Rødby
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| Basisdaten | ||||
|---|---|---|---|---|
| Staat: | Dänemark | |||
| Verwaltungsbezirk: | Sjælland | |||
| Kommune (seit 2007): | Lolland | |||
| Koordinaten: | 54° 41′ N, 11° 23′ O54.69111111111111.389166666667Koordinaten: 54° 41′ N, 11° 23′ O | |||
| Gegründet: | um 1200 | |||
| Einwohner: (2011[1]) | 2.185 | |||
| Fläche[2]: | 120,51 km² | |||
| Bevölkerungsdichte: | 18 Einwohner je km² | |||
| Postleitzahl: | 4970 | |||
Rødby - Blick auf das Ortszentrum |
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Rødby ist ein Ort auf der dänischen Insel Lolland und Teil der Lolland Kommune in der Region Sjælland. Bis 2006 war Rødby Hauptort der Rødby Kommune, die dem Storstrøms Amt angehörte.
Zum Ort gehört der fünf Kilometer südlich gelegene Fährhafen Rødbyhavn („Hafen von Rødby”), der über Eisen- und Autobahn mit Seeland verbunden ist. Der Hafen, der von Fähren aus dem deutschen Puttgarden auf Fehmarn angelaufen wird, ist einer der beiden Fährhäfen im Verlauf der von den Scandlines betriebenen Vogelfluglinie. Mit Beschluss von Februar 2007 soll mittelfristig eine feste Fehmarnbelt-Querung die Fährverbindung ersetzen. Hierzu wurde im September 2008 ein Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark unterzeichnet.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Name
1231 hieß der Ort noch Ruthby. Der Name leitet sich von dem altdänischen Ausdruck ruth für Rodung ab.[3] Die Ortsnamenendung -by deutete auf einen Hof oder eine Ansammlung von Höfen hin.
[Bearbeiten] Geschichte
Das Dorf am später eingedeichten Rødbyfjord wurde erstmals um das Jahr 1200 erwähnt und entwickelte sich im Mittelalter zu einer wichtigen Fährstelle. Im 15. und 16. Jahrhundert wurden von hier in großem Umfang lebendes Vieh in den Süden exportiert und die Rødbyer Bauern erhielten weitreichende Handelsprivilegien. In der Mitte des 17. Jahrhunderts verlor der Viehexport an Bedeutung und die Fahrrinne im Rødbyfjord versandete, so dass auf andere Häfen im Süden Lollands ausgewichen werden musste.[4]
1682 erhielt Rødby die Stadtrechte, verlor im Gegenzug aber das Recht, mit dem Ausland zu handeln. Um das Privileg wieder zu erlangen, wurde 1690 auf Wunsch Rødbyer Bürger der Status als Stadt wieder in einen Flecken umgewandelt. 1699 konnte der Ort sich erneut købstad („Provinzstadt”) nennen, behielt aber die vorteilhaften Handelsprivilegien eines Fleckens.[4]
Bei der Sturmflut von 1872 wurde das südöstlichen Lolland schwer getroffen. Die Katastrophe beschleunigte frühere Pläne, den Rødbyfjord trockenzulegen und einen neuen Hafen anzulegen.[4] 1873 wurde mit dem Bau eines 2,8 bis 4,8 m hohen Deiches entlang der Südküste Lollands begonnen und dabei Entwässerungskanäle und Pumpstationen angelegt. 1930 war der bis zu zwei Meter unter dem Meeresspiegel liegende Fjord endgültig eingedeicht[5] und 1966 abschließend trockengelegt[4], so dass die Gegend für die Landwirtschaft genutzt werden konnte.
Nach drei Jahren Bauzeit wurde 1912 ein neuer Hafen fertiggestellt, der im Süden der Stadt an der Ostsee liegt. Die Eröffnung des Rødbyhavns und dessen Anschluss an das Eisenbahnnetz führten zu einem gewissen Wachstum. In seiner Umgebung entstand ein Stadtteil, der einige Industriebetriebe anzog. Eine ausgeprägte Industriestadt wurde Rødby allerdings nie, stattdessen bestimmten ab 1960 Verwaltung und Service das städtische Erwerbsleben. Ihren größten Aufschwung erlebte Rødby mit der Eröffnung der Fährverbindung nach Puttgarden im Jahr 1963, als in dieser Zeit die Einwohnerzahl innerhalb von fünf Jahren von 4000 auf 5200 im Jahr 1965 anstieg.[4] Im Jahr 1965 wurde auch der Flughafen Lolland-Falster eröffnet, der später mehrfach ausgebaut wurde.[6]
Seit den 1970er Jahren nimmt die Bevölkerung in der Region wieder ab. Auch das 1988 eröffnete Ferienzentrum Lalandia, das 2006 rund 720.000 Übernachtungen zu verzeichnen hatte, konnte den Bevölkerungsschwund nicht aufhalten. Zudem verlor Rødby nach der Kommunalreform im Jahr 2007 seine Rolle als Verwaltungszentrum der Gemeinde, nachdem die Stadt in der neuen Großkommune Lolland aufging. Alle wichtigen Verwaltungseinrichtungen befinden sich nun in der 12 km entfernten Stadt Maribo.[4]
[Bearbeiten] Bauwerke
In der Stadt finden sich Speicher und Kaufmannshöfe, die von der Geschichte als Hafenstadt zeugen. Der Kaufmannshof Willers Gård in der Vestergade 1 stammt von 1729 und beherbergt heute unter anderem die Touristinformation. Eine Säule in der Nørregade zeigt den Wasserstand an, der bei der Sturmflut von 1872 erreicht wurde. Während der Sturmflut bot einzig die Kirche Rødby kirke, die etwa aus dem Jahr 1225 stammt[7], Schutz vor dem Wasser. In dem Hof Ravgården in der Østergade 5 ist ein Bernsteinmuseum untergebracht.[8]
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
- Rødby Byhistorie Stadtgeschichte beim Dansk Center for Byhistorie (dänisch)
- Søfarten i Rødby Seefahrtsgeschichte beim Dansk Center for Byhistorie (dänisch)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistikbanken -> Befolkning og valg -> BEF44: Folketal pr. 1. januar fordelt på byer (dänisch)
- ↑ Danmarks Statistik – Areal fordelt efter område og tid
- ↑ Den Store Danske: Rødby, abgerufen am 10. Oktober 2010 (dänisch)
- ↑ a b c d e f Dansk Center for Byhistorie: Danmarks Købstæder: Rødby, abgerufen am 10. Oktober 2010 (dänisch)
- ↑ Den Store Danske: Rødby Fjord, abgerufen am 10. Oktober 2010 (dänisch)
- ↑ Amatra Tekst: Lolland-Falster Airport, abgerufen am 10. Oktober 2010 (dänisch)
- ↑ Folkekirken: Rødby kirke, abgerufen am 10. Oktober 2010 (dänisch)
- ↑ Søren Olsen: Rødby. In: Danmarks Købstæder. Politikens Forlag A/S, Kopenhagen 2000, ISBN 87-567-6203-8, S. 290 (dänisch).
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