Quecksilberselenid

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Kristallstruktur
Struktur von Zinkselenid
__ Hg2+     __ Se2−
Allgemeines
Name Quecksilberselenid
Andere Namen

Quecksilber(II)-selenid

Verhältnisformel HgSe
CAS-Nummer 20601-83-6
PubChem 88609
Kurzbeschreibung

violettschwarzer, metallisch glänzender Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 279,55 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

8,27 g·cm−3 (25 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300​‐​310​‐​330​‐​373​‐​400​‐​410Vorlage:H-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze
P: 301+310​‐​304+340​‐​320​‐​330​‐​361​‐​405Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​501 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][2]
Giftig
Giftig
(T)
R- und S-Sätze R: 23/24/25​‐​33​‐​36/37/38
S: 22​‐​26​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Quecksilberselenid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Selenide.

Vorkommen[Bearbeiten]

Quecksilberselenid kommt natürlich in Form des Minerals Tiemannit vor.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Quecksilberselenid kann durch mehrstufige Reaktion von Salpetersäure mit Selen und Quecksilber(II)-oxid gewonnen werden.[1]

\mathrm{3 \ HgO + 3 \ Se + 4 \ HNO_3 \longrightarrow 3 \ HgSeO_3 + 4 \ NO + 2 \ H_2O}
\mathrm{2 \ HgSeO_3 + 3 \ (N_2H_6)SO_4 + 6 \ NH_3 \longrightarrow 2 \ HgSe + 3 \ N_2 + 3 \ (NH_4)_2SO_4 + 6 \ H_2O}

Alternativ ist auch die direkte Synthese aus den Elementen bei etwa 600 °C möglich.[1]

\mathrm{Hg + Se \longrightarrow HgSe}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Quecksilberselenid ist ein violettschwarzer, aus metallisch glänzenden Kristallen bestehender Feststoff. In Stickstoff, Kohlendioxid oder im Vakuum ist er bei 600 °C unzersetzt sublimierbar.[1] Sie besitzt unter Normalbedingungen eine Kristallstruktur vom Zinkblendetyp (a = 6,07 Å, Raumgruppe F \bar 4 3m, Punktgruppe T_d^2).[5] Ab einem Druck von 0,75 GPa geht es in eine Cinnabarit-, ab 16 GPa eine Natriumchlorid- und ab 28 GPa in eine tetragonale Struktur über.[6]

Verwendung[Bearbeiten]

Quecksilberselenid wird als Halbleiter verwendet.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie, Band II, Seite 1057. 1975.
  2. a b Datenblatt Mercury(II) selenide, bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 29. Januar 2012 (PDF).
  3. a b Datenblatt Quecksilberselenid bei AlfaAesar, abgerufen am 29. Januar 2012 (JavaScript erforderlich).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5.  Otfried Madelung: Semiconductors: data handbook. Springer Berlin Heidelberg, 2004, ISBN 978-3540404880 (Seite 239 in der Google-Buchsuche).
  6.  Sadao Adachi: Handbook on physical properties of semiconductors. Kluwer Academic Publishers, 2004, ISBN 978-1402078200 (Seite 420ff in der Google-Buchsuche).
  7. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschafte: ANORGANISCHE CHEMISCHE ERZEUGNISSE; ANORGANISCHE ODER ORGANISCHE VERBINDUNGEN VON EDELMETALLEN, VON SELTENERDMETALLEN, VON RADIOAKTIVEN ELEMENTEN ODER VON ISOTOPEN