Rückleuchte

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Rückleuchten-Einheit eines Opel Kadett A
Moderne Rückleuchte mit LED-Technik eines Audi A6 Avant
Daimler Double Six mit serienmäßig dunklen Rückleuchten. Die Rückleuchten leuchten nur im eingeschalteten Zustand in den jeweils geforderten Farben. Die separaten Rückstrahler und Nebelschlussleuchten im Stoßfänger müssen aber rot sein.
Rückleuchten in der Heckklappe. Darunter ein zweites Paar welches bei geöffneter Heckklappe leuchtet

Rückleuchten Teil der Fahrzeugbeleuchtung, die an der hinteren Fahrzeuggrenzkontur zu finden und nach hinten gerichtet sind.

Angefangen bei einem Fahrrad-Rücklicht bis hin zu Multifunktionsleuchteneinheiten an PKW, Transportern und LKW sind Rückleuchten sehr vielfältig.

Klassisch zu finden sind Rückleuchten als Leuchteneinheiten, die in aller Regel in einer Kunststoff-Baueinheit mehrere Funktionen vereinen, die durch einzelne Glühlampen realisiert sind, siehe Bild eines Opel-Oldtimers aus den frühen 1960er Jahren.

In früheren Jahrzehnten wurde das Auswechseln defekter Rückleuchten oft mit Abnehmen der Verbundkunststoffscheibe an Rändelschrauben ermöglicht. Seit ca. 1990 werden die Rücklichter zunehmend so gebaut, dass man die Glühlampe ohne Werkzeug vom Fahrzeuginnenraum wechseln kann.

Funktionen bei Kraftfahrzeugen sind:

  • Schlusslicht, (Rücklicht umgangssprachlich) (rot, 5 oder 10 Watt dauerleuchtend zusammen mit den vorderen Begrenzungsleuchten, auch „Standlicht“ genannt),
  • Bremsleuchten (rot, 21 W)
  • Fahrtrichtungsanzeiger, (Blinker umgangssprachlich) (orange, 21 W, bis Ende 1969 auch in rot zulässig, seit den 1990er Jahren oft mit weißem Deckglas und orangefarbener Glühlampe realisiert)
  • Rückfahrscheinwerfer (weiß, 21 oder 16 W)
  • Nebelschlussleuchten (rot, 21 W oder 19 bzw. 24 W mit HP-Glühlampen), 36 W bei manchen Oldtimern,
  • Seitenmarkierungsleuchten (gelb oder rot, 3 oder 5 oder 10 W, zusammen mit dem Schlusslicht)
  • teils Kennzeichenleuchten (weiß, 5 W)

Die Lichtstärken (in Candela) aus verschiedenen Betrachtungswinkeln werden durch den Gesetzgeber festgelegt (z. B. in der ECE- oder SAE-Norm).

Während bereits ab Mitte der 1990er Jahre Leuchtdioden als dritte Bremsleuchte hinter der Heckscheibe Verwendung fanden, dauerte es bis Anfang der 2000er Jahre bis erstmals LEDs in der Rückleuchte mit eingesetzt wurden. Ein Vorteil ist, dass LEDs eine sehr hohe Lebensdauer haben und theoretisch ein Fahrzeugleben überstehen. Ein weiterer Vorteil liegt in der geringeren Energieaufnahme einer LED.

Problematisch ist die Verwendung von LEDs wenn mehrere Funktionen(meist Rück- und Bremslicht) mit demselben Leuchtmittel realisiert werden und dafür eine - in Glühlampenausführung unproblematische - langsame Pulsweitenmodulation benutzt wird, um die geforderten unterschiedlichen Helligkeiten zu erzeugen. Während Glühbirnen durch die Trägheit des Glühfadens eine praktisch kontinuierliche Lichtabgabe haben, leuchten LEDs nur während der Einschaltphase. Das führt bei schnellen Augenbewegungen (Mikrosakkaden) dazu dass die Rücklichter nebeneinander auf der Netzhaut abgebildet und nicht mehr immer als ein Objekt wahrgenommen werden (Perlschnureffekt). Die Wahrnehmung dieses Effekts und die damit verbundene Ablenkung vom Verkehrsgeschehen ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich (ähnlich Regenbogeneffekt).[1] Verstärkt wird dieser Effekt wenn die Rücklichter hohe und ungleichmäßige Leuchtdichten haben.

Rückleuchten sind Zukaufteile. Hersteller solcher Einheiten sind vor allem Unternehmen wie

Die Automobilhersteller erarbeiten zusammen mit den Lieferanten eine funktionsfähige Leuchte, die den Gesetzesanforderungen entspricht und den Designwünschen des Fahrzeugherstellers angepasst ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Hermann Braess, Ulrich Seiffert: Vieweg Handbuch Kraftfahrzeugtechnik, 6. Auflage, Verlag Vieweg + Teubner Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-8348-1011-3
  • Jürgen Kasedorf, Richard Koch: Service-Fibel für die Kfz-Elektrik, 15. Auflage, Vogel Buchverlag, 2007, ISBN 978-3-8343-3098-7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Disco-Blitze auf der Autobahn, stern.de, 18. Juli 2008