Quantensprung

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Dieser Artikel behandelt einen Begriff aus der Physik. Zu anderen Bedeutungen siehe Quantensprung (Begriffsklärung)

Ein Quantensprung ist der Übergang von einem quantenmechanischen Zustand in einen anderen. Der Begriff wurde im frühen 20. Jahrhundert geprägt. Hintergrund war die Entdeckung, dass sich fundamentale Widersprüche der damaligen Physik mit der Annahme auflösen lassen, dass manche physikalische Systeme nur diskrete Zustände annehmen können. Da Zwischenzustände nicht erlaubt sind, muss der Wechsel eines solchen Systems von einem Zustand in einen anderen direkt, „sprunghaft“, erfolgen. Diese Entdeckung stand in völligem Widerspruch zur damaligen Vorstellung, dass in der Natur alle Abläufe kontinuierlich seien (natura non facit saltus).

Der Begriff Quantensprung wurde ursprünglich geprägt, weil man ein Wort brauchte, um ein neu entdecktes Phänomen zu benennen. Einige Physiker, z. B. Schrödinger, lehnten den Begriff aber ab, da er die falsche Vorstellung eines sofortigen Übergangs suggeriert. Heute wird das Wort Quantensprung in der physikalischen Fachsprache kaum noch benutzt. Man spricht allgemein von Übergängen.

Der allgemeine Sprachgebrauch versteht unter einem Quantensprung einen durch eine Entdeckung, Idee oder Erfindung hervorgerufenen ungewöhnlich großen Fortschritt in einem bestimmten Bereich. Damit widerspricht diese Verwendung der ursprünglichen physikalischen Bedeutung. In dieser sind "Quanten" die kleinst mögliche Energiedifferenz diskreter Zustände. Somit handelt es sich um ein sogenanntes Januswort (Autoantonym), welches gegensätzliche Bedeutungen hat.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Quantensprung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen