Röhrmoos

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Röhrmoos (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Röhrmoos
Röhrmoos
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Röhrmoos hervorgehoben
48.32948411.450112505Koordinaten: 48° 20′ N, 11° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Dachau
Höhe: 505 m ü. NHN
Fläche: 31,74 km²
Einwohner: 6252 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85244
Vorwahl: 08139
Kfz-Kennzeichen: DAH
Gemeindeschlüssel: 09 1 74 141
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
85244 Röhrmoos
Webpräsenz: www.roehrmoos.de
Bürgermeister: Dieter Kugler (CSU)
Lage der Gemeinde Röhrmoos im Landkreis Dachau
Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Freising Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis München Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm München Altomünster Bergkirchen Dachau Erdweg Haimhausen Hebertshausen Hilgertshausen-Tandern Karlsfeld Markt Indersdorf Odelzhausen Petershausen Pfaffenhofen an der Glonn Schwabhausen (Oberbayern) Sulzemoos Vierkirchen (Oberbayern) WeichsKarte
Über dieses Bild

Röhrmoos ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Dachau.

Geografie[Bearbeiten]

Röhrmoos liegt etwa 25 km nordwestlich von München.

Es existieren die 14 folgenden Gemarkungen, aufgeführt mit ersturkundlicher Erwähnung und ursprünglichem Namen:

  • Arzbach (779 n. Chr., Arruzzapah)
  • Biberbach (747 n. Chr., Piparpah)
  • Durchsamsried (1314 n. Chr., Urchaim)
  • Großinzemoos (779 n. Chr., Inzimos)
  • Kleininzemoos (keine exakten Angaben)
  • Mariabrunn (800 n. Chr., Prunna)
  • Purtlhof (957 n. Chr., Purtalahova)
  • Riedenzhofen (784 n. Chr., Hruodineshofen)
  • Röhrmoos Dorf (774 n. Chr., Roraga mussea) und Station (erst ab 1866)
  • Rudelzhofen (um 1200 n. Chr., Rudalhouen)
  • Schillhofen (um 1168 n. Chr., Shilinhofen)
  • Schönbrunn (798 n. Chr., Prunnon)
  • Sigmertshausen (um 860 n. Chr., Sigmaneshusir)
  • Zieglberg (vor 1809 nur Zieglstadlpersonal und Jägerhaus)

Geschichte[Bearbeiten]

Ereignisgeschichte ausgewählter Ortsteile[Bearbeiten]

Röhrmoos[Bearbeiten]

Der ursprüngliche Name Roraga mussea bedeutet so viel wie Moossumpf mit Röhricht. Röhrmoos gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Dachau des Kurfürstentums Bayern. 1818 entstand die heutige politische Gemeinde. Am 7. Juli 1889 kam es im Bahnhof von Röhrmoos an der Strecke München – Ingolstadt zu einem folgenschweren Eisenbahnunfall. Dabei geriet bei einer außerplanmäßigen Kreuzung ein durchfahrender Schnellzug auf ein Stumpfgleis und stieß auf eine Gruppe abgestellter Güterwagen. 10 Personen wurden bei der Kollision getötet und es gab 9 Schwerverletzte und mehrere Leichtverletzte. Beim Abstellen der Güterwagen war die Weiche nicht zurückgestellt worden.

Mariabrunn[Bearbeiten]

Mariabrunn

Ab 1662 wird Mariabrunn zu einem wichtigen Wallfahrtsort im Bistum Freising. Im Juli des Jahres 1662 suchte der Mochinger Bauer Stephan Schlairboeck, der im Wald beim heutigen Mariabrunn arbeitete, eine kleine Quelle auf um daraus zu trinken. Kurz darauf berichtete er von einer Wunderheilung seines chronisch schmerzenden Bruches und brachte aus Dankbarkeit bei der Quelle ein Marienbild an. Diese Heilung spricht sich bald in der ganzen Gegend herum und es kommen viele Leidende zur Quelle, in der Hoffnung, durch den Genuss des Wassers gesund zu werden. Auch die Obrigkeit wurde auf die Heilungen von Mariabrunn aufmerksam. Kurfürst Ferdinand Maria ließ eine Kapelle und ein Badehaus errichten. Ab 1846 wird berichtet, das Anwesen werde nicht mehr als Bad, sondern nur noch als Ökonomiegut betrieben. Ab 1863 wurde Mariabrunn von der „Doktorbäuerin“ Amalie Hohenester gekauft und geleitet. Mit verschiedenen Teesorten, Kräutern, Bädern und Fastenkuren erzielte sie viele Heilungen. In den damaligen Gästebüchern sind Adelige und reiche Bürger aus ganz Europa verzeichnet. Heute existiert an selber Stelle ein Biergarten.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 4.400, 1987 dann 5.017 und im Jahr 2000 6.029 Einwohner gezählt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige
Gemeinde
Einw.
(1970)
Datum Anmerkung
Biberbach 344 1. Mai 1978[3] Eingliederung von 300 der 344 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Vierkirchen
Großinzemoos 514 1. Januar 1972[4]
Schönbrunn 1821 1. Mai 1978[3]
Sigmertshausen 309 1. Mai 1978[3]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Dieter Kugler (CSU). Er wurde im Jahr 2014 Nachfolger von Hans Lingl (Freie Wähler).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2.789.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 347.000 €.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Geteilt; oben in Schwarz der Kopf eines goldenen Keilers, unten in Gold drei grüne Schilfrohre mit schwarzen Kolben.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Der Röhrmooser Bürgermeister Hans Lingl beglückwünscht Harald Neumann zur Ernennung zum Partnerschaftsbeauftragten
Maibaumniederlegung 2009 in Taradeau

Seit 1991 besteht die Partnerschaft der Gemeinde Röhrmoos mit der französischen Gemeinde Taradeau bei Le Luc in der Provence. Ein Jubiläum kündigt sich an für 2011, das beide Gemeinden würdig und zünftig zu gedenken beabsichtigen. Taradeau mit etwa 1700 Einwohnern liegt im Landesinnern des Départements Var nicht weit entfernt von der Côte d’Azur bei Nizza und Toulon und ist bekannt für seine Weine, Oliven, Käse und Nougat.

Um die Erfolgsgeschichte der Partnerschaft auch weiterhin zu sichern, hat der Gemeinderat von Röhrmoos im Frühjahr 2009 Harald Neumann aus Biberbach zum ehrenamtlichen Partnerschaftsbeauftragten ernannt.

In Taradeau gibt es eine “Rue de Röhrmoos“ und einen bayrischen Maibaum, in Röhrmoos eine “Taradeauer Straße“ und einen original französischen Olivenbaum. In regelmäßigem Rhythmus veranstalten die Franzosen in Röhrmoos einen provenzalischen und die Röhrmooser in Taradeau einen bayrischen Markt – für Liebhaber landestypischer Produkte ein Eldorado. Bier, Wurst und Brot aus Bayern sowie Weine, Oliven und Käse aus der Provence.

Die Bürgermeister Gilbert Galliano aus Taradeau und Dieter Kugler aus Röhrmoos sowie die Partnerschaftsbeauftragten der beiden Gemeinden Albert David und Harald Neumann sind bestrebt, die Partnerschaft im Sinne der Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich und zum Wohle von Taradeau und Röhrmoos weiter zu festigen und auszubauen.

Am 1. Mai 2009 wurde beim Besuch von Bürgern aus Röhrmoos in Taradeau der Maibaum professionell bayrisch niedergelegt, um bei der gemeinsamen Jubiläumsfeier im Jahre 2011 zum Jubel der Bevölkerung wieder aufgerichtet zu werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Röhrmoos

  • Katholische Pfarrkirche St. Johannes d. T.: Turm und Chor spätgotisch, Langhaus im 17. Jahrhundert umgebaut und 1846 erweitert;[5]

Fischerkirche in Sigmertshausen[Bearbeiten]

St. Vitalis Sigmertshausen

Zum Marienwallfahrtsort wurde Sigmertshausen ab 1719, als der Hüterbub Thomas Hoffwürth eine Marienfigur aus Ton fand und sich bald darauf Gebetserhörungen einstellten. Das Gnadenbild wurde mit einem kostbaren Mantel bekleidet und es entwickelte sich bald eine florierende Wallfahrt. Schon 1723 wurden täglich 4 bis 6 Messen für die Wallfahrer gelesen. 1755 ließ der damalige Hofmarksherr Ruffini eine neue Kirche erbauen, die St. Vitalis geweiht ist. In diesem Kirchenbau sind auch Mauern der früheren romanischen Kirche im Altarraum mit verwendet. Gebaut hat sie der bekannte Kirchen- und Klosterbaumeister Johann Michael Fischer.[6] Die neue Kirche wurde 1779 geweiht. Am Hochaltar ist das Gnadenbild und darüber ein Bild des Heiligen Vitalis bei seiner Aufnahme in den Himmel, unten links ist sein Martyrium dargestellt. Der Seitenaltar links zeigt den Heiligen Leonhard, rechts den Heiligen Franz Xaver (beide Altäre im Rokoko Stil, aus der Zeit der Erbauung der Kirche, die Altarbilder jedoch von A. Rick, von 1874). Das Deckengemälde von dem Augsburger Maler Franz Josef Degle zeigt, wie das Gnadenbild vom Röhrmooser Pfarrer in die Kirche von Sigmertshausen gebracht wird. Die Wallfahrt ist in der Mitte des 19. Jahrhunderts erloschen. Neben dem Hauptaltar kann man noch Votivtafeln sehen. Die Kirche wurde 1980/81 außen und 1984 innen renoviert. [7]

Biergarten in Mariabrunn[Bearbeiten]

Der Biergarten Mariabrunn zählt aufgrund seiner idyllischen Lage und der traditionellen Anlage mit alten Kastanien zur Sommerkühlung der Bierkeller der ehemaligen Brauerei zu den schönsten in der Region München. In Umfragen lokaler Zeitungen wurde dies immer wieder bestätigt (z.B. AZ – Münchens schönster Biergarten)

Biergarten Mariabrunn

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 16, im produzierenden Gewerbe 217 und im Bereich Handel und Verkehr 46 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 975 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.914. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 68 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2.478 ha, davon waren 2.275 ha Ackerfläche und 201 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt–München führt mit eigenem Bahnhof durch das Gemeindegebiet. Dieser ist an das S-Bahnnetz Münchens angeschlossen. Ein direkter Autobahnanschluss existiert nicht, jedoch ist die Gemeinde über die Ausfahrten A92, Lohhof/Haimhausen, A8, Dachau/Fürstenfeldbruck, sowie A99, Ausfahrt München-Ludwigsfeld zu erreichen.

Bildung[Bearbeiten]

Im Jahr 1999 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 220 Kindergartenplätze mit 203 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 11 Lehrern und 242 Schülern
  • Franziskuswerk Schönbrunn: Förderzentrum mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Anni Biechl, (* 17. März 1940 in Großinzemoos), Leichtathletin, die bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom die Silbermedaille in der 4-mal-100-Meter-Staffel gewann.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Mariabrunn auf der Homepage der Gemeinde Röhrmoos
  3. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 571.
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 444.
  5. Max Gruber: Aus der 1200jährigen Geschichte der Kirche in Röhrmoos. In: Amperland, 1974, S. 554-555.
  6. Sigmertshausen auf der Homepage der Gemeinde Röhrmoos
  7. Kirchenführer: St. Vitalis Sigmertshausen; 1988, auf der Grundlage eines Textes von L. Endres 1959 ("Chronik von Sigmertshausen")

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Röhrmoos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien