Râșnov

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Râșnov
Rosenau
Barcarozsnyó
Wappen von Râșnov
Râșnov (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Brașov
Koordinaten: 45° 35′ N, 25° 28′ O45.5925.459722222222635Koordinaten: 45° 35′ 24″ N, 25° 27′ 35″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 635 m
Fläche: 164,36 km²
Einwohner: 15.022 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 505400
Telefonvorwahl: (+40) 02 68
Kfz-Kennzeichen: BV
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 1 Gemarkung/Katastralgemeinde: Râșnov Romacril
Bürgermeister: Ioan Adrian Veștea (PNL)
Postanschrift: Str. Ion Luca Caragiale, nr. 21
loc. Râșnov, jud. Brașov, RO–505400
Website:

Râșnov oder Rîșnov [ˈrɨʃnov] (deutsch Rosenau, ungarisch Barcarozsnyó) ist eine Kleinstadt im Kreis Brașov in Siebenbürgen, Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Râșnov im Kreis Brașov

Râșnov liegt im Südosten Siebenbürgens am Bach Ghimbășel – ein linker Nebenfluss des Olt (Alt) – östlich vom Piatra-Craiului-Gebirge (Königssteingebirge) und westlich vom Postăvarul-Gebirge (Schuler), in der Mitte des Burzenlandes. An der Europastraße 574 und der Bahnstrecke Brașov–Zărnești gelegen, befindet sich Râșnov etwa 18 Kilometer südwestlich von der Kreishauptstadt Brașov (Kronstadt) entfernt. Die Kleinstadt liegt etwa auf halber Strecke zwischen der Stadt Brașov und der Gemeinde Bran (Törzburg).

Geschichte[Bearbeiten]

Rosenau wurde vom Deutschen Orden etwa um 1225 gegründet, und erstmals 1331 urkundlich erwähnt. 1950 wurde Râșnov zur Stadt ernannt.[2]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Volkszählung Ethnie
Jahr Einwohner Rumänen Ungarn Deutsche Andere
1850 4.094 1.935 13 1.768 378
1920 4.876 2.995 136 1.744 1
1941 5.732 3.856 102 1.750 24
1966 9.589 7.504 465 1.601 19
1977 13.792 11.715 539 1.498 40
1992 16.384 15.494 444 421 25
2002 15.456 14.929 332 155 40
2011[1] 15.022 13.458 200 100 1.264 (Roma 268)

Seit der offiziellen Erhebung von 1850 wurde in Râșnov die höchste Einwohnerzahl, und die der Rumänen, 1992 registriert. Die höchste Bevölkerungszahl der Rumäniendeutschen (1.848) wurde 1880 und 1900, die der Magyaren 1977 und die der Roma (378) 1850 ermittelt. Des Weiteren wurden bei fast jeder Aufnahme Ukrainer, Serben und Slowaken registriert.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauernburg[Bearbeiten]

(Lage45.59066666666725.469638888889) Erwähnenswert ist die Bauernburg welche zahlreiche Häuser, Stallungen und eine kleine Kirche beherbergte. Sie wurde im 14. Jahrhundert über dem Ort auf einem Kalkfelsen erbaut. Die Burg wurde nur einmal eingenommen, und zwar von Gabriel Báthory um 1600. Aus dem Hof eines Wirtshauses am Marktplatz führt ein steiler Pfad auf die Bauernburg.

Für den zwischen 1623 und 1640 auf der Burg 80 Klafter (etwa 140 Meter) tiefen Burgbrunnen,[4] besagt eine Legende, dass für dessen Bau 17 Jahre nötig waren und wurde von zwei Gefangenen, türkischen Soldaten, errichtet. Für den Bau des Brunnens wurde den Gefangenen die Befreiung versprochen. Der Brunnen wurde bis 1850 benutzt und wegen eines Radbruches aufgegeben. Die Burg steht unter Denkmalschutz.[5]

Im Wald neben der Bauernburg, soll im März 2015 ein Dino-Park mit etwa 50 lebensechten Exponaten, die in Deutschland hergestellt wurden, eröffnet werden.[6]

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

(Lage45.59166666666725.465555555556) Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert errichtet und mehrmals umgebaut. Die Deckenfresken stammen aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche war auch nie befestigt, da sich die Bewohner Rosenaus bei Gefahr auf die Bauernburg flüchteten.[2] Die Kirche und deren Anwesen stehen unter Denkmalschutz.[5]

Orthodoxe Kirche[Bearbeiten]

(Lage45.58288888888925.462) Die Sf. Nicolae Kirche,[7] eine der ältesten orthodoxen Kirchen im Südosten Siebenbürgens, mit Fresken aus dem 17. Jahrhundert wurde erstmals 1384 erwähnt.[2] Im 18. Jahrhundert wurde sie erneuert und steht unter Denkmalschutz.[5]

Skisprungschanze[Bearbeiten]

Die vier Skisprungschanzen der Trambulina Valea Cărbunării, 15 Meter, 35 Meter, 64 Meter und 90 Meter, wurden 2012 errichtet und am 17. November eingeweiht.[8] Anfang 2013 fand hier das erste European Youth Olympic Festival (Festivalul Olimpic al Tineretului European) in Rumänien statt.[9]

Ausflugsziele[Bearbeiten]

Weitere Ausflugsziele in der Umgebung sind u. a. das Schloss Bran, der Nationalpark im Piatra-Craiului-Gebirge (Königsteingebirge) sowie das Prahovatal mit den Kurorten in Predeal und in Sinaia. Zum 390 m höheren Wintersportort Poiana Brașov (Schulerau) führt ab unterhalb der Bauernburg eine 12 Kilometer lange Asphaltstraße.[2]

Bilder[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste deutscher Bezeichnungen rumänischer Orte

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Râșnov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. a b c d Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft-Verlag, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2, S. 138.
  3. E. Varga: Statistik der Einwohnerzahlen nach Ethnie im Kreis Brașov laut Volkszählungen von 1850–2002 (ungarisch; PDF; 784 kB)
  4. Johann Michael Salzer: Reisebilder aus Siebenbürgen, Druck und Verlag von Theodor Steinhaußen, Hermannstadt 1860
  5. a b c Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert (PDF; 7,10 MB)
  6. Elise Wilk: Rosenau - Die Gesichter einer Stadt (III) am 21. November 2014 bei adz.ro abgerufen am 23. März 2015
  7. Dana Jenei: Die alte orthodoxe Kirche in Râșnov (rumänisch; PDF; 1,3 MB)
  8. Einweihung der Sprungschanzen in Râșnov, kurze Beschreibung und Videofilm bei brasovbuzz.ro abgerufen am 1. März 2013 (rumänisch)
  9. Das Skisportlager in Râșnov ist bereit für das European Youth Olympic Festival, bei ziare.com abgerufen am 1. März 2013 (rumänisch)