Römisch-katholische Kirche in Pakistan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Römisch-katholische Kirche in Pakistan ist Teil der weltweiten römisch-katholischen Kirche unter der geistlichen Führung des Papstes und der Kurie in Rom.

Überblick[Bearbeiten]

Die römisch-katholische Kirche in Pakistan wurde im 16. Jahrhundert begründet.

Staatsreligion in Pakistan ist der Islam. In Pakistan leben circa 1.000.000 Katholiken.[1]

Joseph Cordeiro, Erzbischof von Karatschi, wurde 1973 durch Papst Paul VI. zum ersten Kardinal Pakistans ernannt. Papst Johannes Paul II. besuchte Pakistan am 16. Februar 1981; 2004 empfing er Präsident Pervez Musharraf in einer Privataudienz.[2]

In Yuhannabad, einem Stadtteil von Lahore, wurde das St. Francis Xavier Seminar eingerichtet, ein Institut für philosophische Studien. Es ist der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom angegliedert. 1990 wurde durch die Bischofskonferenz von Pakistan (Catholic Bishop's Conference of Pakistan, PCBC) das Seminar in Punjab gegründet. Die katholische Kirche unterhält die St Patrick's High School in Karatschi.

Apostolischer Nuntius in Pakistan ist seit 2011 Edgar Peña Parra.

Verfolgung[Bearbeiten]

Siehe auch: Christenverfolgung

Das Christentum in Pakistan wird nach dem Tod von Benazir Bhutto zunehmend unterdrückt; es erfolgen immer wieder Massaker an der christlichen Bevölkerung.[3] Grund für die Übergriffe von Islamisten ist das geltende Blasphemie-Gesetzes sowie die hudud-Verordnungen (Hadd-Strafe).[4] Über 70 Häuser und zwei katholische Kirchen wurden zerstört.[5]

Bischof Andrew Francis von Multan im Panjab sagte über Pakistan: „Die Menschen hier gehen miteinander um wie die Bestien. Sie stehen noch nicht einmal am Anfang einer Zivilisation.“[6]

Shahbaz Bhatti, Minister für Minderheiten von 2008 bis zu seinem Attentatstod am 2. März 2011, war erster Katholik, der das Amt des Ministers für Minderheiten in Pakistan bekleidete, und einziger Christ im Kabinett Asif Ali Zardari.[7] Bhatti votierte für eine Reform des seit 1986 bestehenden Blasphemie-Gesetzes. Er engagierte sich für die zum Tode verurteilte Asia Bibi und wurde deshalb von einer Taliban-Gruppe namens „Tehrik Taliban Fidayan Mohammad Punjab“ (Tehrik-i-Taliban Pakistan) ermordet.[8]

Bistümer[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Catholic Church in the Islamic Republic of Pakistan (Source: The Catholic Church in Pakistan. Directory 2002), Pontificia Università Urbaniana, eingesehen am 4. August 2009
  2. „The fact that President Musharraf will meet the Holy Father will boost Muslim Christian relations and help the battle to stop terrorism, chairman of the Catholic Bishops told Fides“, Fides, 28. September 2004
  3. „Christ sein in Pakistan“, dr/kna, 4. August 2009
  4. Kirche in Not: Länderbericht Pakistan, Kirche in Not, eingesehen am 4. August 2009
  5. „Islamisten verbrannten in Punjab Christen bei lebendigem Leib“, kathpress, 3. August 2009
  6. Betsy Udink: Allah & Eva: Der Islam und die Frauen, Beck München 2007, ISBN 3-406-56322-8, Seite 121
  7. Vatikan verurteilt Anschlag auf christlichen Minister. Abgerufen am 2. März 2011 (deutsch).
  8. Shahbaz Bhatti wegen Verteidigung von Asia Bibi ermordet. Abgerufen am 2. März 2011 (deutsch).

Weblinks[Bearbeiten]