Römerstein (Gemeinde)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Römerstein
Römerstein (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Römerstein hervorgehoben
48.4955555555569.5405555555556859Koordinaten: 48° 30′ N, 9° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 859 m ü. NHN
Fläche: 46,05 km²
Einwohner: 3992 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72587
Vorwahl: 07382
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 088
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Albstraße 2
72587 Römerstein
Webpräsenz: www.roemerstein.de
Bürgermeister: Matthias Winter (parteilos)
Lage der Gemeinde Römerstein im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Landkreis Esslingen Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Sigmaringen Landkreis Tübingen Zollernalbkreis Bad Urach Dettingen an der Erms Engstingen Eningen unter Achalm Gomadingen Grabenstetten Grafenberg (Landkreis Reutlingen) Gutsbezirk Münsingen Hayingen Hohenstein (Landkreis Reutlingen) Hülben Lichtenstein (Württemberg) Mehrstetten Metzingen Münsingen (Württemberg) Pfronstetten Pfullingen Pfullingen Pliezhausen Reutlingen Riederich Römerstein (Gemeinde) Sonnenbühl St. Johann (Württemberg) Trochtelfingen Walddorfhäslach Wannweil ZwiefaltenKarte
Über dieses Bild

Römerstein ist eine Gemeinde im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg. Römerstein ist mit seiner gesamten Gemarkung Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt etwa 22 Kilometer östlich von Reutlingen auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb auf einer Höhe von 803 m ü. NN (Rathaus Donnstetten). Sie ist nach der höchsten Erhebung des Gemeindegebiets, dem Römerstein (874 m ü. NN), benannt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Römerstein, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Lenningen (Landkreis Esslingen), Wiesensteig (Landkreis Göppingen), Westerheim, Laichingen (beide Alb-Donau-Kreis), Gutsbezirk Münsingen, Bad Urach und Grabenstetten (alle Landkreis Reutlingen).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den früher selbstständigen Gemeinden Böhringen, Donnstetten und Zainingen. Die früheren Gemeinden Donnstetten und Zainingen bilden heute Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.

Zur Ortschaft Böhringen gehören das Dorf Böhringen, der Weiler Strohweiler und das Gehöft Aglishardt. Zur Ortschaft Donnstetten gehören das Dorf Donnstetten und das Haus Römersteinhäuser, ein 1912 errichteter Aussichtsturm auf dem Römerstein. Zur Ortschaft Zainingen gehört nur das gleichnamige Dorf.

In der Gemeinde Römerstein liegen mehrere abgegangene, heute nicht mehr bestehende Orte; im Gebiet der Ortschaft Böhringen das 1487 als zu Fischenhusen und wahrscheinlich in Aglishardt aufgegangene Fischenhausen, das 1454 als zu dem Gaiswyler erwähnte Geisweiler, Gölenbrunnen, Hofen, die beiden 1275 erwähnten Orte Ichenhusen und Horgenloch, der um 1192 als Cazcensteige genannte Ort Katzensteig, das 1454 als zu Oberwiler erwähnte Oberweiler, das 1345 als uf Vohenhusen genannte Vohenhausen sowie das 1204 als Zimberbuch und 1299 als Zymberbuch erwähnte Zimmerbuch, im Gebiet der Ortschaft Donnstetten liegen die beiden Wüstungen Beuren, auf das ein Flurname hindeutet, und Roter Hof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Vermutlich geht die Besiedlung auf die römische Siedlung Clarenna zurück. Die Identifikation des römischen Ortes Clarenna, der durch die Peutingertafel überliefert ist, ist mit den archäologischen Funden in Donnstetten sehr wahrscheinlich, aber nicht absolut gesichert.

Hauptartikel: Kastell Donnstetten

Die Gemeinde Römerstein entstand im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform zum 1. Januar 1975 als Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Böhringen (mit Strohweiler und Aglishardt), Donnstetten und Zainingen. Das gesamte heutige Gemeindegebiet gehörte früher zum Landkreis Münsingen und kam mit dessen Auflösung 1973 an den Landkreis Reutlingen.

Wappen von Böhringen

Böhringen[Bearbeiten]

Böhringen wurde zusammen mit dem Hofgut Aglishardt erstmals 1090 urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte ursprünglich zur Kirchheimer Hundertschaft. Über die Herren von Sperbereck kam Böhringen im 15. Jahrhundert an Württemberg. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort fast vollständig zerstört. Auch im Zweiten Weltkrieg gab es in den letzten Kriegstagen schwere Zerstörungen.

Wappen von Donnstetten

Donnstetten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Donnstetten

Schon 776 wurde Donnstetten in einer Urkunde des Klosters Lorsch als Tunnesstate bezeichnet. 1603 fiel es an Württemberg.

Wappen von Zainingen

Zainingen[Bearbeiten]

Zainingen wurde erstmals 788 als Zeininger marca im Lorscher Codex erwähnt. 1383 fiel der Ort an Württemberg.

Religionen[Bearbeiten]

Die St.-Georgs-Kirche im Stadtteil Donnstetten

Bereits 1192 wurde die St.-Gallus-Kirche in Böhringen erwähnt. Die Kirche in Zainingen wurde erstmals 1275 erwähnt. Donnstetten, das kirchlich zuvor zu Zainingen gehörte, hat seit 1447 den Status einer eigenen Pfarrei. Seit der Einführung der Reformation sind die Orte evangelisch-lutherisch geprägt.

In Römerstein gibt es heute drei evangelische Kirchengemeinden, die evangelische Kirchengemeinde Böhringen mit der St.-Gallus-Kirche, die evangelische Kirchengemeinde Zainingen mit der Martinskirche sowie die evangelische Kirchengemeinde Donnstetten-Westerheim mit der St.-Georgs-Kirche.

Die Mitglieder der evangelisch-methodistischen Kirche versammeln sich in Laichingen, während die Katholiken der Kirchengemeinde St. Josef in Bad Urach zugeordnet sind.

Politik[Bearbeiten]

Sitz der Gemeindeverwaltung ist Böhringen, örtliche Verwaltungsstellen befinden sich in Donnstetten und Zainingen.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Römerstein hat 14 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 lag bei 65,8 % und ergab folgende Sitzverteilung:

Freie Bürgerliste Römerstein 55,7 % 8 Sitze
Unabhängige Bürgerliste Römerstein 44,3 % 6 Sitze

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.

  • 1975–1999: Hans Sigel
  • 1999–2013: Michael Donth
  • 2014-: Matthias Winter

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Über einem doppelreihig von Schwarz und Silber geschachten Schildfuß in Blau ein nach oben fliegender goldener Sperber.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Römerstein liegt an der Schwäbischen Albstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Museen[Bearbeiten]

In Donnstetten besteht ein Heimatmuseum in der Pfarrscheuer.

Vereine[Bearbeiten]

  • Deutsches Rotes Kreuz, Ortsverein Römerstein: Gegründet 1976 als Folge der Gemeindereform aus den drei DRK-Ortsgruppen Böhringen, Donnstetten und Zainingen.
  • Schwäbischer Albverein e.V., Ortsgruppe Zainingen: Gegründet 1949 in Zainingen

Musik[Bearbeiten]

  • Akkordeon- und Handharmonika-Club Römerstein e. V., gegründet 1951 in Donnstetten
  • Gesangverein „Frohsinn“ Böhringen, gegründet 1887
  • Liederkranz Donnstetten, gegründet 1843
  • Musikverein Zainingen e. V., gegründet 1920
  • Musikverein „Harmonie“ Donnstetten, gegründet 1895 als Munderichs-Kapelle

Sport[Bearbeiten]

  • Sportfreunde Donnstetten, gegründet 3. April 1948
  • Sportverein Zainingen, gegründet 14. März 1926
  • TSV Böhringen, gegründet 1919
  • FC Römerstein, gegründet 2005

Bauwerke[Bearbeiten]

Römersteinturm
St. Gallus-Kirche in Böhringen
Die Martinskirche bot Schutz für die Dorfbewohner und reisende Kaufleute
Das Herrenhaus im Hofgut Aglishardt
  • Der 28 Meter hohe Römersteinturm ist 1912 entstanden.
  • Die St. Galluskirche in Böhringen wurde im neugotischen Stil in den Jahren 1885/86 errichtet, der Chor stammt aus dem Jahr 1498.
  • Die Georgskirche in Donnstetten wurde im 15. Jahrhundert erbaut.
  • Das Baujahr der Martinskirche in Zainingen ist nicht genau bekannt. An der Wand hinter der Orgel ist die Jahreszahl 1494 zu sehen. Bemerkenswert ist die aus dem Jahr 1559 stammende mächtige Kirchhofmauer. Diese diente sowohl den Zainingern, als auch den damals durch den Ort reisenden Kaufleuten als Schutz bei Gefahr. Zainingen lag an der ehemaligen Handelsstraße Paris-Prag. An der Südwand befindet sich ein Fresko von Christophorus, dem Schutzpatron der Reisenden, aus dem 15. Jahrhundert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Römerstein liegt verkehrsgünstig an den Bundesstraßen 28 und 465 (Kirchheim unter Teck - Leutkirch im Allgäu), die das Gemeindegebiet durchqueren.

Der öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 222.

Tourismus[Bearbeiten]

Wintersport in Römerstein

Drei Skilifte und sechs miteinander verknüpfte Langlaufloipen von insgesamt über 50 Kilometern Länge machen Römerstein zu einem beliebten Wintersportort auf der Schwäbischen Alb. Römerstein verfügt über eine Bobbahn, und von Zainingen aus gelangt man zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb im ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen. In der Ortsmitte von Zainingen befindet sich eine der letzten original erhaltenen Hülen auf der Schwäbischen Alb. Von der überdachten Aussichtsplattform des Römersteinturms ist eine Sicht in alle vier Himmelsrichtungen über die mittlere Alb möglich.

Bildung[Bearbeiten]

Mit der Hauptschule Römerstein in Böhringen und den Grundschulen in Zainingen und Donnstetten gibt es in Römerstein drei Schulen. Für die jüngsten Einwohner gibt es einen gemeindlichen und zwei evangelische Kindergärten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 86–88

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Römerstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien