Römerbrücke (Köln)

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50.937776.965611Koordinaten: 50° 56′ 16″ N, 6° 57′ 56,2″ O

f1

Römerbrücke
(Konstantinbrücke)
Römerbrücke(Konstantinbrücke)
Darstellung Stephan Brölmanns von 1608, später von unbekannter Hand koloriert, die jedoch nicht den archäologischen Funden entspricht. Ansicht von Norden.
Überführt

Verbindung Colonia ClaudiaDivitia

Querung von

Rhein

Ort Köln (Deutschland), Deutzer Brücke
Konstruktion Holzbrücke mit Steinpfeilern
Gesamtlänge 420 m
Breite 10 m
Anzahl der Öffnungen 20
Fertigstellung 310 n. Chr.
Zustand Zerstört
Lage
Römerbrücke (Köln) (Deutschland)
Römerbrücke (Köln)

Die Römerbrücke in Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) war die erste Brücke über den Rhein auf dem Gebiet des heutigen Kölns und der weiteren Umgebung. Das Bauwerk wurde unter Kaiser Konstantin I. von der Legio XXII Primigenia errichtet, weswegen auch die Bezeichnung Konstantinbrücke oder Konstantinische Brücke geläufig ist. An ihrer Stelle überspannt heute die Deutzer Brücke den Rhein.

Entstehung[Bearbeiten]

Eichenpfähle des Fundaments

Aus einer Prunkrede des Eumenius in Trier zu Ehren Konstantins kann entnommen werden, dass die Bauarbeiten 310 n. Chr. begonnen wurden:[1] „(Die Franken) können so wenig daran denken, den Strom zu überschreiten, dass sie jetzt, obwohl eine Brücke gebaut wird, es noch viel weniger wagen.“ Dieses Entstehungsjahr konnte auch vorläufig bestätigt werden durch den äußersten Jahrring von acht schweren Eichenholzpfählen, die im Römisch-Germanischen Museum ausgestellt sind.[2] Neben Eichenholz verwendeten die Römer zum Brückenbau auch Tannen- und Buchenholz.

Die Brücke verband die linksrheinische römische Stadt mit dem neuen rechtsrheinischen Brückenkopfkastell Divitia (Castrum Divitia) im heutigen Deutz. Sie war damit die erste feste Brücke über den Rhein, „da wo der Fluss in der Fülle seiner Kraft steht, wo er durch seine gewältige Strömung furchtbar ist.“[3]

Konstruktion[Bearbeiten]

Die Brücke war auf 19 Strompfeilern aus Werkstein errichtet, zwischen denen Holzbinder gespannt waren. Von den Strompfeilern konnten fünfzehn durch archäologische Pfahlfunde nachgewiesen werden. Sie bestand aus 42 Nachen mit aufgelegter Fahrbahn, überspannte den Rhein über eine Länge von 420 m und war 10 m breit. In der Brückenmitte konnte sie für den Schiffsverkehr geöffnet werden. Das geschah anfangs dreimal, mit zunehmendem Schiffsverkehr mehr als 30 Mal täglich. Die archäologischen Funde sind im Römisch-Germanischen Museum zu sehen, wie auch eine dem zu vermutenden Aussehen der Brücke entsprechende Rekonstruktion.

Zweck[Bearbeiten]

Die Brücke verband die linksrheinische Stadt in der Nähe der heutigen Salzgasse mit dem rechtsrheinischen Ufer etwa beim heutigen Lanxess Tower, ungefähr entsprechend der heutigen Deutzer Brücke. Sie überspannte den Rhein mit dem rechtsrheinischen römischen Hafen Castrum Divitia, der zwischen 312 und 315 n. Chr. vollendet war. Der mit dem Brückenbau und der Errichtung des Brückenkopfes primär verfolgte Zweck war die Möglichkeit, schnell Truppen über den Rhein auf das rechtsrheinische Gebiet bringen zu können, aus dem Franken das römische Territorium bedrohten. Um zu verhindern, dass die Franken angriffen, erbaute man in Feindesland den Brückenkopf Divitia.[4]

Ungeklärt ist, ob und wann sie abgerissen wurde. Während einerseits angenommen wird, sie habe nur etwa 100 Jahre gestanden, wird andererseits berichtet, sie sei erst im 10. Jahrhundert (um 960) abgerissen worden. Andere Quellen gehen wegen der Holzkonstruktion davon aus, dass sie etwa ab 400 n. Chr. verfallen sein könnte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Egon Schallmayer: Unterlagen zur römischen Rheinbrücke von Köln im Archiv des Saalburgmuseums. Saalburg-Jahrbuch, Bd. 50. 2000 (2001), S. 205-211.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kölner Römerbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Überliefert in den Panegyrici Latini VII aus dem Jahre 307 n. Chr.
  2. Hans Carl, Kunstchronik, Band 21, 1968, S. 180
  3. Wolfgang Binsfeld, Aus dem römischen Köln: Historische Skizzen, 1966, S. 23
  4. Wolfgang Binsfeld, a.a.O., S. 23