Röthenbach (Allgäu)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Röthenbach (Allgäu)
Röthenbach (Allgäu)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Röthenbach (Allgäu) hervorgehoben
47.62269.9732663Koordinaten: 47° 37′ N, 9° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Lindau (Bodensee)
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Argental
Höhe: 663 m ü. NHN
Fläche: 14,96 km²
Einwohner: 1664 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88167
Vorwahl: 08384
Kfz-Kennzeichen: LI
Gemeindeschlüssel: 09 7 76 124
Adresse der Verbandsverwaltung: VG Argental
Mühlenstr. 1
88167 Röthenbach (Allgäu)
Webpräsenz: www.gemeinde-roethenbach-allgaeu.de
Bürgermeister: Stefan Höß (FW)
Lage der Gemeinde Röthenbach (Allgäu) im Landkreis Lindau (Bodensee)
Baden-Württemberg Österreich Schweiz Landkreis Oberallgäu Bodolz Gestratz Grünenbach Heimenkirch Hergatz Hergensweiler Lindau (Bodensee) Lindenberg im Allgäu Maierhöfen Nonnenhorn Oberreute Opfenbach Röthenbach (Allgäu) Scheidegg Sigmarszell Stiefenhofen Wasserburg (Bodensee) Weiler-Simmerberg Weißensberg BodenseeKarte
Über dieses Bild

Röthenbach (Allgäu) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee) und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Argental.

Geografie[Bearbeiten]

Röthenbach (Allgäu) liegt in der Region Allgäu. Die Gemeinde liegt zwischen den Alpen und dem Bodensee. Es existiert nur die Gemarkung Röthenbach (Allgäu).

Geschichte[Bearbeiten]

Bei Röthenbach und Oberhäuser fanden sich Reste von römischen burgi, turmartigen Gebäude, die zur Verstärkung der Grenzbefestigung zwischen den Kastellen im Abstand von etwa 1,5 bis 2 Kilometer, mit einer fast quadratischen Grundfläche von 10 bis 12 Metern Seitenlänge errichtet wurden.[2]

Im Jahre 861 n. Chr. wurde Röthenbach erstmals urkundlich erwähnt.

Der Ort gehörte bei der Gründung des Klosters Mehrerau bei Bregenz 1097 durch Graf Ulrich X. von Bregenz zu dessen Besitz. Nach dem Aussterben der Udalriche, der Klostergründer, wurde Mehrerau das Hauskloster des nachfolgenden Herrschergeschlechts, den Grafen von Montfort. Das Kloster entwickelte sich zum wichtigsten Grundherrn in Röthenbach.

Im 14. und 15. Jahrhundert stand der Ort unter der Herrschaft der Grafen von Montfort.

Am 1. Februar 1771 wurde die vorderösterreichische Postlinie Bregenz-Weiler/Dorenwaid-Kempten eröffnet, die von Weiler über Röthenbach nach Kimpflen führte.

Seit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

1893 wurde die Bahnlinie Röthenbach–Weiler eröffnet und 1901 die Verbindung nach Scheidegg.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1890 1.099
1910 1.322
1954 1.624
1970 1.491
1987 1.007
2000 1.722

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit der Kommunalwahl 2014 Stefan Höß (Freie Wähler).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.386.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 736.000 €.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde Röthenbach 1979 zugeteilt. Es ist geteilt – oben gespalten von Silber und Rot, darauf schräg gekreuzt ein Schlüssel und ein Schwert in verwechselten Farben. Unten in Silber eine dreilatzige golden befranste rote Sturmfahne mit drei goldenen Ringen.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Blick von Oberhäuser nach Röthenbach

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 250 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 72 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 567.

Im verarbeitenden Gewerbe gab es sechs, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 54 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 880 ha.

Verkehr[Bearbeiten]

Röthenbach ist über Staatsstraßen an die Bundesstraßen 12, 32 und 308 (Deutsche Alpenstraße) angebunden, die jeweils wenige Kilometer entfernt am Ort vorbeiführen. Die nächstgelegene Autobahn ist knapp 20 km entfernt (A 96 bei Wangen im Allgäu).

Röthenbach besitzt einen Bahnhof an der Allgäubahn (MünchenLindau), der knapp 2 km westlich außerhalb im Ortsteil Oberhäuser liegt.

Bildung[Bearbeiten]

Im Jahr 1999 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 50 Kindern
  • Volksschulen: Eine mit vier Lehrern und 99 Schülern

Vereine[Bearbeiten]

Das Vereinswesen von Röthenbach umfasst insbesondere auf Musik ausgerichtete Interessensgruppierungen.[4]

  • Kapellenverein St. Christophorus Auers
    Der Kapellenverein St. Christophorus Auers ist einer der jüngsten Vereine Röthenbachs. Mitte der 90er Jahre wurde der Verein von einigen Bewohnern des Röthenbacher Ortsteils Auers gegründet, mit dem Ziel eine eigene Andachtskapelle zu errichten. Im Jahr 1996 begannen die Bauarbeiten, die größtenteils ehrenamtlich durchgeführt werden konnten. Am 20. Juli 1997 konnte die Kapelle schließlich feierlich eingeweiht werden.
    Am ersten Sonntag im Monat wird dort abends Rosenkranz gebetet. Außerdem findet im Sommer ein jährliches Kapellenfest statt.
  • Kontrapunkt
    Der gemischte Chor Kontrapunkt wurde 1992 von Gudrun Schmitt, der damaligen Röthenbacher Organistin ins Leben gerufen. Die zwölf Gründungsmitglieder hatten am 20. April 1992 den ersten Auftritt in der Pfarrkirche St. Martin.
    Im Jahr 2008 hat der Chor 34 Mitglieder, die sich regelmäßig im Pfarrheim Röthenbach treffen.
  • Musikkapelle Röthenbach 1840 e. V.
    Die Musikkapelle Röthenbach wurde zum ersten Mal 1840 schriftlich erwähnt. Als Gründer des Vereins ist der Happareutener Musikant Josef Mader überliefert.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Röthenbach (Allgäu) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Die Römer an Bodensee und Allgäu. S. 13–16, hier S. 14. In: Werner Dobras: Chronologie des Landkreises Lindau. Verlag W. Eppe, 1985. ISBN 3-89089-004-0
  3. Aus der Geschichte der Gemeinde Röthenbach (verfasst von G. Kleber, Volksschullehrer in Röthenbach) (Version vom 24. Oktober 2007 im Internet Archive)
  4. Liste aller Vereine Röthenbachs