Rötger Feldmann

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Rötger Feldmann bei einer Signierstunde auf der Frankfurter Buchmesse 2006

Rötger Werner Friedrich Wilhelm Feldmann alias Brösel (* 17. März 1950 in Lübeck-Travemünde) ist einer der erfolgreichsten deutschen Comiczeichner.

Leben[Bearbeiten]

Feldmann absolvierte eine Lithografen-Lehre bei der Firma Nordrepro in Flensburg. Nach Beendigung seiner Lehre wurde er zum Grundwehrdienst eingezogen und erkrankte dort an Tuberkulose. 1971 erhielt er eine Stelle als Lithograf bei der Firma Geisel in Flensburg. Wegen seiner Leidenschaft, ständig Cartoons und Comics zu zeichnen – insbesondere auch solche, in denen er seine Vorgesetzten karikierte – wurde das Arbeitsverhältnis jedoch schon 1972 beendet. In den siebziger Jahren zeichnete der arbeitslose Brösel vor allem eine Reihe von Comics um die „Bakuninis“, eine Anarcho-Familie, mit der er die linksradikale Szene der damaligen Zeit karikierte. In der autonomen Szene der achtziger Jahre hatten diese Kultstatus.

Seine ersten Comiczeichnungen um die Figur Werner erschienen 1978 im Satiremagazin Pardon und in einer Kieler Stadtzeitung. Dabei lieferten ihm die ständigen Auseinandersetzungen mit TÜV und Polizei wegen seiner Horex-Umbauten und wohl auch der Kontakt zur Chopper-Gemeinde viel Stoff für neue Geschichten. Die Comics wurden von anderen Stadtzeitungen wie dem Frankfurter Pflasterstrand übernommen und erreichten so eine überregionale Bekanntheit.

Buchausgaben der Comics erschienen ab 1981 beginnend mit dem Band „Werner – Oder was?“.

1990 kam der erste Werner-Film in die Kinos, „Werner – Beinhart!“, mit ca. fünf Millionen Besuchern. Der zweite Werner-Film „Werner – Das muß kesseln!!!“ war 1996 mit 1,1 Mio Zuschauern bereits am ersten Wochenende der erfolgreichste Kinostart bis dato überhaupt. Insgesamt erreichte der Film im deutschsprachigen Raum 5,2 Millionen Zuschauer. 1999 folgte „Werner – Volles Rooäää!!!“ und der vierte Teil, „Werner – Gekotzt wird später!“, erschien 2003. Im Jahre 2011 wurde „Werner – Eiskalt!“ veröffentlicht, der allerdings überwiegend negative Kritiken erhielt.

Rötger Feldmann lebt heute in Sören im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Bruder Andi Feldmann[Bearbeiten]

Sein Bruder Andreas (Andi) Feldmann gehörte lange Jahre zu seinen engsten Mitarbeitern bei der Erstellung der Werner-Comics und Zeichentrickfilme.[1] Er lebt und arbeitet als freischaffender Stahl-Künstler in Ulsnis.[2]

Öffentliche Auftritte und PR[Bearbeiten]

Das im Comic-Band „Werner – Eiskalt“ beschriebene Rennen zwischen einem selbstgebauten Motorrad mit vier Horex-Motoren (Red-Porsche-Killer) und „Holgis“ rotem 1967er Porsche 911T wurde 1988 auf dem Flugplatz Hartenholm im Rahmen eines dreitägigen Festivals real ausgetragen. Brösel verschaltete sich und verlor. Auch die Revanche im September 2004 auf dem Lausitzring ging verloren weil das Getriebe des Red Porsche Killer versagte. Bei diesem Festival trat außerdem Andi Feldmann mit einem von 24 Motorsägen-Motoren betriebenen Motorrad, der Dolmette, gegen einen Abt Audi AS400 mit 450 PS an und unterlag.[3]

Feldmann holte in der 1500-cm³-Klasse bei der TV Total Stock Car Challenge 2007 als Fahrer den Gesamtsieg für das gleichnamige gesponserte Team der Firma „Pit-Stop“. Ebenfalls nahm er mehrmals an der durch Stefan Raab initiierten und auf dem gleichen Sendeformat basierenden Wok-WM teil.

Feldmann entwarf außerdem eine groß angelegte Werbekampagne für die Tankstellenkette Jet mit den aus seinen Werner-Comics bekannten Figuren; diese läuft bis heute (2013). Zudem kreierte er wiederholt für Bundestagswahlen Wahlplakate für die SPD, die vor allem Werner zeigten.[4]

Verlagsgeschichte[Bearbeiten]

Der erste Werner-Band erschien 1981 im eigens dafür gegründeten Verlag Semmel-Verlach.

Mit Jens Nieswand gründete Feldmann 1991 den Achterbahn-Verlag, der bis annähernd zu seiner Insolvenz 2003 auch die Herausgabe der Werner-Comics übernahm. Ende 2002 wurden die WERNER-Comics kurzzeitig vom Heyne-Verlag München herausgegeben. Seit Juli 2003 erscheinen die neuen Comics, beginnend mit dem Comicbuch zum Film „Werner – Gekotzt wird später!“ im Egmont Ehapa Verlag, Stuttgart. Der aktuelle Comic heißt „Freie Bahn mit Marzipan“ und wurde im August 2004 veröffentlicht.

Trivia[Bearbeiten]

Honda CX 500 C, mit veränderter Sitzbank und Lenker

Feldmanns Spitz- und später Künstlername Brösel rührt daher, dass ihm seine frühen Motorräder „buchstäblich unter dem Hintern zerbröselten“[5].

Als "Güllepumpe" (wegen der Wasserkühlung) wurde durch die Comics das Motorrad Honda CX 500 bekannt.

Werke[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Comicbücher[Bearbeiten]

  • Werner – Oder was? (1981)
  • Werner – Alles klar? (1982)
  • Werner – Wer sonst? (1982)
  • Werner – Eiskalt (1985)
  • Werner – Normal ja! (1987)
  • Werner – Besser is das! (1989)
  • Werner – Ohauerha! (1992)
  • Werner - Immä Äägä middi Pullizei! (1993)
  • Werner – Wer bremst hat Angst (1994)
  • Werner – Na also! (1996)
  • Werner – Lehrjahre sind keine Herrenjahre (1996)
  • Werner – Exgummibur! (1998)
  • Werner – Volle Latte (2002)
  • Werner – Freie Bahn mit Marzipan (2004)

Sonderbände (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Werner – Beinhart! (Buch zum Film) (1990)
  • Werner – Das muß kesseln! (Filmmagazin) (1996)
  • WERNER – Volles Rooäää! (Buch zum Film) (1999)
  • WERNER – Gekotzt wird später (Buch zum Film) (2003)
  • WERNER – Eiskalt (Buch zum Film) (2011)

Sonstige[Bearbeiten]

  • Alles über Werner (1986)
  • Das Rennen (1988)
  • Mehr über alles (1997)
  • Die Kulteisen der Wernersens (2000)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Planet-Interview mit Rötger und Andi Feldmann; 7. Juli 2003
  2. Der Riese von Ulsnis ist zu Hause; shz.de vom 6. Oktober 2012
  3. Werner, das Rennen
  4. spd-rehfelde.de: Wahlplakate
  5. Biografie auf werner.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Roetger Feldmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien