Quendel-Sandkraut

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Quendel-Sandkraut
Quendel-Sandkraut (Arenaria serpyllifolia)

Quendel-Sandkraut (Arenaria serpyllifolia)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Alsinoideae
Gattung: Sandkräuter (Arenaria)
Art: Quendel-Sandkraut
Wissenschaftlicher Name
Arenaria serpyllifolia
L.

Das Quendel-Sandkraut (Arenaria serpyllifolia), auch Quendelblättriges Sandkraut oder Thymianblättriges Sandkraut genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava, Volume 7.

Erscheinungsbild und Blatt[Bearbeiten]

Das Quendel-Sandkraut ist eine kleine ein- oder zweijährige krautige Pflanze, die normalerweise Wuchshöhen von etwa 10 bis 15 Zentimeter, manchmal bis zu 30 Zentimeter erreicht. Der meist aufrechte Stängel ist meist vom Grund an stark verzweigt.

Die gegenständigen Laubblätter sind eiförmig und vorne zugespitzt. Sie sind etwas breiter als bei den meisten Arten der Gattung. Wie die anderen Pflanzenteile sind sie kurz und rau behaart. Die Pflanze hat deshalb oft eine graugrüne Farbe. Die Stängelabschnitte zwischen den Blättern sind deutlich länger als die Blätter, so dass diese entfernt stehen.

Fünfzählige Blüte.

Blütenstand, Blüte und Frucht[Bearbeiten]

In einem deutlich abgetrennten Blütenstand stehen die kurz gestielten Blüten zu mehreren zusammengefasst. Die Blütezeit reicht von Mai bis September, wobei meist nur wenige Blüten gleichzeitig geöffnet sind. Die relativ kleinen, zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf grünen Kelchblätter sind etwa 3 bis 4 Millimeter lang und haben am Rand einen weißen, häutigen Saum, der etwa halb so breit ist wie der grüne Mittelstreifen. Die fünf weißen Kronblätter sind kürzer als die Kelchblätter, ansonsten aber sehr variabel in der Größe.

Die Kapselfrucht springt mit sechs kurzen Zähnen auf.

Ökologie[Bearbeiten]

Das Quendel-Sandkraut ist eine sommer- oder winterannuelle Pflanze, die meist in Herden wächst.[1]

Die Blüten sind nur bei Sonnenschein geöffnet und sondern Nektar ab. Bestäuber sind Bienenverwandte; daneben kommt auch Selbstbestäubung vor.[1]

Es handelt sich um einen Windstreuer. Die Kapselfrüchte fallen mit ihrem rauhaarigen Kelch auch ab; dann erfolgt Klettausbreitung, Ausbreitung als Regenschwemmling und Menschenausbreitung als Kulturfolger durch Verschleppung mit Ackererde und beim Wegebau.[1]

Vorkommen[Bearbeiten]

Arenaria serpyllifolia subsp. leptoclados brasles 02 19052002 8.JPG

Das Quendel-Sandkraut kommt aus den gemäßigten Breiten Europas und des westlichen Asiens, ist inzwischen aber auch in ganz Nordamerika und Teilen Australiens verbreitet.

Man findet es auf Mauern oder an trockenen sandigen Stellen wie Wegrändern, Ackerrändern, in Pflasterritzen oder in lückigen Trockenrasen. In Mitteleuropa ist es überall häufig.

Quellen[Bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz Deutschland. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4
  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen, 14. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-060-12539-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korr. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Weblinks[Bearbeiten]