Hochdruckrücken

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Eine schematische Rossby-Welle bildet Rücken und Tröge aus.

Ein Hochdruckrücken oder Hochdruckkeil ist ein Begriff aus der Meteorologie und bezeichnet ein großräumiges Gebiet hohen Luftdrucks, das sich im Zusammenhang mit dem Polarfrontjetstream als polwärts aufgewölbter Wellenberg bildet. Meist ist es mit tropischer Warmluft angefüllt. Im Gegensatz zu Hochdruckgebieten sind Rücken nicht vollständig von Tiefdruck umgeben und vornehmlich in Höhen über 4.000 m (das entspricht der 500 hPa-Isobarenfläche) ausgeprägt.

Über die Rücken wird ein intensiver Energietransport von den höheren zu den niederen Breiten vollzogen. Über der polwärts vorstoßenden Warmluft wölben sich die Isobarenflächen auf und fördern einen mäandrierenden Verlauf (Rossby-Wellen) des Polarfrontjetstreams. Sind die Wellenschwingungen gut ausgebildet, kommt es zu Strömungsdivergenzen und -konvergenzen. Ein Hochdruckkeil bedingt im Wellenberg stets divergente Luftströmung, da der Jetstream dann mit der Gradientkraft gleichgerichtet wirkt. Absinkende Luftmassen und am Boden dann ausströmende Luftbewegung (antizyklonale Bedingungen) sind die Folge. Auf einen Rücken folgt ein Tiefdrucktrog, welcher von Konvergenz gekennzeichnet ist, da der Strahlstrom nun entgegen der Gradientkraft, also als ein leicht stromaufwärtiger Gradientwind, fließt.

Durch das Zusammenspiel von Konvergenzen und Divergenzen an Wellentälern und -bergen des Jetstreams können sich Hochdruckkeile und Tiefdrucktröge bilden und entwickeln. Die langen Wellen sowie die Rücken und Tröge sind auf der Wetterkarte deutlich an dem Verlauf der Isobaren zu erkennen. Rücken und Tröge treten besonders intensiv bei negativem NAO-Index (blockierende bis meridional gerichtete Wetterlagen) auf.

Ein Hochdruckrücken steuert die Verlagerung eines Hochs in Bodennähe. Dabei spielt die Achsenneigung eine große Rolle: Bei einer vertikalen Achsenneigung, bleibt das Hoch stationär. Bei einer mit der Höhe ostwärts geneigten Achse verstärkt sich das Hoch oder es verlagert sich ostwärts. Wenn die Achse westwärts geneigt ist, wird das Hoch abgeschwächt oder nach Westen verschoben.

Bei fortschreitender Labiliserung der Frontalzone und allmählichem Übergang von der Meridionalzirkulation (negativer NAO-Index) zur Zonalzirkulation (positiver NAO-Index) des Jetstreams kann der polwärts vorgestoßene Hochdruckkeil vom Quellgebiet der Warmluft durch den Strahlstrom abgeschnitten werden (Cut-off-Effekt). Dieses nun vollständig von Tiefdruck umgebene Hochdruckgebiet kann nicht mehr direkt mit tropischer Warmluft aufgefüllt werden, doch kann es als Zwischenhoch noch den Orten, über die es, eingekeilt zwischen zwei Tiefdruckgebieten oder Tiefdrucktrögen zieht, freundliches Wetter bringen.

Quellen[Bearbeiten]