Qysyl-Agasch-Damm

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Qysyl-Agasch-Stausee
Satellitenbild
Satellitenbild
Geographische Lage Kreis Aqsu, Gebiet Almaty, Kasachstan
Abfluss AqsuBalchaschsee
Orte in der Nähe Qysyl-Agasch
Daten
Koordinaten 45° 17′ 29″ N, 78° 45′ 51″ O45.29138578.764076Koordinaten: 45° 17′ 29″ N, 78° 45′ 51″ O
Qysyl-Agasch-Stausee (Kasachstan)
Qysyl-Agasch-Stausee

Der Qysyl-Agasch-Damm war ein Staudamm außerhalb des Dorfes Qysyl-Agasch in Kasachstan.

Am 11. März 2010 brach der Damm und verwüstete das Dorf. Zunächst wurde von 34 bis 35 Toten gesprochen (darunter waren 10 Männer, 16 Frauen and sieben Kinder), in anderen Quellen hieß es, mindestens 40 Menschen seien dabei getötet worden. Weitere 300 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt und über 1500 Menschen mussten die Gegend verlassen.[1][2] Hunderte Häuser wurden demoliert, 44 Personen, davon 16 Kinder, kamen ins Krankenhaus.

Geschichte[Bearbeiten]

Unglück[Bearbeiten]

Der Damm, der einen künstlichen See aufstaute, brach nach sintflutartigen Regenfällen, welche mehrere Tage anhielten. Schneeschmelze, die durch einen schnellen Temperaturanstieg eintrat, ließ den Damm dann vollständig brechen.[1][3] Der unerwartete Dammbruch erzeugte Flutwellen mit einer Höhe von bis zu 2 Metern. Eine Autobahnbrücke, welche die Millionenstadt Almaty mit Öskemen nahe der russischen Grenze verband, wurde vollständig zerstört.[2][4]

Mehr als 600 Hilfskräfte wurden eingesetzt, um die Trümmer zu beseitigen und um notdürftige Zeltlager aufzubauen. Sicherheitskräfte waren in Alarmbereitschaft, um gegen mögliche Plünderungen vorzugehen.[5] Es wurde ein Feldlazarett eingerichtet, damit man die große Menge an Verletzten versorgen konnte. Des Weiteren wurden Soldaten der kasachischen Armee eingesetzt.[6] Der kasachische Ministerpräsident, Kärim Mässimow, reiste persönlich in das Krisengebiet, um sich von der dortigen Lage ein Bild zu machen.[7]

Bei den Rettungsmaßnahmen kam es jedoch zu einem erneuten Unglück, als ein Rettungshubschrauber mit Rettungskräften an Bord auf dem Weg in das zerstörte Dorf Qysyl-Agasch war und aus bislang ungeklärter Ursache abstürzte. Alle sechs Besatzungsmitglieder und die beiden Piloten kamen dabei ums Leben. [8]

Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew kündigte an, ein Expertenteam in das Gebiet zu schicken und das Unglück untersuchen zu lassen. Außerdem sagte er, dass zukünftige Dammbauten stärker von der Regierung überwacht würden und die Nichteinhaltung gesetzlicher Bestimmungen harte Strafen nach sich ziehen würde. Der Staudamm war in Privatbesitz.

Die Regierung kündigte an, rund 600 Millionen Tenge (ca. 3 Millionen €) für den Wiederaufbau zur Verfügung zu stellen und um den Betroffenen Hilfe zu gewährleisten.[9]

Am darauf folgenden Tag brach im benachbarten Kreis Qaratal bei dem Ort Schylbulak ein weiterer Damm durch dieselbe Ursache. Alle 820 Einwohner konnten jedoch rechtzeitig gerettet werden.[10]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Kazakh president wants prosecutions over flooding, AFP hosted by Google. Abgerufen am 15. März 2010. 
  2. a b Ibn e Umeed: Thousands evacuated after severe floods destroyed two dams in south Kazakhstan, The Statesmen. 12. März 2010. Abgerufen am 15. März 2010. 
  3. Kazakhstan Detains Officials After Deadly Flood, Radio Free Europe, Radio Liberty. 15. März 2010. 
  4. Kazakhstan flooding death toll rises to 30 as recovery efforts pick up pace, Today Online. 13. März 2010. Abgerufen am 15. März 2010. 
  5. Death toll from southern Kazakhstan floods rises to 35, People's Daily Online. 14. März 2010. Abgerufen am 18. März 2010. 
  6. Floods kill at least 28 in south Kazakhstan, The Financial. 13. März 2010. Abgerufen am 18. März 2010. 
  7. Dam burst destroys Kazakh village, Al Jazeera. 14. März 2010. Abgerufen am 15. März 2010. 
  8. 28 killed in Kazakhstan chopper crash, flood, Sify.com. 12. März 2010. Abgerufen am 18. März 2010. 
  9. RIA Novosti: Death toll from southern Kazakhstan flood rises to 37, Focus Information Agency. 16. März 2010. Abgerufen am 18. März 2010. 
  10. Adil Nurmakov: Kazakhstan: Flood Kills 47, Leaves Hundreds Homeless, Global Voices. 15. März 2010.