Rüdershausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rüdershausen
Rüdershausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rüdershausen hervorgehoben
51.58305555555610.266666666667153Koordinaten: 51° 35′ N, 10° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Samtgemeinde: Gieboldehausen
Höhe: 153 m ü. NHN
Fläche: 11,68 km²
Einwohner: 862 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37434
Vorwahl: 05529
Kfz-Kennzeichen: GÖ, DUD, HMÜ
Gemeindeschlüssel: 03 1 52 022
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kur-Mainzer-Platz 1
37434 Rüdershausen
Bürgermeisterin: Annegret Lange (CDU)
Lage der Gemeinde Rüdershausen im Landkreis Göttingen
Staufenberg Hann. Münden Bühren Scheden Rosdorf Friedland Dransfeld Jühnde Niemetal Adelebsen Bovenden Waake Gleichen Landolfshausen Bilshausen Göttingen Seulingen Ebergötzen Bodensee Seeburg Obernfeld Krebeck Wollbrandshausen Rollshausen Wollershausen Duderstadt Gieboldehausen Rhumspringe Rüdershausen Landkreis Göttingen Niedersachsen Hessen Landkreis Northeim Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz ThüringenKarte
Über dieses Bild

Rüdershausen ist eine Gemeinde im Landkreis Göttingen in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Rüdershausen liegt im am Nordostrand des Untereichsfelds an der Rhume, deren Ufersaum hier im Rahmem vom Naturschutzgebiet Rhumeaue / Ellerniederung / Gillersheimer Bachtal unter Schutz steht. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Gieboldehausen an, die ihren Verwaltungssitz in dem Flecken Gieboldehausen hat.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl:

  • 1821: 716
  • 1864: 1024
  • 1895: 957
  • 1919: 902
  • 1973: 1.189
  • 1986: 1.065
  • 1996: 990
  • 2001: 984

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung von Rüderhausen fällt in das 13. Jahrhundert. Damals, in einer Urkunde aus dem Jahr 1230, benennen die Grafen von Everstein einen gewissen Herrn Basilius von Rüderhausen als Zeugen. Im 14. Jahrhundert fiel der Ort, sowie die anderen Dörfer des Amtes Gieboldehausen Kurmainz zu. Dreimal im Jahr wurde damals in Rüderhausen das Hochgericht abgehalten. In einer Aufnahme von 1824, welche als "Gaußsche Landesaufnahme" bezeichnet wird, lässt sich ablesen, dass im Ortsmittelpunkt der Anger lag. Von ihm gingen die wichtigsten Gebäude des Ortes aus, die katholische Kirche St. Andreas mit dem Pfarrhaus, die Schule und das "gemeine Schenkhaus". Knapp hundert Jahre vorher, 1731 wurde im Mittelpunkt des Dorfes ein Bildstock errichtet.

Anhand der Straßennamen lässt sich die Ausdehnung des Dorfes rekonstruieren. Überliefert sind "Die Straße" (heutige Dorfstraße und Hauptstraße), "Schmiedewinkel" (Mühlenstraße), "Fischerwinkel" (Rhumestraße) und "Bafflingswinkel" (Winkel). Der Bau des Försterhauses, in welchem der Kirchenhistoriker und Volkskundler Georg Schreiber geboren wurde, fiel in das Jahr 1815. Nach seinem Tod benannte man die Grundschule, und die Straße seines Geburtshauses, nach ihm. Im Jahr 1905 baute man das Katharinenstift für die Niederlassung der Hildesheimer Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul im Ort. Seit 1977 wird in Rüderhausen eine staatlich anerkannte Greif- und Eulenstation unterhalten.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindewahl 2011[2][3]
Wbt.: 70,95 % (2006: 72,41 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
66,32 %
33,68 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   2
   0
  -2
  -4
-0,75 %p
+1,95 %p
-1,20 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Rüdershausen setzt sich aus 9 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • CDU: 6 Sitze (±0)
  • SPD: 3 Sitze (±0)

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Annegret Lange wurde am 2. November 2006 gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Gold ein schwarzer Rüde.

Dieses Wappen entstammt der Ortssage über den sogenannten „Mahnehund“. Außerdem sollte die Liebe und Verbundenheit zum Hund als wachsamen und treuen Begleiter des Bauern und Handwerkers zum Ausdruck kommen.

In der heutigen Form und Farbgebung führt der Ort das Wappen seit dem 5. Dezember 1950 (Genehmigung durch den niedersächsischen Minister des Inneren).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St.-Andreas-Kirche

Kirche St. Andreas[Bearbeiten]

Die heutige katholische St.-Andreas-Kirche, welche in den Jahren 1867 bis 1869 im neugotischem Stil vom Hildesheimer Architekten Wilhelm Tochtermann realisiert wurde, präsentiert sich als Nachfolger der vor 1800 errichteten Heilig-Kreuz-Kirche. Diese erbaute man im barocken Stil, sie musste aber in den folgenden Jahren aufgrund ihrer Baufälligkeit abgerissen werden, sodass ein Neubau in Frage kam. Die St.-Andreas-Kirche stellt dabei einen Buntsandsteinquaderbau mit Querschiff, einem fünfseitig geschlossenen Chor sowie einem Turm aus dem Jahre 1660 dar. In der dreischiffigen Halle sind Rundpfeiler aufgestellt, auf denen sich Arkaden mit Knospenkapitellen und achteckigen Basen befinden. Durch backsteinverblendete Gurtbögen wird das Kreuzgratgewölbe in vier Joche gegliedert, dabei bestehen die Querarme aus je einem Joch. Auf fünffachen Arkaden ruht die Empore der Kirche. Die seitlichen Chorwände werden von Fresken im nazarenischen Stil geschmückt, während die Chor- und Seitenhausfenster aus den Jahren 1912 und 1919 datieren und von dem im Untereichsfeld vielfach tätigen Glaser Hubert Henning stammen. Auf dem Hauptaltar findet man mit der Evangelistenthematik ein typisches Bild der untereichfeldischen Altäre. Neben diesem Hauptaltar stehen noch zwei Seitenaltäre im Kirchenraum, für die der Duderstädter Bildhauer Wilhelm Oppermann verantwortlich zeichnete. Weitere Bestandteile des Kircheninventars sind unter anderem ein Vortragekreuz aus dem 16. Jahrhundert mit den Maßen 42 mal 40 cm sowie eine Mondsichelmadonna aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Sie ist aus Lindenholz in einer Barockfassung gefertigt und besitzt eine Höhe von 1,40 m. Seit dem 1. November 2014 gehört die Kirche zur Pfarrei „St. Sebastian“ mit Sitz in Rhumspringe.

Tilly-Eiche[Bearbeiten]

Auf dem Hellberg befindet sich eine etwa 300 Jahre alte Eiche, die als «Tilly-Eiche» bekannt ist. Nach örtlicher Überlieferung soll der Baum an den Heerführer der katholischen Liga Graf Tilly erinnern.[4]

Die Klus[Bearbeiten]

Zwischen Rüderhausen und Duderstadt steht eine kleine Kapelle, die allgemein „Die Klus“ genannt wird. Sie beherbergt eine Fatima Madonna und wurde erbaut, nachdem die vorangegangene Klus am Klusweg im Jahre 1885 abgerissen wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Rüdershausen ist über verschiedene Landstraßen mit der Bundesstraße 27, die von Göttingen nach Herzberg am Harz, und der Bundesstraße 247 Northeim nach Duderstadt an das Straßennetz angebunden.

Rüdershausen zeichnete sich im 19. Jahrhundert durch die vielen Wanderarbeiter aus, die vor Ort anzutreffen waren. Im Landkreis Duderstadt besaß dabei kein anderer Ort so viele Wanderarbeiter wie Rüdershausen. Man zählte etwa 19,4 Prozent aller Einwohner dazu, die dieser Erwerbstätigkeit nachgingen. Von mehr als der Hälfte wurde dabei der Beruf des Maurers ausgeübt. Heute existieren in Rüdershausen noch einige wenige Handwerks- und Industriebetriebe. Dazu zählen Hoch- und Tiefbauunternehmen, ein Sägewerk, zwei Malerbetriebe, ein Dachdeckerbetrieb, sowie zwei Fliesenlegerbetriebe.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rüdershausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. http://wahlen.kds.de/2011kw/Daten/152402_000061/index.html
  3. http://wahlen.kds.de/2006kw/Daten/GIE/6_MAIN_E_GEMEINDEWAHL_RUEDERSHAUSEN_2006.html
  4.  Ewald Heerda: Entdeckungen im Eichsfeld. Wissenswertes aus Wald und Flur. Selbstverlag des Autors, Heiligenstadt 1993, S. 32.