Quinsac (Dordogne)

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Quinsac (Quinçac)
Quinsac (Frankreich)
Quinsac
Region Aquitanien
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Champagnac-de-Belair
Gemeindeverband Communauté de communes du Pays de Champagnac-en-Périgord.
Koordinaten 45° 26′ N, 0° 42′ O45.4302777777780.70638888888889Koordinaten: 45° 26′ N, 0° 42′ O
Höhe 115–230 m
Fläche 17,37 km²
Einwohner 388 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 22 Einw./km²
Postleitzahl 24300
INSEE-Code

Die Ortskirche Saint-Saturnin von Quinsac
.

Quinsac, okzitanisch Quinçac[1], ist eine französische Gemeinde mit 388 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Norden des Départements Dordogne in der Region Aquitanien. Sie ist Grenzgemeinde zum Regionalen Naturpark Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten]

Quinsac, okzitanisch Quinçac, 1151 noch als Quinciacum bezeichnet, leitet sich ab vom gallorömischen Eigennamen Quintius und der Endsilbe -acum mit der Bedeutung Anwesen, Domäne des....

Geographie[Bearbeiten]

Die Dronne stromaufwärts der alten Brücke

Quinsac lieg 8 Kilometer nordnordöstlich von Brantôme und 11 Kilometer südsüdöstlich von Nontron (Luftlinie). Die Gemeinde wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Die Gemeinde Quinsac setzt sich aus folgenden Weilern, Gehöften, Mühlen sowie einem Schloss zusammen:

Beauvinières, Blanchardière, Château de Vaugoubert, Chez Nanot, Chez Pitois, Doumejièras, Faurellière, Jayac, La Genèbre, La Grande Font, Labarde, Laroche, Lascaud, Laumède, Lavergne, Le Buisson, Le Grand Moulin, Les Chaumes (verfallen), Les Combes, Maison Neuve, Maletière, Mars, Maurelière, Peyrebelaygue, Piffan, Teillac und Villeviale.

Das Gemeindegebiet wird mittag von der Dronne in südlicher Richtung durchflossen. Sie besitzt zwei rechte Seitentäler, die beide unmittelbar nördlich des Ortskerns in der Dronne aufgehen: ein vom Weiler Lavergne in Südostrichtung herunterziehender Seitenarm sowie ein nach Osten gerichtetes Quertal, welches im Ortskern von Saint-Pancrace seine Quelle hat. Nördlich vom Château de Vaugoubert öffnet sich nach Westen ein kleines rechtsseitiges Trockental. Linksseitig der Dronne münden nördlich von Blanchardière ein nach Westen orientiertes Trockental, das östlich von Lascaud seinen Ursprung nimmt, sowie südlich von Blanchardière ein weiteres kleines Trockental.

Der topographisch niedrigste Punkt im Gemeindegebiet von Quinsac mit 115 Metern über dem Meeresspiegel liegt im Süden an der Dronne, die hier die Gemeinde verlässt. Die höchste Stelle mit 230 Metern befindet sich an der Nordwestecke unweit von Saint-Angel (Gemeinde Sceau-Saint-Angel). Die absolute Höhendifferenz beträgt 115 Meter.

Geologie[Bearbeiten]

Druckkegel mit Harnischstriemung im Ligérien bei Doumejièras

Die Gemeinde Quinsac liegt vollständig auf flach liegenden (Einfallswinkel bis maximal 5° gen Südwest) Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens. Älteste aufgeschlossene Formation ist das Bathonium (Dogger). Dessen kryptokristalline Kalke sind gerade noch am Nordrand bei Laumède aufgeschlossen. Über diese Juraschichten trangredierte das Cenomanium mit grünen, Austern führenden Mergeln, Feinsanden und sandigen Alveolinenkalken. Das Cenoman säumt die linke Talseite der Dronne bis zum Ortskern von Quinsac, auf der rechten Talseite reicht es nur bis Doumejièras. Außerdem findet es sich im ersten rechten Seitental bei Lavergne. Auf das Cenoman folgt das Ligérien (Unterturon), das am Ortskern und in sämtlichen Seitentälern der Dronne ansteht. Es besteht aus knolligen bis plattigen, weißen Kreidekalken. Über das Ligérien legen sich die Rudistenkalke des Angoumiens. Die recht resistente Angoulême-Formation an seiner Basis kann Härtlinge im Gelände bilden. Die mesozoische Schichtenfolge endet in der Gemeinde Quinsac mit harten Fossilkalken des Coniaciums, die gerade noch am Südwestrand angeschnitten werden.

Die Höhenlagen links und rechts der Dronne werden von tertiären Hüllsedimenten verdeckt. Die topographisch höchste Position wird von pliozänen oder unterpleistozänen Schottern und Kiesen eingenommen (Formation Fs). Ihre Ausdehnung ist insbesondere am Ostrand sehr extensiv. Tiefere Hanglagen werden von Kolluvium bedeckt (Formationen ACF und AC), welches zum Großteil aus der Formation Fs hervorgegangen ist und während der pleistozänen Vereisungen Umlagerungen erfuhr. Die Trockentäler werden von würmeiszeitlichen Kalkhangschutt verfüllt. Im Dronnetal selbst finden sich zwei risseiszeitliche Terrassensysteme und eine rezente, holozäne Sedimentverfüllung. Die ältere Oberterrasse ist nur noch bei Beauvinières erhalten, die jüngere Unterterrasse findet sich praktisch überall im Dronnetal.

Erwähnenswert ist eine Störung, die am Südostrand in südöstlicher Richtung ins südliche Gemeindegebiet von Villars hinüberzieht und die zu einem leichten Herausheben der Nordostseite geführt hat. Diese Störungszone erklärt offenbar die damit einhergangene, starke Verkieselung des Turons, wie sie in der näheren Umgebung der Störung zu beobachten ist.

Bemerkenswert sind ferner die sehr schönen, tektonisch bedingten, mit Harnischstriemung versehenen Druckkegel im Ligérien.

Geschichte[Bearbeiten]

Ältestes Bauwerk in Quinsac war die romanische Kirche, die jedoch im 17. Jahrhundert von der jetzigen Kirche Saint-Saturnin ersetzt wurde. Im Jahr 1151 wird Quinsac als Quinciacum erwähnt. Damals wurde die romanische Ortskirche vom Bischof von Périgueux an die Abtei von Uzerche "als Geschenk überreicht". Das Château de Vaugoubert stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Quinsac
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 441 13,4 25,4/km²
1968 391 12,2 22,5/km²
1975 427 13,8 24,6/km²
1982 450 14,8 25,9/km²
1990 421 14,1 24,2/km²
1999 425 13,9 24,5/km²
2005 390 22,5/km²
2006 384 12,3 22,1/km²
2008 383 12,3 22,0/km²

Quelle: INSEE[2]

Quinsac besaß im Jahr 1831 noch 927 Einwohner, 1901 waren es immerhin noch 778 Einwohner. Seit 1962 sind die Bevölkerungszahlen in Quinsac insgesamt rückläufig, sie hatten aber in den 1980ern noch einen deutlichen Aufwärtstrend zu verzeichnen. Der Rückgang ist etwas deutlicher als im restlichen Kanton Champagnac-de-Belair.

Im Jahr 1999 setzte sich die Bevölkerung von Quinsac wie folgt zusammen:

  • 183 Beschäftigte (43,1 %)
  • 108 Rentner (25,4 %)
  • 74 Schulpflichtige und Auszubildende (17,4 %)
  • 22 Arbeitslos gemeldete Personen (5,1 %)
  • 38 Sonstige beschäftigungslose Personen (8,9 %)

Im Jahr 2005 war die Zahl der Beschäftigten auf 39,7 % gesunken, die Zahl der arbeitslos Gemeldeten auf 5,4 % angestiegen.

Verwaltung[Bearbeiten]

Bürgermeister von Quinsac ist seit 2008 der parteilose Michel Dubreuil.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kartause von Quinsac
  • Kirche Saint Saturnin aus dem 17. Jahrhundert.
  • Schloss Château de Vaugoubert aus dem 18. Jahrhundert.
  • Kartause (Chartreuse) von Quinsac.
  • Taubenturm von Villeviale.
  • Alte Brücke über die Dronne im Westen des Ortskerns.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Ortskern liegt an der durch das Dronnetal nach Norden (von Brantôme nach Saint-Pardoux-la-Rivière) verlaufenden D 83. Den Ortskern durchquert ferner die D 98 von Villars nach Saint-Pancrace in Ost-West-Richtung. Sie bindet hinter Saint-Pancrace an die D 675 von Brantôme nach Nontron an und setzt sich dann bis Saint-Crépin-de-Richemont weiter fort. Parallel zur D 83 folgt eine Kommunalstraße flussaufwärts der rechten Talseite der Dronne nach Saint-Front-la-Rivière. Von ihr zweigt bei Les Combes nach links (Westen) eine Kommunalstraße ab, die über den Weiler Teillac die D 675 ansteuert oder nach einer Abzweigung nach rechts über Lavergne nach Saint-Angel führt. Schließlich besteht vom Ortskern bzw. von Villeviale ausgehend über das verfallene Kloster Boschaud eine weitere Verbindung nach Villars im Osten.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Institut Géographique National (Hrsg.): 1933 ouest – Saint-Pardoux-la-Rivière. In: Carte topographique 1:25 000.
  •  Institut Géographique National (Hrsg.): 1833 est – Nontron. In: Carte topographique 1:25 000.
  •  Floc'h, J.-P. & al.: Feuille Nontron. In: BRGM (Hrsg.): Carte géologique de la France à 1/50 000.
  •  Guilot, P.-L. & al.: Feuille Thiviers. In: BRGM (Hrsg.): Carte géologique de la France à 1/50 000.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Website des Conseil général de la Dordogne mit den okzitanischen Gemeindenamen
  2. Quinsac auf der Website des Insee

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Quinsac (Dordogne) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien