Quecksilber-Cadmium-Tellurid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Quecksilber-Cadmium-Tellurid (englisch mercury cadmium telluride, MCT) ist die Bezeichnung für eine ternäre Halbleiterverbindung aus Cadmiumtellurid und Quecksilbertellurid.

Verwendung[Bearbeiten]

Bandabstand als Funktion des Cadmiumanteils bei verschiedenen Temperaturen

MCT wird als Ausgangsmaterial für Infrarotsensoren eingesetzt. Ein Beispiel dafür ist das High-Resolution Instrument der Raumsonde Deep Impact. Der Cadmiumanteil in Hg(1−x)CdxTe bestimmt den Bandabstand und damit die Wellenlängenempfindlichkeit. Je nach Zusammensetzung kann damit die Cut-off-Wellenlänge verschoben werden. Bei 0 % Quecksilber (also CdTe) beträgt der Bandabstand maximal 1,5 eV.

Es wurde zum ersten Mal 1958 von einer Forschergruppe in England synthetisiert.[1] Aufgrund der Linearität des photoelektromagnetischen Effektes von der Magnetfeldstärke können Dünnfilm-Sensoren dieses Typs auch für konstruktiv einfache Magnetometer mit kleiner Zeitkonstante eingesetzt werden.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  •  P. Norton: HgCdTe infrared detectors. In: Opto-Electronics Review. 10, Nr. 3, 2002, S. 159–174 (PDF).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  W.D. Lawson, S. Nielsen, E.H. Putley, A.S. Young: Preparation and properties of HgTe and mixed crystals of HgTe-CdTe. In: Journal of Physics and Chemistry of Solids. 9, Nr. 3–-4, Februar 1959, S. 325–329, doi:10.1016/0022-3697(59)90110-6.
  2. Manfred von Ardenne: Effekte der Physik und ihre Anwendungen. 3. Aufl. Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-8171-1682-9.