Rückkreuzung

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Eine Rückkreuzung ist ein Verfahren aus der Genetik, speziell aus dem Gebiet der Mendelgesetze. Es handelt sich um eine Testkreuzung, durch die man den Genotyp eines Individuums auf Reinerbigkeit überprüfen kann.

Bei der Vererbung dominanter Merkmale kann man bei den einzelnen Individuen nicht immer am Phänotyp (Aussehen) ablesen, welche Genkombination sie geerbt haben. Weil jedes Merkmal bei einfacher Mendelvererbung von zwei Allelen hervorgerufen wird, das rezessive Allel jedoch nicht ausgeprägt wird, kann man insbesondere bei Individuen mit dem dominanten Phänotyp nicht erkennen, ob das Merkmal reinerbig (homozygot) oder mischerbig (heterozygot) vorliegt.

Eine Rückkreuzung ist die Kreuzung der F2- oder F1-Generation mit einem rezessiv-homozygoten Elternteil.

Beispiel: Blütenfarbe der Erbsenpflanzen[Bearbeiten]

Rückkreuzung bei rotblühenden Erbsen

Bei Erbsenpflanzen gibt es in Bezug auf die Blütenfarbe ein Allel für rote (= F) und eines für weiße (= f) Blütenfarbe. Das Allel F für die Bildung des roten Farbstoffs ist dabei dominant über das Allel f, welches das Fehlen des Farbstoffs hervorruft.

Bei einer rotblühenden Erbsenpflanze kann der Genotyp FF (reinerbig, homozygot) oder Ff (mischerbig, heterozygot) vorliegen.

Um dies festzustellen, benötigt man das Verfahren der Rückkreuzung. Hierbei wird das zu untersuchende Individuum mit einem reinerbig-rezessiven Typus dieser Art gekreuzt, in diesem Fall also mit einer weißblühenden Erbsenpflanze.

Falls die rotblühende Pflanze reinerbig war, wird man in der nächsten Generation dann zu 100 % rotblühende Nachkommen vorfinden. Im Fall, dass die rotblühende Pflanze mischerbig war, wird man in der nächsten Generation zu 50 % rotblühende und zu 50 % weißblühende Erbsenpflanzen erhalten.

Die Rückkreuzung bei Individuen aus einem intermediärem Erbgang erübrigt sich, da der Genotyp am Phänotyp abgelesen werden kann.

Quellen[Bearbeiten]