Rödersheim-Gronau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Rödersheim-Gronau
Rödersheim-Gronau
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Rödersheim-Gronau hervorgehoben
49.4294444444448.2572222222222104Koordinaten: 49° 26′ N, 8° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Pfalz-Kreis
Verbandsgemeinde: Dannstadt-Schauernheim
Höhe: 104 m ü. NHN
Fläche: 8,24 km²
Einwohner: 2941 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 357 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67127
Vorwahl: 06231
Kfz-Kennzeichen: RP
Gemeindeschlüssel: 07 3 38 022
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Rathausplatz 1
67125 Dannstadt-Schauernheim
Webpräsenz: roedersheim-gronau.de
Ortsbürgermeister: Karl Arnold
Lage der Ortsgemeinde Rödersheim-Gronau im Rhein-Pfalz-Kreis
Frankenthal (Pfalz) Kreis Bergstraße Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Germersheim Landkreis Karlsruhe Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Ludwigshafen am Rhein Mannheim Rhein-Neckar-Kreis Speyer Worms Altrip Beindersheim Birkenheide Bobenheim-Roxheim Böhl-Iggelheim Dannstadt-Schauernheim Dudenhofen Fußgönheim Großniedesheim Hanhofen Harthausen Heßheim Heuchelheim bei Frankenthal Hochdorf-Assenheim Kleinniedesheim Lambsheim Limburgerhof Maxdorf Mutterstadt Neuhofen (Pfalz) Otterstadt Rödersheim-Gronau Römerberg (Pfalz) Schifferstadt Waldsee (Pfalz)Karte
Über dieses Bild

Rödersheim-Gronau ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Pfalz-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim an.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Rödersheim wurde im Zuge der Kommunalreform am 7. Juni 1969 aus den bisher selbständigen Gemeinden Rödersheim und Alsheim-Gronau neu gebildet und am 1. Oktober 1969 in Rödersheim-Gronau umbenannt[2].

Rödersheim[Bearbeiten]

Rödersheim ist eine fränkische Gründung aus dem 6./7. Jahrhundert, die zum ersten Mal 858 in einem Dokument von König Ludwig dem Deutschen in der Form „Ratherisheim“ beurkundet wurde. In diesem Dokument beglaubigt Ludwig die Übertragung der Nutznießung des Ortes aus dem Besitz des Domklosters zu Speyer an den Speyerer Bischof Gebhard I. auf Lebenszeit. Mit der dort erwähnten Verpflichtung zur „jährlichen Lieferung von 4 Fudern Wein“ zählt Rödersheim zu den ältesten nachgewiesenen Weinbaugemeinden der Pfalz. Rödersheim blieb unter der Oberherrschaft des Hochstiftes Speyer bis zum Anschluss an Frankreich 1797.

Nach der napoleonischen Zeit wurde Rödersheim, seit 1817 selbstständige Gemeinde, dem Landkommissariat Neustadt im „Bayerischen Rheinkreis“, später „Pfalz“, zugeordnet. 1862 wurde das Landkommissariat in „Bezirksamt Neustadt an der Haardt" und 1939 in „Landkreis Neustadt an der Haardt“ umbenannt. Mit Unterbrechung von 1902 bis 1931, als Rödersheim zu dem abgeteilten Bezirksamt Dürkheim gehörte, blieb Rödersheim bis 1946 bei Bayern und kam dann zum neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz. Nach der Auflösung des Landkreises Neustadt mit Wirkung vom 7. Juni 1969 wurde es mit Alsheim-Gronau vereinigt und in den Landkreis Ludwigshafen umgegliedert.

Alsheim-Gronau[Bearbeiten]

Der Namensbestandteil Alsheim bezieht sich auf den von den Franken im 6./7. Jahrhundert gegründeten Ort, der erstmals 778 im Lorscher Codex als „Alasheim“ erwähnt wurde. Mit Gronau wurde die ehemalige Burg bezeichnet, die nordöstlich des Ortes lag und deren Entstehung im Dunkel liegt.

Alsheim, zunächst Teil des fränkischen Stammesherzogtums, dann des deutschen Königslandes behielt seinen reichsunmittelbaren Status bis 1331. In diesem Jahr wurde es, als Bestandteil der aus Reichsbesitz gebildeten Landvogtei Speyer, von Kaiser Ludwig dem Bayer an die Pfalzgrafschaft, später Kurpfalz, verpfändet und blieb bis 1797 kurpfälzisch.

Die Burg Gronau wurde zum ersten Mal 1341 erwähnt bei dem Verkauf durch den Ritter Heinrich Knebel von Katzenelnbogen an die Pfalzgrafen. Von 1363 an wurden Dorf und Burg immer gemeinsam an verschiedene Adelsfamilien verlehnt, bis die Ruinen der 1784 neu erbauten und bereits 1795 durch österreichische Truppen zerstörten Burg abgetragen und das Gelände eingeebnet wurde.

Nach der französischen Herrschaft, die von 1797 bis 1814 dauerte, gehörte die Gemeinde zunächst zum Landkommissariat Speyer, später Bezirksamt Speyer, im „Bayerischen Rheinkreis“, ab 1886 zum neu gebildeten Bezirksamt Ludwigshafen, aus dem 1939 der Landkreis Ludwigshafen am Rhein hervorging. 1921 wurde Alsheim in Alsheim-Gronau umbenannt.[3]

Religion[Bearbeiten]

St. Leo am Marienplatz

Im Jahr 2007 waren 51,4 Prozent der Einwohner katholisch und 25,6 Prozent evangelisch. Die Übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[4]

Die barocke katholisch Pfarrkirche St. Leo im Ortsteil Rödersheim wurde im Jahr 1738 erbaut. Frühere Kirchenbauten, die bereits ab dem 7. Jahrhundert vorhanden waren, wurden immer wieder zerstört. Die Altäre stammen aus der Zeit des "Zopfstils" in der Phase zwischen Barock und Klassizismus. Später hinzugefügte Einrichtungselemente wurden diesen im Design angepasst, so dass die Kirche aus kunstgeschichtlicher Sicht eine Alleinstellung in der Region bietet.

Nach einer Pestepidemie im 17. Jahrhundert gelobten im Jahr 1648 die 69 überlebenden Bewohner des Dorfes Rödersheim, alljährlich das Fest des Heiligen Sebastian am 20. Januar als Fast- und Abstinenztag zu begehen. Diese Tradition hat sich bis heute erhalten.

protestantische Kirche

Die protestantische Kirchengemeinde von Rödersheim-Gronau wird von Meckenheim aus betreut und gehört zum Dekanat Neustadt.

Das Kirchengebäude ist ein Saalbau mit Dachreiter, der in den Jahren 1746 bis 1753 unter der Leitung des Mannheimer Architekten Franz Wurth errichtet wurde. Die letzte Sanierung mit neuer farblicher Fassung des Innenraums erfolgte 2014.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Rödersheim-Gronau besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU ÖDP FWG Gesamt
2014 3 10 7 20 Sitze
2009 3 11 2 4 20 Sitze
2004 4 10 2 4 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergemeinschaft Rödersheim-Gronau

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Von Silber und Blau gespalten, rechts die goldbekrönte Muttergottes in blauem Gewand, auf einer goldenen Mondsichel stehend, das goldbekrönte Kind auf dem linken Arm, in der Rechten einen blauen Reichsapfel mit goldenen Bändern und Kreuz haltend, links eine viertürmige goldene (Wasser-)Burg“.

Es wurde 1977 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt. Die Muttergottes entstammt dem alten Wappen von Rödersheim, die Burg dem von Alsheim-Gronau.

Literatur[Bearbeiten]

  • Winfried Seelinger: Familien in Alsheim-Gronau und Rödersheim von 1404 bis 1904. Rödersheim-Gronau 2004
  • Josef Zech et al.: Aus der Geschichte von Rödersheim-Gronau. Rödersheim-Gronau 1978
  • Sebastian Arnold et al.: Wendezeiten: 2. Band der Ortschronik. Rödersheim-Gronau 2009
  • Sebastian Arnold: Der Rödersheimer Goldbrakteat und die Dame vom Blackenbrunnen. Rödersheim-Gronau 2010
  • Sebastian Arnold: Zigarren verändern die kleine Welt. München : GRIN Verlag GmbH, 2012

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rödersheim-Gronau – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 194, 204 (PDF; 2,50 MB)
  3. Wilhelm Volkert, Richard Bauer: "Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980", München 1983, Seite 515
  4. Komwis
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen