Rätoromanen

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Die Bündnerromanen oder Rätoromanen, oft auch einfach Romanen (Eigenbezeichnung Rumantschs), sind ein im Schweizer Kanton Graubünden lebendes Volk, das eine eigene romanische Sprache, das Bündnerromanische oder Rätoromanische, spricht.

Das Siedlungsgebiet dieser Bevölkerungsgruppe wird als Rätoromanische Schweiz oder in ihrer eigenen Sprache als Rumantschia bezeichnet.

Verbreitung und Entwicklung[Bearbeiten]

Etwa 0,48 Prozent[1] (circa 33'991 Menschen)[2] der Schweizer Wohnbevölkerung werden zur rätoromanischen Schweiz gezählt. Auf Kantonsebene kennt einzig der Kanton Graubünden Rätoromanisch als Amtssprache (neben Deutsch und Italienisch). Das Rätoromanische wird – trotz Fördermassnahmen zum Erhalt der Sprache – zunehmend von der deutschen Sprache verdrängt.[3] Die Folge auf Gemeindeebene ist, dass betroffene Gemeinden vom rätoromanischen ins deutsche Sprachgebiet wechseln.

Massnahmen zur Erhaltung[Bearbeiten]

Mit dem Sprachgesetz des Kantons Graubünden vom 19. Oktober 2006 wird versucht, dem starken Rückgang des Rätoromanischen entgegenzuwirken, indem eine Gemeinde solange als einsprachig definiert ist, sofern mindestens 40 Prozent seiner Bevölkerung der angestammten Sprachgruppe zugeordnet werden.[4] Dies geht damit einher, dass solange eine Gemeinde einsprachig ist, die angestammte Sprache als einzige (Unterrichts-)Sprache in der Schule[5] und für öffentliche Beschilderungen und behördliche Kommunikation anzuwenden ist.[6] Wenn eine Gemeinde einen Bevölkerungsanteil von zwar weniger als 40, aber noch bis zu 20 Prozent aufweist, gilt es als zweisprachig und kann beide Sprachen als Unterrichtssprache anwenden.[7] Erst wenn der Anteil der Bevölkerung der angestammten Sprachgruppe unter 10 Prozent sinkt, ist die Gemeinde nicht mehr verpflichtet die Sprache in der Schule anzubieten.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesamt für Statistik der Schweizerischen Eidgenossenschaft: Wohnbevölkerung nach Hauptsprachen, S. 29; abgerufen am 31. Januar 2013.
  2. Bundesamt für Statistik der Schweizerischen Eidgenossenschaft: Wohnbevölkerung nach Hauptsprachen, S. 23; abgerufen am 31. Januar 2013.
  3. Bundesamt für Statistik der Schweizerischen Eidgenossenschaft [gem. der Volkszählung 2000] (Hrsg.; 2005): Die aktuelle Lage des Romanischen; abgerufen am 30. Januar 2013.
  4. Der Grosse Rat des Kantons Graubünden (Hrsg.; 2006): Sprachengesetz des Kantons Graubünden (SpG), Art. 16/S. 5.; abgerufen am 30. Januar 2013.
  5. Der Grosse Rat des Kantons Graubünden (Hrsg.; 2006): Sprachengesetz des Kantons Graubünden (SpG), Art. 19/S. 6.; abgerufen am 30. Januar 2013.
  6. Der Grosse Rat des Kantons Graubünden (Hrsg.; 2006): Sprachengesetz des Kantons Graubünden (SpG), Art. 17/S. 6.; abgerufen am 30. Januar 2013.
  7. Der Grosse Rat des Kantons Graubünden (Hrsg.; 2006): Sprachengesetz des Kantons Graubünden (SpG), Art. 16/S. 5. i. V. m. Art. 20/S. 6.; abgerufen am 30. Januar 2013.
  8. Der Grosse Rat des Kantons Graubünden (Hrsg.; 2006): Sprachengesetz des Kantons Graubünden (SpG), Art. 20/S. 6.; abgerufen am 30. Januar 2013.

Siehe auch[Bearbeiten]