Qasr al-Azraq

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Die Ruinen von Qasr al-Azraq

Qasr al-Azraq (arabisch ‏قصر الأزرق‎, DMG Qaṣr al-Azraq) ist eine Burg im Osten des heutigen Jordanien. Es gehört zu den jordanischen Wüstenschlössern und liegt etwa 100 Kilometer östlich von Amman an der Straße zur irakischen Grenze.

Architektur[Bearbeiten]

Steinbögen aus Basaltgestein

Die Burg hat einen quadratischen Grundriss mit etwa 80 Meter langen Mauern um einen großen zentralen Platz und ist aus schwarzem Basalt erbaut. In der Mitte des Platzes steht eine kleine, vermutlich zu Zeiten der Umayyaden errichtete Moschee. An den Ecken der äußeren Mauern befinden sich vier rechteckige Türme. Der Haupteingang besteht aus einer massiven, schwenkbaren Granitplatte. Direkt dahinter gelangt man in eine Vorhalle, in der man eingeritzt am Boden die Überreste eines römischen Brettspiels sehen kann.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg hatte besondere strategische Bedeutung auf Grund ihrer Lage in der Mitte der Oase Azraq, der einzigen permanenten Süßwasserquelle in einer Wüstenregion von etwa 12000 km². Dies führte zu mehrfachen Eroberungen durch verschiedene Gruppen.

Ursprünglich wurde das Gebiet von Nabatäern bewohnt und fiel gegen 300 n. Chr. während der Herrschaft Diokletians unter römische Kontrolle. Die Römer errichteten aus lokalem Basalt eine Steinstruktur, die die Grundlage für spätere Bauten während des Byzantinischen Reiches und der Dynastie der Umayyaden an gleicher Stelle bildete.

Sein endgültiges Aussehen erhielt Qasr al-Azraq ab 1237, als die Mamelucken, auch unter Izz ad-Din Aibak es umgestalteten und zur Burg ausbauten.

Im 16. Jahrhundert errichteten die Osmanen hier eine Garnison. Im Winter 1917 richtete Thomas Edward Lawrence (Lawrence von Arabien) hier sein Hauptquartier während der arabischen Revolte gegen das Osmanisches Reich ein. Sein Büro befand sich in der Kammer über dem Torhaus.

Wetlands[Bearbeiten]

Die Wetlands nahe dem Qasr al-Azraq bieten einer Reihe von Zugvögeln Schutz. Zahlreiche Enten, Lerchen und Kiebitze, aber auch Adler nutzen die Feuchtgebiete auf ihrer Reise nach Afrika. Die Wetlands waren einst wesentlich ausgedehnter – doch die großen Städte wie Amman beanspruchten so viel Wasser, dass das Feuchtgebiet inmitten der Wüste immer mehr geschrumpft ist. Heute unternimmt die Regierung wieder Versuche, die Reste der Sumpflandschaft zu bewahren.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alistair Duncan: Castles of Jordan/Aq-Qalaten fi al-Urdun, Ministry of Tourism and Antiquities, Amman Februar 1975, S. 14–17.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Qasr al-Azraq – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

31.87996388888936.827427777778Koordinaten: 31° 52′ 48″ N, 36° 49′ 39″ O