Quam

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Das Logo von Quam

Quam war ein Mobilfunkanbieter mit Geschäftstätigkeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er gehört der Group 3G, einem Konsortium aus der finnischen Sonera (mittlerweile TeliaSonera) und der spanischen Telefónica Móviles.

Firmengeschichte[Bearbeiten]

Ein Konsortium aus Telefónica und Sonera ersteigerte im August 2000 eine deutsche UMTS-Lizenz für 16,45 Milliarden DM. Quam startete Anfang des dritten Quartals 2001 seinen Netzbetrieb.

Da Quam kein eigenes Mobilfunknetz besaß, kooperierte es mit dem Mobilfunkbetreiber E-Plus, indem das Mobilfunknetz von E-Plus unter eigenem Namen und mit eigenen Rufnummern genutzt wurde (MVNO). Im Dezember 2001 gab es Probleme mit der Zusammenschaltung der Netze von Quam mit den Netzen der anderen Mobilfunkbetreiber. Unter anderem konnten Quam-Kunden aus vielen Netzen nicht direkt erreicht werden, da Quam nach Aussagen anderer Netzbetreiber notwendige Verbindungsleistungen nicht rechtzeitig bestellt hatte. Anrufer mussten zunächst eine kostenlose Quam-Vermittlung anwählen und sich dann von dieser zum gewünschten Gesprächspartner verbinden lassen. Nachdem sich abzeichnete, dass dieser Zustand noch längere Zeit andauern würde, stellte das Unternehmen mitten im Weihnachtsgeschäft 2001 den Verkauf ein.[1] Die meist in teuren Innenstadtlagen befindlichen Quam-Ladengeschäfte servierten lediglich Kaffee, was den Quam-Geschäften den zweifelhaften Spitznamen „Deutschlands exklusivste Cappuccino-Bars“[2] einbrachte.

Am 4. Februar 2002 erhielt Quam die ironische Auszeichnung „Goldener Marketingflop 2001“, der von der Universität Duisburg verliehen wird. Begründet wurde die Auszeichnung mit dem riesigen Marketing-Budget von 50 Millionen Euro, während die technischen Voraussetzungen für den Telefoniebetrieb noch nicht gegeben waren.

Im Juli 2002 stellte Quam seine GSM-Dienste ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Anbieter etwa 200.000 Kunden. Weiterhin war eine spätere Nutzung der UMTS-Lizenz in Planung. Am 15. Oktober 2002 wurde das endgültige Ende des Angebots von GSM-Diensten zum 15. November 2002 bekannt gegeben. Quam empfahl seinen Kunden einen Wechsel zum Konkurrenten T-Mobile, der dem Unternehmen dafür eine Prämie zahlte. Die UMTS-Lizenz verblieb beim Anbieter, da die Lizenzbedingungen der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post es nicht zuließen, diese zu verkaufen. Der Lizenznehmer musste sich der Bedingung unterwerfen, bis Ende 2003 einen Versorgungsgrad von 25 % zu erreichen. Da bei einer Prüfung durch die Bundesnetzagentur keine Aktivität festgestellt werden konnte, wurde die Lizenz- und Frequenzzuteilung im Jahr 2004 wieder entzogen (Az.: 13 A 2969/07). Das Oberverwaltungsgericht Münster wies die Klage auf Erstattung der rd. 8,5 Mrd. Euro im Jahr 2009 ab. Eine Revision wurde durch das Oberverwaltungsgericht nicht zugelassen,[3] wohl aber durch das Bundesverwaltungsgericht. Letzteres wies die zugelassene Revision allerdings im August 2011 zurück: Der Widerruf der Frequenznutzungsrechte sei als einschränkende Konkretisierung von Art. 14 GG zulässig gewesen; auch eine Erstattung könne nicht beansprucht werden.[4]

Die entzogenen UMTS-Frequenzblöcke wurden im Frühjahr 2010 erneut versteigert.

Im April 2006 wurde die Domain quam.eu von der Muttergesellschaft Telefónica reserviert.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Heise.de: Mobilfunk-Neuling Quam stellt Verkauf vorläufig ein - Meldung vom 12. Dezember 2001
  2. Die Geschichte von Quam, Artikel bei teltarif.de vom 15. November 2002
  3. Quam: UMTS-Lizenzentzug war rechtens, onlinekosten.de, abgerufen am 31. Juli 2009
  4. Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, http://www.bverwg.de, abgerufen am 5. Dezember 2013

Literatur[Bearbeiten]

  • Mario Martini, Leipzig locuta, causa non finita: Die Rechtssache Quam und ihre verfassungsrechtlichen Wunden, NVwZ 2012, S. 149 - 153.

Weblinks[Bearbeiten]