Rückseitendelta

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Prerowstrom als Beispiel eines zugesetzten Deltas

Ein Rückseitendelta oder Rückstromdelta[1] (auch rückläufiges Delta oder rückwärtiges Delta genannt) ist ein landwärts ausgerichtetes Delta eines fließenden Gewässers.

Voraussetzung für die Ausbildung eines Rückseitendeltas sind ein Seegatt und ein ausreichend großes Boddengewässer[2], was Sediment aus dem Meer aufnehmen kann, das leichtere Wasser aber durch eine zweite, weniger der Strömung ausgesetzte Öffnung des Boddens abfließen lassen kann. Diese Seegatts entstehen in Meeren ohne Gezeiteneinwirkung meist an schmalen Ausläufern der Ausgleichsküste, die vom Meer irgendwann durchtrennt wurden. Die natürlichen Zuflüsse des Boddens benutzen das Seegatt auch als Abfluss, können aber ihrerseits kein seeseitiges Delta ausbilden, weil die Meeresströmung an einer Ausgleichsküste das verhindert.

Ist das Wasser strömungsreich und sedimentarm, vergrößert es den Durchbruch, ohne ein Delta auszubilden (Hiddensee südlich von Neuendorf 1868, Halbinsel Kieler Ort).

Bekannte Rückseitendeltas sind die des Prerower Stroms und der Swine.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geologie der Meere und Binnengewaesser. Band 3, 1967, S. 190.
  2. Neues Tief bei Pillau als Seegatt
  3. landschaften/prerowstrom/prerowstrom.html