Rückfragetaste

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ISDN-Telefon
Analoges Telefon mit R-Taste (über der Taste mit der Ziffer 3)
FeTAp 756 mit Datentaste (links) und Erdtaste (rechts)
W-49-Telefon mit Erdtaste (vorn; weiß), bei diesem Gerät konnte man die Erdtaste zu einer Flackertaste machen

Die Rückfragetaste, häufig auch R-Taste, dient in der Telefonie dazu, an private oder öffentliche Telekommunikationsnetze Kommandos zu signalisieren, die über die Übermittlung der anzurufenden Rufnummer hinausgehen. Das kann z. B. eine Weitervermittlung eines Gesprächs an einen anderen Teilnehmer sein.

Dabei sind unterschiedliche Signalisierungsvarianten zu unterscheiden:

  • Senden einer digitalen Steuernachricht bei ISDN
Im D-Kanal wird die Nachricht „HOLD“ zur Vermittlungseinrichtung (Vermittlungsstelle oder Telefonanlage) gesendet. HOLD bewirkt, dass der andere Gesprächsteilnehmer in den Wartezustand gebracht wird.
Über das Signalisierungsprotokoll wird eine Nachricht gesendet, die den anderen Gesprächsteilnehmer in den Wartezustand bringt. Bei dem häufig verwendeten Signalisierungsprotokoll SIP wird dazu der Befehl "Call Hold" gesendet.
  • Unterbrechung der Leitungsverbindung für 70–90 ms[Anm 1]
Diese Funktion wird häufig bei analogen Telefonanlagen verwendet, die zweiadrige Verkabelung und MFV-Kommandos unterstützen. Damit die Telefonanlage erkennen kann, dass es sich bei den gesendeten MFV-Tönen um Kommandos an die Telefonanlage und nicht etwa um MFV-Kommandos z. B. zur Steuerung einer Dreierkonferenz in der öffentlichen Vermittlungsstelle oder zur Steuerung eines Anrufbeantworters an der Gegenstelle handelt, wird die Leitungsverbindung für 70–90 ms[Anm 1] unterbrochen und die Telefonanlage wechselt in den Kommandomodus. Diese Funktion wird als Flash-Funktion bezeichnet.
  • Unterbrechung der Leitungsverbindung für 170–310 ms[Anm 2]
Mit dieser Funktion signalisieren analoge Telekommunikationsendgeräte der Vermittlungsstelle, dass es sich bei den folgenden MFV-Tönen um Kommandos an die Vermittlungsstelle handelt (z. B. zur Steuerung von Dienstmerkmalen wie Dreierkonferenz und Makeln). Diese Funktion wird als Hook-Flash-Funktion bezeichnet, da sie auch durch ein kurzes Drücken der Gabel erzielt werden kann (engl. Hook = Haken). Bei sehr alten Telefonen mit Taste konnte durch Auftrennung der Brücke 2’-W2 eine sog. Flackertaste realisiert werden. Die Verbindung wurde dabei für die Dauer des Tastendrucks unterbrochen.
  • Verbindung mit einer dritten Leitung, dem Erdleiter
In diesem Fall spricht man auch von Erdtaste. Diese Art der Signalisierung funktioniert ausschließlich in Telekommunikationsnetzen mit mindestens dreiadriger Verkabelung, also zum Beispiel in alten Telefonanlagen. Die dreiadrige Verdrahtung mit der Erdader war notwendig, da die Erdtaste das Potential der a-Ader mit der Erdader verbindet; der Schutzleiter der Steckdose durfte dafür nicht verwendet werden. Diese Funktion war in Telefonanlagen gebräuchlich, die mit dem Impulswahlverfahren arbeiten. Bei Anlagen, die das Mehrfrequenzwahlverfahren verwenden, ist die Verwendung der Erdtaste nicht mehr gebräuchlich. Heutige Telefone verfügen meist nicht mehr über eine solche Funktion.

Siehe auch[Bearbeiten]

Datentaste

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b Der genaue Bereich, in welchem eine Telefonanlage die Leitungsunterbrechung schon oder noch als Flash erkennt, hängt von der jeweiligen Anlage ab.
  2. Die angegebene Dauer der Verbindungsunterbrechung gilt für deutsche Vermittlungsstellen, für Österreich und die Schweiz gelten andere Werte.