Réjean Ducharme

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Réjean Ducharme (* 12. August 1941 in Saint-Félix-de-Valois, Québec, Kanada) ist ein frankokanadischer Schriftsteller und Dramatiker.

Ducharme lebt zurückgezogen in Montreal und ist seit der Veröffentlichung seines ersten Buches im Jahre 1966 an Publicity nicht interessiert. Er arbeitet auch als bildender Künstler und erschafft Skulpturen. Ein Hauptthema Ducharmes früher Werke ist die Ablehnung und das Unverständnis gegenüber der Welt der Erwachsenen durch die Kinder.

Ducharmes französische Ausgabe von L'avalée des avalés wurde für Le combat des livres, einem von Radio Canada ausgeschriebenen Autorenwettbewerb, nominiert. Vortrag und Verteidigung dieses Werkes - übertragen von Radio Canada im Jahre 2005 – übernahm die kanadische Schauspielerin Sophie Cadieu. L'avalée des avalés gewann diesen Wettbewerb. Das Buch - als erstes Werk eines sehr jungen und unbekannten Autors - wurde als Kandidat für den Prix Goncourt vorgeschlagen.

Seine Werke[Bearbeiten]

L'avalée des avalés-Titel
L'avalée des avalés: Meine Einsamkeit ist mein Palast...

Bücher[Bearbeiten]

  • L'avalée des avalés - 1966 (Übersetzung ins Englische: The Swallower Swallowed); Gewinner des Prix du Gouverneur général pour la poésie 1966
  • Le nez qui voque - 1967
  • L'Océantume - 1968
  • La fille de Christophe Colomb - 1969 (Übersetzung ins Englische: The Daughter of Christopher Columbus)
  • L'Hiver de force – (Übersetzung ins Englische: Wild to Mild); Gewinner des Prix du Gouverneur général pour romans et nouvelles 1973
  • Les Enfantômes - 1976
  • Dévadé - 1990
  • Va savoir - 1994 (Übersetzung ins Englische: Go Figure); nominiert für den Prix du Gouverneur général
  • Gros mots - 1999

Übersetzungen ins Deutsche[Bearbeiten]

  • Von Verschlungenen verschlungen, Roman. [franz.: L'avalée des avalés]; übersetzt von Till Bardoux, Verlag Traversion, Deitingen 2012, ISBN 978-3-906012-00-1.

Bühnenstücke[Bearbeiten]

  • Le Cid maghané - 1968; nicht publiziert
  • Le Marquis qui perdit - 1969; nicht publiziert
  • Ines Pérée et Inat Tendu - 1976
  • Ha ha!... - 1982; Gewinner des Prix du Gouverneur général pour le théatre 1982
  • Les Bons débarras - 1980 (Drehbuch)

Zitate[Bearbeiten]

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„Es ist nicht schwierig, mit einem menschlichen Wesen zu sprechen, ein menschliches Wesen zu umfassen, ein menschliches Wesen zu heiraten, ein menschliches Wesen an der Welt zu messen. Was schwierig und einzig interessant ist, besteht darin, ein menschliches Wesen zu haben... “ (aus: L'avalée des avalés, Editions Gallimard, 1966, S. 96; dt. Übersetzung: Von Verschlungenen verschlungen; Till Bardoux, Traversion (Deitingen) 1.,2012, S. 78 f.; hier allerdings zitiert aus dem Film Leolo)

„Meine Einsamkeit ist mein Palast. Da habe ich meinen Stuhl, meinen Tisch, mein Bett, meinen Wind und meine Sonne. Wenn ich woanders sitze als in meiner Einsamkeit, dann sitze ich im Exil, sitze ich in einem trügerischen Land." (aus: L'avalée des avalés, Editions Gallimard, 1966, S. 20; dt. Übersetzung: Von Verschlungenen verschlungen; Till Bardoux, Traversion (Deitingen) 1.,2012, S. 13) "Weil ich träume, bin ich nicht, denn wenn ich träume, bin ich nicht verrückt. Ich bin nicht, denn wenn ich träume, bin ich nicht.“'' (aus dem Film Léolo)

„Weil ich träume, bin ich nicht. Weil ich träume, ich träume. Weil ich mich meinen Träumen überlasse in der Nacht, bevor mich der Tag empfängt. Weil ich nicht liebe. Weil ich Angst habe, zu lieben. Ich träume nicht mehr. Ich träume nicht mehr. Sie, meine Dame, Sie, die kühne Melancholie, die mein Fleisch mit einem einsamen Schrei zerreißt, um es der Langeweile zu opfern. Sie, die mich quält in den Nächten, wenn ich nicht weiß, welchen Weg ich einschlagen soll in meinem Leben. Ich habe Ihnen hundertmal meine Schuld bezahlt.“'' (dieses Zitat kommt im Buch nicht vor; es stammt aus dem Film Leolo und damit wohl aus der Feder Lauzons - im Film sind das die letzten Worte Leolos, mit denen der Dompteur der Worte ihn archiviert)

"Warum muss diese Nacht vorübergehen? Warum hört diese Nacht nicht auf zu vergehen? Warum bleibt diese Nacht nicht stehen und wird für immer eine Nacht, in die wir, wenn wir alt sein werden, eintreten könnten, eine Nacht, die wir besuchen könnten, wie man einen Dachboden aufsuchen kann?" (aus: L'avalée des avalés, Editions Gallimard, 1966; dt. Übersetzung: Von Verschlungenen verschlungen; Till Bardoux, Traversion (Deitingen) 1.,2012, S. 183)

Aufnahme in anderen Werken[Bearbeiten]

In Jean-Claude Lauzons Film Léolo spielt Ducharmes L'avalée des avalés die eigentliche Schlüsselrolle: Eines Tages bringt ein vagabundierender „Dompteur von Versen“ ein Buch in Leolos Haus: L'avalée des avalés. Das Buch dient als Stütze für den wackelnden Küchentisch. Nachts, eingemummt, im Licht des offenen Kühlschranks, liest Leolo jenes Buch - und immer wieder den handschriftlichen Eintrag unter dem Titel auf der Innenseite „weil ich träume, bin ich nicht“. Er beginnt selbst zu schreiben, zu reflektieren. Leolo und seine Familie werden in dessen Phantasie schließlich auch zu Figuren eines - vielleicht dieses - Romans. Bis zum Schluss: „Ich werde mich ausruhen, den Kopf zwischen zwei Worten in L'avalée des avalés“.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Siehe auch:

Weblinks[Bearbeiten]