Quirlblättrige Weißwurz

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Quirlblättrige Weißwurz
Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum)

Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum)

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Unterfamilie: Nolinoideae
Gattung: Weißwurzen (Polygonatum)
Art: Quirlblättrige Weißwurz
Wissenschaftlicher Name
Polygonatum verticillatum
(L.) All.

Die Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum, Syn.: Convallaria verticillata), auch Quirl-Weißwurz genannt, gehört zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae).

Andere Bezeichnungen sind oder waren Blutwurz (Augsburg), Wilder Dreyocker (Schlesien), Schlangenkraut (Schlesien) und Weisswurz.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Der ausdauernde Geophyt ist vorwiegend in schattigen Wäldern zu finden. Er besitzt dicke, fleischige Wurzelstöcke (Rhizome). Die Pflanze hat eine Wuchshöhe von 40 bis 100 cm. Der Stängel steht aufrecht, mit im Quirl stehenden schmalen Blättern. Die weißen glockenförmigen Blüten sind blattachselständig und zweigeschlechtig. Die reifen Beeren sind schwarzblau. Die Pflanze ist giftig, insbesondere die Beeren.

Ökologie[Bearbeiten]

Wegen der relativ kurzen Kronröhre erfolgt die Bestäubung außer durch Hummeln auch durch langrüsselige Bienen und durch kleinere Falter. Die Blütezeit ist von Mai bis Juni.

Die Beeren sind erst rot, später schwarzblau.

Allgemeine Verbreitung[Bearbeiten]

Das Areal dieser praealpin verbreiteten Art erstreckt sich vom Polarkreis in Norwegen über Zentraleuropa, Kleinasien, den Kaukasus bis nach Afghanistan. Sie kommt fast in ganz Europa vor, fehlt in Großbritannien und Irland und ist auf der Iberischen Halbinsel auf die Gebirge beschränkt.

Standorte[Bearbeiten]

Die Quirlblättrige Weißwurz braucht lehmigen Boden mit reichlicher Beimischung von nicht allzu gut zersetztem Humus. Dadurch reagiert der Boden schwach sauer und bleibt oft locker. Luftfeuchtigkeit am Standort ist vorteilhaft. Als Standorte bevorzugt die Art Laub- und Nadelwälder, vor allem in den Tälern der Mittelgebirge, aber auch in luftfeuchten Hangwäldern. In den Alpen steigt sie bis über 2000 m und geht dort gelegentlich auch auf schattige Matten und Wiesen. Sie meidet ausgesprochene Wärme- und Trockengebiete. Im Tiefland und in den tieferen Lagen der Mittelgebirge kommt sie nur vereinzelt vor, und in weiten Gebieten Mitteleuropas fehlt sie; sonst tritt sie zerstreut auf und bildet meist kleinere, oft lockere Bestände.

Verwendung[Bearbeiten]

Die stärkereichen Wurzeln können gekocht gegessen werden. Junge Triebe können wie Spargel zubereitet werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • L. Roth, M. Daunderer & K. Kormann: Giftpflanzen – Pflanzengifte. Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg, 1994, ISBN 3-933203-31-7
  • R. Düll/ H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, 7. Auflage, Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi. Die Farn- und Blütenpflanzen Baden- Württembergs, Ulmer Verlag, Band 7
  • Aichele/Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Franckh-Kosmos-Verlag, 2. Auflage, Band 5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Polygonatum verticillatum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Floraweb:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carl Jessen, Die deutschen Volksnamen der Pflanzen, Verlag von Philipp Cohen Hannover 1882, Seite 108