Rückwärtslaufen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Rückwärtslaufen bezeichnet einen Trend im Laufsport, über größere Distanzen rückwärts zu laufen. Mittlerweile werden in Wettbewerben Distanzen von mehreren Kilometern sowie Staffelläufe ausgetragen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Idee des Rückwärtslaufens als Sport gibt es schon lange. Bereits 1826 wurde dieser Kunstlauf zum ersten Mal erwähnt. Als Pionier in Sachen RetroRunning gelten der Franzose Christian Grollé, der sich seit 1978 mit dieser Laufart beschäftigt und Roland Wegner, der seit dem Jahre 2001 die Sportart unter dem Namen "Retrorunning" promotet und ein gleichnamiges Buch (Verlag Spomedis) veröffentlicht hat. 1992 fand in Poviglio/Italien der erste Rückwärtswettkampf in Europa statt. Mittlerweile gibt es Rückwärtsläufe auch in Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien, Neuseeland, Nord- und Südamerika, Indien und Südafrika. Im Jahr 2005 wurde auf Initiative von Pionier Roland Wegner mit Vertretern aus Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz die Vereinigung International-Retro-Runner (IRR) gegründet mit dem Ziel, internationale Meisterschaften durchführen zu können.

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

1. IRR-Weltmeisterschaften am 10. Juni 2006 in der Schweiz (Rotkreuz). Distanzen: 100 Meter, 400 Meter, 3000 Meter und 4x100 Meter

2. IRR-Weltmeisterschaften vom 20. - 21. September 2008 in Italien (Pietrasanta). Distanzen: 100 Meter, 200 Meter, 400 Meter, 800 Meter, 1500 Meter, 3000 Meter, 5000 Meter, 10000 Meter, 4x400 Meter, 4x100 Meter

3. IRR-Weltmeisterschaften vom 7. - 8. Juli 2010 in Österreich (Kapfenberg). Distanzen: 100 Meter, 200 Meter, 400 Meter, 800 Meter, 1500 Meter, 3000 Meter, 5000 Meter, 10000 Meter, 4x400 Meter, 4x100 Meter

4. IRR-Weltmeisterschaften vom 24. August - 25. August 2012 in Spanien [Lleida] Distanzen 100 Meter, 200 Meter, 400 Meter, 800 Meter, 1500 Meter, 3000 Meter, 5000 Meter, 10.000 Meter, 4x100 Meter, 4x400 Meter[1]

Europameisterschaften[Bearbeiten]

1. IRR-Europameisterschaften am 30. Juli 2011 in Fürth (Deutschland)

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Athleten laufen mit den Fersen und dem Rücken voran, während der Blick "nach hinten" zeigt. In der Leichtathletik, aber auch in anderen Sportarten wird Retrorunning als Koordinationsmittel genutzt. Rückwärtslaufen verbessert in kurzer Zeit die Koordination, das Gleichgewichtsgefühl und die Körperhaltung und kann somit zu mehr Selbstbewusstsein beitragen. Für Leistungssportler gilt es als Verletzungsprophylaxe.[2] Als nachteilig sei angeführt, dass die Augen falsch positioniert sind, was eine höhere Konzentration erfordert.

Vorteile[Bearbeiten]

Durch den umgedrehten Bewegungsablauf werden die Muskeln und die Gelenke anders belastet. Dadurch entstehen Vorteile wie zum Beispiel mehr Kalorienverbrauch und Vermeidung von Dysbalancen in der Muskulatur. Die Sinne werden geschärft und man erhält ein besseres Körpergefühl. In der amerikanischen Sportwissenschaft wird es als unkonventionelles Rehawerkzeug nach Operationen an Kreuzbändern oder Achillessehnen angesehen.

Bekannte Rückwärtsläufer[Bearbeiten]

  • Achim Aretz (GER)
  • Thomas Dold (GER)
  • Antje Strothmann (GER)
  • Isabella Wagner (GER)
  • Roland Wegner (GER)
  • Johannes Gosch (AUT)
  • Simone Kühn (AUT)
  • Paula Mairer (AUT)
  • Stefano Morselli (ITA)
  • Kerstin Metzler-Mennenga (LIE)
  • Bud Badyna (USA)
  • Brian Godsey (USA)
  • Arno Schneider (GER)
  • Ralf Klug (GER)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.retrorunning.de/artikel-mainmenu-107/19-retrorunning-news/186-spanien-2012-4-irr-weltmeisterschaft.html
  2. Spiegel Online: Neuer Lauftrend: Mit dem Rücken voran. 17. Juni 2005