Apostolisches Vikariat Nördliches Arabien

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Apostolisches Vikariat Nördliches Arabien
Karte Apostolisches Vikariat Nördliches Arabien
Basisdaten
Staat Bahrain, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien
Apostolischer Vikar Camillo Ballin MCCJ
Emeritierter Apostolischer Vikar Francis George Adeodatus Micallef OCD
Generalvikar Mathews Kunnepurayidom Francis OCD
Pfarreien 3 (2010 / AP2011)
Einwohner 3.000.000 (2010 / AP2011)
Katholiken 300.000 (2010 / AP2011)
Anteil 10 %
Diözesanpriester 6 (2010 / AP2011)
Ordenspriester 11 (2010 / AP2011)
Ständige Diakone 1 (2010 / AP2011)
Katholiken je Priester 17.647
Ordensbrüder 11 (2010 / AP2011)
Ordensschwestern 12 (2010 / AP2011)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Arabisch
Kathedrale Heilige Familie in Kuwait-Stadt
Website www.avona.org

Das Apostolische Vikariat Nördliches Arabien (lat.: Apostolicus Vicariatus Arabiae Settentrionale) ist ein römisch-katholisches Apostolisches Vikariat mit Sitz in Manama in Bahrain (seit 2012), vormals Kuwait, und umfasst die arabischen Staaten Bahrain, Katar, Kuwait und Saudi-Arabien.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorläufer des heutigen Apostolischen Vikariats Nördliches Arabien ist die am 29. Juni 1953 durch Pius XII. aus dem Apostolischen Vikariat Arabien heraus gegründete Apostolische Präfektur Kuwait. Sie umfasste mit 17.900 km² den Staat Kuwait, in dem 1945 eine erste Karmelitenmissionstation und 1948 für bereits 700 Gläubige eine Kirche errichtet wurde. Am 2. Dezember 1954 erfolgte durch Papst Pius XII. die Erhebung zum Apostolischen Vikariat Kuwait (Apostolicus Vicariatus Kuvaitensis). Papst Benedikt XVI. begründete am 31. Mai 2011 durch Umbenennung das heutige Apostolische Vikariat Nördliches Arabien. Gleichzeitig wurden die Gebiete von Bahrain, Katar und Saudi-Arabien dem Apostolischen Vikariat zugeschlagen.

Heute[Bearbeiten]

Der Bischof des Vikariats betreut vor allem internationale Christen, die in den arabischen Erdölstaaten beruflich tätig sind, insbesondere römisch-katholische Arbeitsmigranten aus den Philippinen, Indien und Bangladesch. Ihre Anzahl in Kuwait, Bahrain, Katar und Saudi-Arabien wird auf 1,3 Millionen geschätzt.[1] Hinzu kommen auch alle orientalischen Riten-Kirchen in Arabien, zum Beispiel Maroniten aus dem Libanon oder Syro-Malabaren und Syro-Malankaren aus Indien.

Als leitendem christlichem Seelsorger in ausschließlich muslimisch geprägten Ländern sind Camillo Ballin bezüglich Sozialkritik (z.B. bezüglich der Arbeitsbedingungen der ausländischen Angestellten) unter der Gefahr der Ausweisung weitgehend die Hände gebunden.

Die gegenwärtige Situation der Christen in vielen arabischen Staaten, besonders in Saudi-Arabien, ist schlecht. Dort ist es bis heute verboten, Kirchen zu errichten und nicht-muslimische Gottesdienste abzuhalten (siehe unter: Christenverfolgung). Papst Benedikt XVI. und König Abdullah ibn Abd al-Aziz haben 2007 Verhandlungen zur Eröffnung der ersten katholischen Kirche im Königreich eingeleitet.[2]

Im August 2012 wurde der Sitz von Kuwait nach Bahrain verlegt.[3]

Pfarreien[Bearbeiten]

In Kuwait gibt es vier Pfarreien:

  • die Holy Family Cathedral in Kuwait-Stadt unter der Leitung von Gaspar Fernandes OFMCap (* 1972)
  • die Our Lady of Arabia in Al Ahmadi unter der Leitung von Alfredo Guran Micua OFMCap (* 1950)
  • die St. Thérèse in Salmiya unter der Leitung von Blany Pinto SDB (* 1967)
  • die St. Daniel Comboni in Jleeb Al-Shuyoukh unter der Leitung von Mathai (Mathew) Madathikunnel OFMCap (* 1969)

In Bahrain gibt es zwei Kirchen. Die Herz-Jesu-Kirche in Manama, erbaut 1939, ist die älteste katholische Kirche am Persischen Golf und steht unter der Leitung von Dinesh Mendonca OFMCap (* 1947). Die zweite Kirche steht in Awali und wird mit der Anglikanischen Kirche geteilt. Diese Pfarrkirche ist Unserer Lieben Frau von der Heimsuchung geweiht.

In Katar existiert seit 2008 in Doha ein Kirchenkomplex mit der katholischen Kirche Our Lady of the Rosary unter der Leitung von Pater Selvaraj Arockiam OFMCap.

In Saudi-Arabien gibt es keine Kirchen und Pfarreien.

Apostolische Vikare[Bearbeiten]

Statistik[Bearbeiten]

Jahr Bevölkerung Priester Ständige Diakone Ordensleute Pfarreien
Katholiken Einwohner % Gesamtzahl Diözesan-
priester
Ordens-
priester
Katholiken je Priester männlich weiblich
1966 16.000 475.000 3,4 4 4 4.000 3 12 5
1970 17.200 733.196 2,3 12 6 6 1.433 6 31 4
1980 32.000 1.270.000 2,5 7 3 4 4.571 4 30 3
1988 51.430 1.834.756 2,8 7 2 5 7.347 5 30 5
1999 151.000 2.000.000 7,5 6 1 5 25.166 1 5 12 4
2000 151.000 2.000.000 7,5 7 1 6 21.571 1 6 13 4
2001 153.000 2.000.000 7,7 8 2 6 19.125 1 6 13 4
2002 154.000 2.500.000 6,2 8 2 6 19.250 1 6 13 4
2003 156.000 2.501.000 6,2 9 2 7 17.333 1 7 13 4
2004 158.500 2.650.000 6,0 10 2 8 15.850 1 8 13 4
2010 300.000 3.000.000 10,0 17 6 11 17.647 1 11 12 3

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „In Arabien verlegt der Bischof seinen Amtssitz“, Domradio/kna, 11. August 2012
  2. How Benedict XVI Will Make History
  3. „In Arabien verlegt der Bischof seinen Amtssitz“, Domradio/kna, 11. August 2012

Weblinks[Bearbeiten]