wandlung von einer reinen Netzgesellschaft zu einer Service-Gesellschaft der ITK-Branche mit Managed Outsourcing und Open Access Dienstleistungen.[16] Dazu gehört unter anderem eine im Juni 2010 verkündete langfriste Netzkooperation mit Freenet, bei der QSC im Auftrag von Freenet den kompletten Schmalbandverkehr abwickelt.[17] Im August 2010 verkündete das Unternehmen den Start einer bundesweit ersten Open Access Plattform.[18] Damit will das Unternehmen andere Netzbetreiber mit eigener Glasfaser-Infrastruktur gewinnen, ihr Netz mit dem von QSC zu koppeln und damit für andere Anbieter zu öffnen. Die Betreiber sollen durch die zu erwartende höhere Auslastung ihrer eigenen Infrastruktur von einer schnelleren Amortisierung der Investitionskosten profitieren. Erster Open Access Partner ist der Leipziger Stadtnetzbetreiber HLkomm, der seine Infrastruktur für den QSC Wholesalepartner 1&1 öffnet.

Um sein Know-how im ITK-Bereich weiter auszubauen, verkündete QSC im Dezember 2010 die Übernahme der Nürnberger IP-Partner AG, einem Anbieter für Hosting und IT-Outsourcing Services.[19] Im Mai 2011 folgte die Übernahme der Hamburger Info Gesellschaft für Informationssysteme (INFO AG).[20]

Auch die Entwicklung einer Plattform für multiple Cloud-Services treibt QSC voran: Auf der CeBIT 2011 gewann das Unternehmen eine Auszeichnung des Technologie-Wettbewerbs des Bundesministeriums für Wirtschaft und Sicherheit für die Entwicklung eines "SensorCloud"-Projektes zur Vernetzung von Sensoren, Steuerungsdaten und -anwendungen.[21]

Für das dritte Quartal 2011 kündigte QSC zudem erstmals Mobilfunkprodukte für Geschäftskunden an. Möglich wird dies durch einen Kooperationsvertrag mit dem Mobilfunkanbieter E-Plus.[22]

Netzabdeckung[Bearbeiten]

Die QSC AG bietet ihre Leistungen mit hoher Flächendeckung an und erreicht mit ihrem eigenen Breitband-Netz über 1900 Anschlussbereiche in Deutschland. Der Betrieb des DSL-Konzentrationsnetzes wurde an die zum September 2006 gegründete Netzbetreibergesellschaft Plusnet, an der bis Ende 2010 neben QSC auch Tele2 mit 32,5 % beteiligt war, übertragen. Am 23. Dezember 2010 teilte QSC den Rückkauf aller Tele2-Anteile von Plusnet mit.[23] Neben QSC und Tele2 realisieren auch Freenet, Congstar und United Internet DSL-Komplettanschlusspakete über das Netz von Plusnet.

Zudem betreibt QSC ein eigenes bundesweites schmalbandiges Sprachnetz mit 474 Interconnection-Punkten in Deutschland.

Konzernstruktur[Bearbeiten]

Die QSC AG ist die Muttergesellschaft des Konzerns und unterhält weitere Tochterunternehmen (Stand Dezember 2013). Quelle: QSC AG Geschäftsbericht 2013

  • 01012 Telecom GmbH, Köln (100 %)
  • 01052 Communication GmbH, Köln (100%)
  • 01098 Telecom GmbH, Köln (100 %)
  • 010052 Telecom GmbH, Köln (100 %)
  • 010088 Telecom GmbH, Köln - vormals tengo GmbH, Köln (100%),
  • 010090 GmbH, Köln (100 %)
  • Broadnet NGN GmbH, Köln (100%)
  • Broadnet Services GmbH, Köln (100 %)
  • BroadNet Deutschland GmbH, Köln (100 %)
  • Collutio Holding GmbH, Wien (100%)
  • F&Q Netzbetriebs GmbH & Co. KG (100 %)
  • F&Q Netzbetriebs Verwaltungs GmbH, Köln (100%)
  • IP Colocation GmbH, Nürnberg (100 %)
  • Plusnet GmbH & Co KG, Köln (100%)
  • Plusnet Verwaltungs GmbH, Köln (100 %)
  • Q-DSL home GmbH, Köln (100 %)
  • Q-loud GmbH, Köln (100%)
  • tengo GmbH, Köln (100%)
  • T&Q Netzbetriebs GmbH & Co. KG (100 %)
  • T&Q Verwaltungs GmbH, Köln (100%)
  • Ventelo GmbH, Köln (100 %)

Aktionärsstruktur[Bearbeiten]

Die Aktionärsstruktur setzt sich wie folgt zusammen (Stand 31. März 2014):

  • 12,55 % Gerd Eickers1
  • 12,50 % Dr. Bernd Schlobohm2
  • 74,95 % Streubesitz


1 Gründer und Mitglied des Aufsichtsrats

2 Gründer und Vorsitzender des Aufsichtsrats

Quelle: Investor Relations Seite des Unternehmens [1]

Management[Bearbeiten]

  • Jürgen Hermann, Vorstandsvorsitzender
  • Barbara Stolz, Finanzvorstand
  • Henning Reinecke, Vorstand

Kritik[Bearbeiten]

Die zu QSC gehörende Ventelo GmbH geriet in die Kritik, weil sie eine teure Call-by-Call-Vorwahl anbot, die leicht mit der günstigeren Nummer eines Wettbewerbers verwechselt werden konnte.[24] Eine Preisansage gab es damals auf dieser Nummer noch nicht. Durch die Neuregelung im Telekommunikationsgesetz sind seit dem 1. August 2012 alle Anbieter zu einer Preisansage verpflichtet. Auch hohe Minutenpreise für Gespräche ins ausländische Festnetz sind immer wieder Anlass zu Beschwerden. So wurden im Januar 2014 für Verbindungen in europäische Nachbarstaaten bis zu 1,99 € pro Minute berechnet.

Produkte[Bearbeiten]

Daten[Bearbeiten]

Bekannt wurde die QSC AG für die Vermarktung von symmetrischen DSL-Anschlüssen, die es über die Tochter Q-DSL-home bis zum 2. April 2009 auch für Privatkunden gab. Gegenüber etablierten ADSL-Protokollen lassen sich damit höhere Datenraten in Senderichtung erreichen. Außerdem können so Teilnehmer mit besonders langen Teilnehmeranschlussleitungen erreicht werden, bei denen mit den in Deutschland marktüblichen ADSL-over-ISDN-Protokollen keine oder nur eine unzureichende DSL-Versorgung möglich wäre. Je nach Adernquerschnitt sind Anschlüsse bis zu rund 10 km Leitungslänge vom Hauptverteiler realisierbar. [14] Eine Alternative zur drahtgebundenen Datenversorgung sind Richtfunkstrecken auf WLL-Basis. Hier liefert QSC mit dem Produkt QSC-WLL-business für Geschäftskunden Bandbreiten von zwei bis 100 Mbit/s.[25].

Sprache[Bearbeiten]

Das Unternehmen bot frühzeitig auch IP-basierte Sprachprodukte unter dem Oberbegriff "QSC-IPfonie" im Privat- und Geschäftskundenumfeld an[26]. Zunächst handelte es sich dabei um einen VoIP-Ersatz für die klassische Festnetztelefonie, später und mit dem Ausbau des eigenen Next Generation Networks kamen professionelle Telefon-Anlagenanschlüsse auf IP-Basis[27] und eine rein netzbasierte IP-Telefonanlage, genannt QSC-IPfonie centraflex[28] für Geschäftskunden hinzu.

Cloud[Bearbeiten]

Mit dem Wandel zum ITK-Anbieter begann QSC, eigene Cloudentwicklungen zu vermarkten. Als erstes Produkt stellte das Unternehmen 2012 die Kommunikationsplattform "cospace" vor[29], die in einer abgespeckten Variante kostenlos erhältlich ist. Auf Basis der gleichen Cloudplattform folgte im Sommer 2013 der QSC-Analyser, ein cloudbasiertes Tool zur Messung verschiedener Qualitätsparameter in Netzwerken. Hierzu entwickelte das Unternehmen erstmals eine eigene Hardware, die so genannte QSC-Box, die als Sensor die Messdaten an die Cloudplattform übermittelt[30].

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: QSC – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b GB 2013
  2. Tobias Marburg: Mit 35fachem ISDN Speed surfen. onlinekosten.de, 22. November 1999
  3. Tobias Marburg: DSL-Standleitung ab 144 DM / Bis zu 2.300 Kbit/s. onlinekosten.de, 26. Mai 2000
  4. Tobias Capanagil: QSC: DSL-Flatrate mit 1 MBit/s Downstream für 59 Euro. onlinekosten.de, 5. April 2001
  5. Pressemitteilung QSC vom 13. Dezember 2002
  6. Michael Müller: Nach 1&1: QSC unterzeichnet Resale-Vertrag mit T-Com. onlinekosten.de, 27. April 2004
  7. Michael Müller: Paradoxon? - QSC startet T-DSL-Tarife. onlinekosten.de, 5. Mai 2004
  8. Hayo Lücke: QSC erschließt zwölf weitere Städte für Q-DSL. onlinekosten.de, 6. Mai 2004
  9. Hayo Lücke: Teilweiser Backbone-Wechsel: QSC gewinnt AOL. onlinekosten.de, 19. August 2004
  10. Pressemitteilung Deloitte vom 27. Oktober 2005
  11. Internet-Verband zeichnet Apples Musikshop aus. heise online, 30. Juni 2005
  12. Aleksandra Leon: QSC: Privatkunden bekommen eigene Firma. onlinekosten.de, 2. September 2006
  13. QSC springt in die GewinnzoneVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter. Financial Times Deutschland, 29. März 2007
  14. a b Einstellung des Privatkundengeschäfts
  15. Volker Briegleb: QSC will eigenes DSL-Netz ausbauen. onlinekosten.de, 23. Mai 2005
  16. Dr. Bernd Schlobohm, Vorstandsvorsitzender der QSC – über gute Quartalszahlen und den Wandel zur Service-Company. Blog der QSC AG, 9. November 2010
  17. Freenet und QSC kooperieren. heise online, 12. Juni 2010
  18. QSC plant offenes Glasfaserprojekt in Deutschland. Computerwoche, 25. August 2010
  19. QSC übernimmt IP Partner. heise online, 21. Dezember 2010
  20. Diana Künstler: QSC übernimmt Info AG und stärkt ITK-Kompetenz. Funkschau, 3. Mai 2011
  21. Projekt „SensorCloud“ gewinnt beim Technologie-Wettbewerb „Trusted Cloud“. Pressemitteilung der RWTH Aachen, März 2011
  22. Peter Marwan: QSC kündigt mit E-Plus Mobilfunkangebot für Geschäftskunden an. ZDNET, 24. Mai 2011
  23. Pressemitteilung vom 23. Dezember 2010
  24. Ralf Deckert: Falsche Ziffer kann böse Folgen haben. Schwarzwälder Bote, 23. August 2010, abgerufen am 3. Juli 2011.
  25. Folker Lück: Alternative oder Ergänzung zu DSL: QSC setzt auf Richtfunktechnik. Computer Reseller News, 17. Januar 2011, abgerufen am 4. September 2013.
  26. Hayo Lücke: QSC-IPfonie kann von allen Q-DSL-home-Kunden ab dem 1. Dezember genutzt werden. teltarif.de, 16. November 2003, abgerufen am 4. September 2013.
  27. Aleksandra Leon: VoIP: QSC nimmt Geschäftskunden ins Visier. onlinekosten.de, 3. März 2005, abgerufen am 4. September 2013.
  28. Aleksandra Leon: Heiße VoIP-Angebote für hinterm Ofen. onlinekosten.de, 2. Oktober 2007, abgerufen am 4. September 2013.
  29. Tobias Albrecht: QSC startet kostenloses Kommunikationsplattform Cospace. Tom's Hardware, 13. Juni 2012, abgerufen am 4. September 2013.
  30. Dirk Srocke und Florian Karlstetter: Netzwerkmonitoring mit Cloud-Anbindung. IT-Business, 17. Juli 2013, abgerufen am 4. September 2013.

50.98036.8893Koordinaten: 50° 58′ 49,1″ N, 6° 53′ 21,5″ O