Rüdenau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rüdenau
Rüdenau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rüdenau hervorgehoben
49.7111111111119.1805555555556193Koordinaten: 49° 43′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Kleinheubach
Höhe: 193 m ü. NHN
Fläche: 4,01 km²
Einwohner: 765 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 191 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63924
Vorwahl: 09371
Kfz-Kennzeichen: MIL
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 153
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstr. 3
63924 Rüdenau
Webpräsenz: www.ruedenau.de
Bürgermeister: Udo Käsmann (FW)
Lage der Gemeinde Rüdenau im Landkreis Miltenberg
Aschaffenburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Main-Spessart Hohe Wart (Spessart) Gemeindefreies Gebiet Forstwald Gemeindefreies Gebiet Hohe Berg Collenberg Dorfprozelten Altenbuch Wörth am Main Weilbach (Bayern) Sulzbach am Main Stadtprozelten Schneeberg (Unterfranken) Rüdenau Röllbach Obernburg am Main Niedernberg Neunkirchen (Unterfranken) Mönchberg Mömlingen Miltenberg Leidersbach Laudenbach (Unterfranken) Klingenberg am Main Kleinwallstadt Kleinheubach Kirchzell Hausen (bei Aschaffenburg) Großwallstadt Großheubach Faulbach Eschau (Unterfranken) Erlenbach am Main Elsenfeld Eichenbühl Bürgstadt Amorbach Amorbach Hessen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Rüdenau ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kleinheubach.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Rüdenau liegt in der Region Bayerischer Untermain.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Rüdenau hat einen amtlich benannten Ortsteil[2]. Es gibt nur die Gemarkung Rüdenau.

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Rüdenau besteht aus dem Personennamen Wipertus Rude (Wipert Rüd) und dem mittelhochdeutschen Wort ouwe, das Aue bedeutet.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1285 Miles Wipertus Rude de Rudenawe
       (Ritter Wipert Rüd von Rüdenau)
  • 1302 Rudenowe
  • 1389 Rüdenawe
  • 1698 Rüdenaw
  • 1757 Rüdenau

Geschichte[Bearbeiten]

Am 3. Mai des Jahres 1285 schenkte der Ritter Wipert Rüd von Rüdenau Zehnteinkünfte in Gönz und Weckbach dem Kloster Amorbach. Zu diesem Zeitpunkt bestand also bereits das Dorf, das bis 1635 im Besitz der Familie Rüd blieb, die hier das Tal roden und Weinberge anlegen ließ.

Das mainzische Amt wurde im Reichsdeputationshauptschluss 1803 den Fürsten von Leiningen zugesprochen, 1806 durch Baden mediatisiert und 1810 an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt abgetreten. Im Rezeß Hessen/Bayern (Frankfurt 1816) fiel es schließlich an Bayern.

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Miltenberg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Rüdenau lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Rüdenau war nun eine der 31 Gemeinden im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Zahlen bis 1950 sind der Ortschronik entnommen. Die Einwohnerzahl um 1900 ist geschätzt.

Jahr Einwohner
1792 328
1832 432
1900 500
1939 555
1950 646
1970 745
1987 793
2000 868

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Udo Käsmann (FW). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Ludwig Heilmann (FW).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 333.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 27.000 €.

Wappen[Bearbeiten]

Das Rüdenauer Gemeindewappen enthält zum einen einen Jagdrüden mit einem Stachelhalsband. Neben drei Wellenlinien, die die drei Dorfbrunnen repräsentieren, zeigt es auch ein Richtschwert. Dies deutet auf die frühere, eigene Gerichtsbarkeit - sogar ein Galgen existierte - hin.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St. Ottilia Rüdenau
Innenansicht St. Ottilia Rüdenau
  • Kirche St. Ottilia
  • Ottilien-Brunnen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik weder im produzierenden Gewerbe noch im Bereich Handel und Verkehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 320. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 sieben landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 49 ha, davon waren 38 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

  • Kindergarten: Der örtliche Kindergarten mit 47 Plätzen wird von der Caritas getragen. Die Betreuung erfolgt vormittags.
  • Schulen: Die Grund- und Hauptschulversorgung für Rüdenau wird durch die Verbandsschule Kleinheubach mit Außenstellen in Rüdenau und Laudenbach erbracht. Zum Erwerb einer höheren Schulbildung wechseln die Schüler meist auf die Realschule in Miltenberg bzw. die Gymnasien in Miltenberg oder Amorbach.
  • Hochschulen: Hochschulbildung kann in der näheren Umgebung, an den Fachhochschulen in Aschaffenburg oder Darmstadt und den Universitäten in Würzburg oder Heidelberg, erworben werden.

Kurioses[Bearbeiten]

Mit zu den ärmsten Ortschaften zählte in früherer Zeit Rüdenau. Sie hatten wenig Feld und Landwirtschaft. Deshalb waren die wenigen Nutztiere kränklich und ihre Hörner klein. Mitleidig, spöttisch wurden die Bewohner "Klammhörnli" genannt. Die Miltenberger hatten für ihre Nachbarn einen Spottvers: Kauf nie e Kuh von Rüdenau, kauf nie e Sau von Hebbach, heirat' nie e Fraa aus Börschet[4][5][6][7].


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111123/201940&attr=OBJ&val=1705
  3. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 195.
  4. Werner Trost Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer Lkr.Miltenberg 2003
  5. Uz-Atlas - Primasonntag 11.November 2012
  6. Hebbach = Großheubach
  7. Börschet = Bürgstadt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rüdenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien