Räude

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Ein von Räude befallener Straßenhund auf Bali

Als Räude (lat. Scabies) bezeichnet man Milbenerkrankungen bei Tieren.

Erscheinungsformen[Bearbeiten]

Je nach auslösender Milbenart und Spezies wird die Räude weiter unterteilt: die klassische Räude nach Infektion mit Krätzemilben (Sarcoptes-Räude) sowie die Infektionen mit Psoroptes ssp., Chorioptes ssp., Raubmilben (Cheyletiellose), Notoedres cati (Kopfräude der Katze), Otodectes cynotis (Ohrräude), Myocoptes und Myobia (Räude der Maus), Radforia ensifera, Notoedres muris und Sarcoptes anacanthos (Räude der Ratte), Knemidocoptes pilae (Schnabelräude der Papageien) und weiteren Milben.

Die vor allem bei Hundeartigen, wesentlich seltener auch bei anderen Säugetieren auftretende Infektion mit Haarbalgmilben gehört nicht zu den Räudeformen im engeren Sinne.

Bekämpfung[Bearbeiten]

Räude wird in der Tiermedizin mit Avermectinen (Ivermectin, Moxidectin, Selamectin) und lokal angewandten Waschungen (Amitraz) behandelt. Auch organische Phosphorsäureester (Phoxim) werden teilweise noch eingesetzt.

Die Tierseuche ist sehr ansteckend, geht als Zoonose vereinzelt auch auf den Menschen über: Die meisten dieser Parasiten können auch den Menschen als Fehlwirt befallen und eine Pseudokrätze hervorrufen. Sie ist in Österreich bei Pferden, Eseln, Maultieren, Mauleseln, Schafen und Ziegen anzeigepflichtig, bei Wildtieren ist sie der Jagdaufsicht zu melden. In der Schweiz ist sie als Gruppe 3 eingestuft („zu bekämpfende Seuche“). Problematisch verbreitet ist sie insbesondere bei Gämsen.