Römerbadruine Badenweiler

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Römerbadruine Badenweiler

Die Römerbadruine Badenweiler ist eine Ruine einer römischen Therme in Badenweiler im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Sie gehört zu den ältesten Bauwerken Baden-Württembergs und gilt bis heute als eine der am besten erhaltenen Thermen nördlich der Alpen.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten]

Rekonstruktion der Thermen
Römische Badeutensilien
Weiheinschrift

Seit 15 v. Chr. gliederten die Römer in mehreren Etappen bis 150 n. Chr. das Gebiet des heutigen Südwestdeutschlands in ihr Weltreich ein. Sie brachten auch ein weit entwickeltes Badewesen mit und aus Thermalquellen, die schon in keltischer Zeit genutzt wurden, entstanden Kur- und Heilbäder. Die Quellgottheiten garantierten den Kurerfolg. Das Römerbad in Badenweiler war der Göttin des Schwarzwaldes, Diana Abnoba, geweiht.

Die Thermen in Badenweiler entstanden in verschiedenen Bauphasen, mindestens sechs sind nachweisbar. Während in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. ein kleiner Bau mit zwei Badebecken entstanden war, kamen später unter anderem Empfangs- und Umkleideräume, Schwitzräume mit Kaltwasserbecken und steinumfriedete Terrassen hinzu.

Nach Ende des Römerreiches um 260 n. Chr. endete in zahlreichen Fällen auch die ausgeprägte Badekultur. Alamannische Funde in Badenweiler belegen jedoch, dass hier die Germanen die Anlage zumindest noch eine Zeit lang weiternutzten. Während einer Ansicht zufolge die Germanen das Bad schließlich auch zerstört hätten, wird andererseits vermutet, es könnte durch das schwere Basler Erdbeben von 1356 in Mitleidenschaft gezogen worden sein.[3]

Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Erst im 18. Jahrhundert interessierte man sich wieder für das Römerbad. Markgraf Karl Friedrich von Baden ließ die Ruine 1784 wieder freilegen und die Funde durch eine Reihe von Maßnahmen schützen. Ende des 19. Jahrhunderts erhielt die Ruine in der Nähe ein neues Bad, das klassizistische Marmorbad im pompejanischen Stil. In den folgenden Jahrzehnten wurde es mehrfach erweitert. Die bereits von den Römern genutzten Thermalquellen, deren wärmste eine Temperatur von 26,4 °C hat, begründeten Badenweilers Ruf als Kurort.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Die Römerbadruine wurde im Jahr 2001 mit einem Schutzdach aus Stahl und Glas versehen, das seitdem die Badruine vor zerstörerischen Witterungseinflüssen schützt. Sie ist für Besichtigungen geöffnet. Eine Dauerausstellung bietet ein eindrucksvolles Bild hoher römischer Badekultur. Die Römerbadruine zählt zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut.

Literatur[Bearbeiten]

  • Meinrad N. Filgis: Vor 225 Jahren entdeckt, unter Stahl und Glas präsentiert. Die römischen Heilquellen von Badenweiler. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 38. Jg. 2009, Heft 3, S. 134–139 (PDF)
  • Werner Heinz: Die römische Thermenruine von Badenweiler und die Probleme ihrer Konservierung. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 8. Jg. 1979, Heft 4, S. 165-169. (PDF)
  • Jürgen Köhler: Konservierung, Schutz und Präsentation der römischen Thermenruine in Badenweiler. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 25. Jg. 1996, Heft 1, S. 98–102. (PDF;10,4 MB)
  • Meinrad N. Filgis: Römische Badruine Badenweiler. Historische Wurzeln des Kurortes neu präsentiert. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 30. Jg. 2001, Heft 4, S. 166–175. (PDF; 8,3 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Römerbad Badenweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemitteilung vom 30. April 2007, Zugriff am 1. August 2009.
  2. Kurzinfo zur Römerbadruine, Zugriff am 1. August 2009.
  3. Sigrid Umiger: Vor Fresken und in Ruinen. In: Badische Zeitung. 20. Juni 2011. Abgerufen am 20. Juni 2011.

47.8028337.671616Koordinaten: 47° 48′ 10″ N, 7° 40′ 18″ O