Quelccaya-Eiskappe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Quelccaya-Eiskappe
Quelccaya-Eiskappe

Quelccaya-Eiskappe

Lage Peru
Gebirge Cordillera de Vilcanota (Anden)
Fläche 44 km²
Koordinaten 13° 56′ 0″ S, 70° 50′ 0″ W-13.933333333333-70.8333333333330Koordinaten: 13° 56′ 0″ S, 70° 50′ 0″ W
Quelccaya-Eiskappe (Peru)
Quelccaya-Eiskappe
Rückzug des Gletschers von 1975 bis 2000

Rückzug des Gletschers von 1975 bis 2000

f Mit 44 Quadratkilometern Ausdehnung gilt die Quelccaya-Eiskappe als größtes tropisches Eisfeld der Welt.

Der Gletscher befindet sich in der Cordillera de Vilcanota im Süden Perus.[1]

Das Gletschermassiv begrenzt den Einzugsbereich des Titicaca-Sees nach Nordwesten. Das Massiv und das nördliche Ufer des Sees liegen ca. 160 km Luftlinie voneinander entfernt.[2]

Bedrohung[Bearbeiten]

Die Durchschnittshöhe des Gletschers beträgt 5470 m über dem Meeresspiegel. Die Rückzugsrate des Quelccaya-Gletschers beträgt mittlerweile 30 Meter im Jahr. Dies bedeutet eine Steigerung um das Zehnfache im Vergleich zum Zeitraum zwischen 1970 bis 1990.[3] Vergleiche aus dem Jahr 1963 und heute zeichnen ein noch dramatischeres Bild. Waren es 1963 nur 4,7 Meter Rückgang pro Jahr, so waren es 2003 schon 205 Meter.[4] Der Wissenschaftler Dr. Lonnie Thompson sagt gar voraus, dass der Qori-Kalis-Gletscher, ein Teil der Quelcaya-Eiskappe, bereits 2012 verschwunden sein könnte.[5] Längst hat die Quelccaya-Eiskappe ihre Bedeutung als unerschöpfliche Trinkwasserquelle verloren. Der einst stetige Wasserfluss gilt heute als unberechenbar.[6]

Fauna[Bearbeiten]

Eine Besonderheit im Gletscher ist, dass der Spiegeldiuka (Diuca speculifera) sein Nest in diesem Gletscher baut. Damit zählt sein Brutrevier zum Höchsten in der westlichen Hemisphäre, wenn nicht sogar der Welt. Lange war nur vom Kaiserpinguin (Aptenodytes forsteri) bekannt, dass er regelmäßig im Gletscher brütet. Berichte aus dem Jahre 1988, als Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla) im Prinz-William-Sund ihre Nester auf Gletscher bauten, waren auf ungewöhnliche Umstände in diesem Jahr zurückzuführen.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. U.S, Geological Survay Glaciers of Perú (engl.)
  2. Albrecht Kessler Zur Rekonstruktion von Titicacaseepegeln des 19. Jahrhunderts mit Hilfe eines Eisbohrkernes vom Quelccaya-Gletscher (PDF; 1,1 MB)
  3. Greenpeace Das „ewige“ Eis der Pole und Gletscher schmilzt (PDF; 143 kB)
  4. Earth Observatory NASA Ice-Cores May Yield Clues to 5,000-Year-Old Mystery (engl.)
  5. Mongabay Perus größter Gletscher schmilzt schnell
  6. 100 beautiful sites in the world Quelccaya Ice Cap is An Awe-Inspiring Sight! (engl.)
  7. Wilson Journal of Ornithology White-winged Diuca Finch (Diuca speculifera) Nesting on Quelccaya Ice Cap, Perú (engl.)