Quirlige Borstenhirse

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Quirlige Borstenhirse
Setaria verticillata W IMG 1083.jpg

Quirlige Borstenhirse (Setaria verticillata)

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Panicoideae
Gattung: Borstenhirsen (Setaria)
Art: Quirlige Borstenhirse
Wissenschaftlicher Name
Setaria verticillata
(L.) P.Beauv.

Die Quirlige Borstenhirse (Setaria verticillata) oder Kletten-Borstenhirse ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Borstenhirsen (Setaria) in der Familie der Süßgräser (Poaceae) gehört.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration mit Details

Die Quirlige Borstenhirse ist einjährig und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 100 Zentimeter. Ihre Halme sind aufrecht oder knickig aufsteigend. Die Ligula bildet einen Haarkranz. Die Laubblätter sind 4 bis 25 cm lang und 5 bis 21 mm breit.

Der Blütenstand ist zu einer walzenförmigen dichten Ährenrispe zusammengezogen, die höchstens im unteren Teil unterbrochen ist. Die Borsten sind 3 bis 7 mm lang, ihre Stachelhaare sind rückwärts gerichtet, dadurch wirkt der Blütenstand wie eine Klette. Das ist ein gutes Kennzeichen der typischen Varietät dieser Art. Das Ährchen ist länglich-elliptisch und 2 bis 2,2 mm lang. Seine obere Hüllspelze ist so lang wie das Ährchen und fünfnervig, die untere Hüllspelze ist nur 1/3 so lang wie das Ährchen. Die Deckspelze der oberen, zwittrigen Blüte ist knorpelig verdickt und zwischen den wenig hervortretenden Kielen schwach querrunzelig mit schmalen eingeschlagenen Seitenflächen.

Die Blütezeit reicht von Juni bis September.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Quirlige Borstenhirse kommt in Süd- und Mitteleuropa bis nach Vorderasien und Nordafrika vor, sie fehlt aber in den Tropen und Subtropen. Sie wird aber weltweit verschleppt.

Die Quirlige Borstenhirse wächst in Gärten, in Hackfruchtäckern und in Weinbergen an trocken-warmen Standorten auf nährstoffreichen und gut gedüngten sandig-lehmigen Böden. Sie ist ein Stickstoffzeiger und Wärmezeiger. Sie gedeiht vorwiegend in tieferen Lagen und steigt nur in den Süd-Alpen bis in Höhenlagen von über 1200 Meter auf.

Variabilität[Bearbeiten]

Nahe verwandt mit der Quirligen Borstenhirse ist eine Sippe, die als eigene Art angesehen wird,[1][2][3] die Täuschende Borstenhirse oder Kurzborstige Borstenhirse (Setaria verticilliformis Dumort., Syn. S. ambigua (Guss.) Guss. non Mérat, S. gussonei Kerguélen). Sie ist an ihrem weniger dichten Blütenstand zu unterscheiden, bei dem im unteren Teil die Hauptachse zwischen den Ährchen sichtbar ist und bei der der Blütenstand nicht wie eine Klette wirkt, weil die Borstenhaare nach vorne und nicht rückwärts gerichtet sind. Bei ihr sind die Borsten auch nur 3 mm lang. Diese Sippe wird aber von anderen Autoren[4] nur als eine Varietät (Setaria verticillata var. ambigua (Guss.) Parl.) zur Quirligen Borstenhirse gestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hans Joachim Conert (Hrsg.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Begründet von Gustav Hegi. 3., völlig neubearbeitete Auflage. Band I. Teil 3: Spermatophyta: Angiospermae: Monocotyledones 1(2). Poaceae (Echte Gräser oder Süßgräser), Parey Buchverlag, Berlin 1979–1998, ISBN 3-8263-2868-X, Setaria verticillata, S. 51–53 (1. Lieferung von 1979).
  • William Derek Clayton: Setaria Beauv. In:  T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 5: Alismataceae to Orchidaceae (Monocotyledones), Cambridge University Press, Cambridge 1980, ISBN 0-521-20108-X, S. 263–264 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Monika Voggesberger: Setaria Beauv. 1812. In:  Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 7: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklassen Alismatidae, Liliidae Teil 1, Commelinidae Teil 1): Butomaceae bis Poaceae, Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1998, ISBN 3-8001-3316-4, S. 221–229.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Benito Valdés, Hildemar Scholz; Eckhard von Raab-Straube, Gerald Parolly (Mitarb.): Poaceae (pro parte majore). Setaria. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2009. Zuletzt abgerufen am 21. Dezember 2014.
  2. Karl Peter Buttler, Michael Thieme und Mitarbeiter: Florenliste von Deutschland – Gefäßpflanzen, Version 6. Frankfurt am Main, August 2014, veröffentlicht im Internet unter [1]. Zuletzt abgerufen am 21. Dezember 2014.
  3.  Hans Joachim Conert (Hrsg.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Begründet von Gustav Hegi. 3., völlig neubearbeitete Auflage. Band I. Teil 3: Spermatophyta: Angiospermae: Monocotyledones 1(2). Poaceae (Echte Gräser oder Süßgräser), Parey Buchverlag, Berlin 1979–1998, ISBN 3-8263-2868-X, Setaria verticillata, S. 51–53 (1. Lieferung von 1979).
  4. Monika Voggesberger: Setaria Beauv. 1812. In:  Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 7: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklassen Alismatidae, Liliidae Teil 1, Commelinidae Teil 1): Butomaceae bis Poaceae, Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1998, ISBN 3-8001-3316-4, S. 221–229.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Quirlige Borstenhirse (Setaria verticillata) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien