Rügen

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Dieser Artikel befasst sich mit der Ostseeinsel Rügen. Zum gleichnamigen ehemaligen Landkreis siehe Landkreis Rügen, zu weiteren Bedeutungen siehe Rügen (Begriffsklärung).
Rügen
Satellitenbild von Rügen
Satellitenbild von Rügen
Gewässer Ostsee
Geographische Lage 54° 25′ N, 13° 22′ O54.41313.359161Koordinaten: 54° 25′ N, 13° 22′ O
Rügen (Mecklenburg-Vorpommern)
Rügen
Länge 52 km
Breite 41 km
Fläche 926 km²
Höchste Erhebung Piekberg
161 m ü. NN
Einwohner 77.000 (2006)
83 Einw./km²
Hauptort Bergen auf Rügen
Karte der Insel
Karte der Insel
Lagunenlandschaft Mönchgut im Südosten Rügens

Rügen ist die größte deutsche Insel. Sie liegt vor der pommerschen Ostseeküste und gehört zu Mecklenburg-Vorpommern.

Das „Tor“ zur Insel Rügen ist die Hansestadt Stralsund. Die Insel, durch Rügendamm und Rügenbrücke über den zwei Kilometer breiten Strelasund mit dem Festland verbunden, hat eine maximale Länge von 52 km (von Süd nach Nord), eine maximale Breite von 41 km im Süden und eine Fläche von 926 km².

Die Küste ist durch zahlreiche Meeresbuchten und Lagunen (Bodden und Wieke) sowie vorspringende Halbinseln und Landzungen stark gegliedert. Im Juni 2011 verlieh die UNESCO dem für seinen gewaltigen Buchenbestand und die Kreidefelsen bekannten Nationalpark Jasmund auf Rügen den Status des Weltnaturerbes.[1]

Die Insel Rügen ist Bestandteil des Landkreises Vorpommern-Rügen mit der Kreisstadt Stralsund. Rügener Städte sind Bergen, Sassnitz, Putbus und Garz. Hinzu kommen die Ostseebäder Binz, Sellin, Göhren, Baabe, Thiessow und Breege. Rügen wird wegen seiner vielfältigen Landschaft, der Bäderarchitektur und der langen, feinsandigen Badestrände von vielen Urlaubern besucht.

Der lateinische und historische Name der Insel Rügen ist Rugia. Das Adjektiv für auf die Insel bezogenes ist rügisch, die Inselbewohner werden Rüganer genannt.

Geologie[Bearbeiten]

Rügen gehörte zusammen mit der dänischen Insel Møn auf der Rügen gegenüberliegenden Seite der Ostsee einst zu einem größeren Plateau aus Kreidekalk, das durch tektonische Bewegungen an die Erdoberfläche gedrückt worden war. Der weitaus größte Teil dieser Landmasse ist durch Erosion und Verwerfungen wieder verschwunden, übrig blieben die beiden Inseln mit ihren charakteristischen Kreidefelsen.

Geografie[Bearbeiten]

Jasmund-Nationalpark mit dem berühmten Kreidefelsen Königsstuhl

Der Nordteil des Greifswalder Boddens, der Rügische Bodden, ist eine große Bucht im Süden Rügens. Der Küste vorgelagert ist hier die Insel Vilm. Am Westende der Bucht erstreckt sich die Halbinsel Zudar mit dem südlichsten Punkt Rügens (Palmer Ort); am Ostende ragt die wiederum stark gegliederte Halbinsel Mönchgut in das Meer. Diese Halbinsel endet im Osten am Kap Nordperd bei Göhren und im Süden am Kap Südperd bei Thiessow. Im Westen der Halbinsel Mönchgut teilt eine fünf Kilometer lange schmale Landzunge, das Reddevitzer Höft die beiden Buchten Having und Hagensche Wiek.

Der Nordosten der Insel Rügen wird von der Halbinsel Jasmund gebildet, die mit der Kerninsel „Muttland“ durch die Nehrung Schmale Heide zwischen Binz-Prora und Sassnitz-Mukran und einen Bahn- und Straßendamm bei Lietzow verbunden ist. Die Schmale Heide trennt die Außenbucht der Prorer Wiek vom Kleinen Jasmunder Bodden. Auf der Halbinsel Jasmund befinden sich mit dem Piekberg (161 m ü. NN) die höchste Erhebung und mit dem Königsstuhl, einem 118 Meter hohen Kreidefelsen der Stubbenkammer, das markanteste Wahrzeichen der Insel Rügen. Eine weitere Nehrung, die Schaabe, verbindet Jasmund mit der Halbinsel Wittow im Norden Rügens. Die Schaabe trennt wiederum die Außenbucht der Tromper Wiek vom Großen Jasmunder Bodden. Die Halbinsel Wittow und die westlich anschließende lange und schmale Halbinsel Bug wird vom Hauptteil Rügens durch den Rassower Strom, den Breetzer Bodden und den Breeger Bodden abgetrennt. Die Halbinsel Wittow schließt nach Norden mit dem Kap Arkona ab. Knapp einen Kilometer nordwestlich befindet sich auf 54° 41' n. Br. der nördlichste Punkt Mecklenburg-Vorpommerns. Vor diesem Kliff (Gellort) liegt der Siebenschneiderstein – der viertgrößte Findling Rügens – am Ufer.

Die Nordwest- und Westseite der Insel Rügen ist ebenfalls stark gegliedert, aber etwas flacher. Ihr vorgelagert sind die Inseln Hiddensee und Ummanz sowie die kleineren Inseln Öhe, Liebitz und Heuwiese. Durch Sandabtragung und Sandanlagerung der Ostsee müssen die Fahrrinnen nördlich und südlich der Insel Hiddensee ständig ausgebaggert werden, anderenfalls würde Hiddensee mit Rügen binnen weniger Jahre „zusammenwachsen“.

Die Mitte Rügens ist nur wenig hügelig, das Gebiet wird vornehmlich von der Landwirtschaft geprägt. Östlich der Stadt Bergen auf Rügen werden 90 m ü. NN erreicht (Rugard mit Aussichtsturm) und im südöstlichen Hügelland der Granitz 107 m ü. NN. Der Boden auf Rügen ist sehr fruchtbar und ergiebig, besonders auf Wittow, der Kornkammer der Insel. Daneben gibt es größere Kohlanbaugebiete. Rügen ist mit vielen Findlingen übersät, von denen die 22 größten zu den gesetzlich geschützten Geotopen zählen (siehe auch: Findlinge um und auf Rügen).

Panoramablick über Rügen vom Jagdschloss Granitz

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte und Germanen[Bearbeiten]

Großsteingrab Nipmerow bei Lohme

Funde in den Bodden weisen auf eine Besiedelung seit der Steinzeit hin. Auf ganz Rügen findet man viele Steindenkmäler, wie Großsteingräber und Opfersteine, die bis in die heutige Zeit erhalten geblieben sind. Für die Zeit um Christi Geburt zählt man die Bewohner Rügens zum ostgermanischen Stamm der Rugier, die in etwa die Region des späteren Vorpommerns besiedelten und der Insel den Namen gaben. In der Zeit der Völkerwanderung zogen viele Rugier südwärts und gründeten ein Reich in Pannonien.

Slawische Ranen[Bearbeiten]

Ab dem 7. Jahrhundert errichteten die westslawischen Ranen (Rujanen) auf Rügen und der umliegenden Küste zwischen Recknitz und Ryck ein Reich, welches die Geschichte sowohl des Ostseeraumes als auch des umgebenden obodritischen (im Westen) und liutizischen (im Süden) Festlandes für die nächsten Jahrhunderte entscheidend mitbestimmte. Die Grundlage der starken militärischen Stellung bildeten die ranische Flotte und die günstige geographische Lage. Dänemark, das zu dieser Zeit zwar in Britannien und Skandinavien sehr erfolgreich war, konnte bis ins 12. Jahrhundert hinein seinen ranischen Konkurrenten im Ostseeraum weder wirksam beikommen noch seine Küste vor ranischen Heerzügen schützen. Im Dreieck Barth-Jasmund-Gristow wurden zahlreiche Burgen und Tempel errichtet. Bedeutung weit über die Grenzen des Ranenreiches hinaus erlangte die dem Gott Svantovit geweihte Tempelburg Arkona, die nach dem Fall Rethras zum Hauptheiligtum aller heidnischen Nordwestslawen wurde. Weltliches Zentrum des Ranenreiches war Charenza (evtl. identisch mit dem heutigen Garzer oder Venzer Burgwall); Haupthandelsplatz war Ralswiek am südlichsten Punkt des Großen Jasmunder Boddens.

Fürstentum unter dänischer Lehenshoheit[Bearbeiten]

Der dänische König Waldemar I. und sein Heerführer und Berater Bischof Absalon von Roskilde zerstörten 1168 den Svantovit-Tempel im Burgwall am Kap Arkona und beendeten damit sowohl die territoriale als auch die religiöse Eigenständigkeit der Ranen. Der Ranenfürst Jaromar I. († 1218) wurde Vasall des dänischen Königs, die Inselbewohner christianisiert. 1184 versuchten die Pommern, welche ihren Herrschaftsbereich zuvor bis in das Land Gützkow und nach Demmin ausgedehnt hatten und somit zu direkten Nachbarn des nun dänischen Fürstentums Rügen geworden waren, im Auftrag ihres Lehnsherren, des römisch-deutschen Kaisers, Rügen für das Reich zu nehmen, wurden aber im Greifswalder Bodden vernichtend geschlagen.

Unter dänischer Herrschaft veränderte das Fürstentum Rügen sein Gesicht. Dänische Klöster wurden gegründet (z. B. Bergen 1193 und Hilda, heute Eldena, 1199). Deutsche Kolonisten wurden in das Land geholt und stellten bald den größten und kulturell prägenden Bevölkerungsteil. Das slawisch-kulturelle Element verschwand, auch mangels eigener slawisch-kirchlicher Strukturen, sodass die Ranen in der Folgezeit im heute deutsch geprägten Volk der Rügener aufgingen. Neben der Aufsiedlung des Landes, dem Kloster- und Kirchenbau, wurden auch Städte neu gegründet. 1234 gründet der Rügenfürst Wizlaw I. die Stadt Stralsund und gewährte 1241 Greifswald das Marktrecht. Die Macht der Städte wuchs schnell und zwang die Rügenfürsten zu Zugeständnissen – so wurde etwa die Barther Fürstenburg geschleift und Schadegast, der fürstliche „Zwilling“ des bürgerlichen Stralsund, zugunsten der Letzteren geräumt.

1304 verwüstete ein als „Allerheiligenflut 1304“ bekanntes Sturmhochwasser die Insel und überspülte die Landzunge zwischen Mönchgut und Ruden.

Invasion von Rügen durch Brandenburg-Preußen bei Neukamp, 1678, von Jan Luiken, Radierung

Rügen als Teil Pommerns[Bearbeiten]

Karte des Eilhardus Lubinus von 1608
Der Landkreis Rügen bestand von 1818 bis zur Kreisgebietsreform 2011 (ehemaliges Wappen)

Nach dem Tod des letzten Slawenfürsten Wizlaw III. 1325 kam das Land infolge der 1321 geschlossenen Erbverbrüderung an Pommern-Wolgast und war von 1368/72 bis 1451 Teil des Besitztums einer abgezweigten Linie (Barth). Verbunden mit gleichzeitigen dänischen Thronstreitigkeiten kam es zu den beiden Rügenschen Erbfolgekriegen. Nach deren Abschluss kam das vormalige Fürstentum 1354 an Pommern-Wolgast und wurde damit Teil des Heiligen Römischen Reichs. Schließlich wurde Pommern-Wolgast 1478 mit Pommern-Stettin vereinigt.

Mit diesem Land kam es dann 1648 durch den Westfälischen Frieden an Schweden (siehe Schwedisch-Pommern). In den Jahren 1678 und 1715 wurde Rügen vom Kurfürsten von Brandenburg Friedrich Wilhelm bzw. von Friedrich Wilhelm I., König in Preußen, jeweils kurzzeitig den Schweden entrissen. So landete und eroberte ein brandenburgisch-dänisches Heer die Insel bei der Invasion Rügens 1678. Nach dem Frieden von Saint-Germain im Jahr 1679 ging die Insel vom dänischen wieder in schwedischen Besitz über. Während des Großen Nordischen Krieges fand 1712 vor der Küste eine dänisch-schwedische Seeschlacht statt, bei der eine schwedische Nachschubflotte vernichtet wurde.

Zur Zeit der Napoleonischen Kriege wurde Rügen von 1807 bis 1813 von den Franzosen besetzt gehalten. Im Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 ging es zunächst von Schweden an Dänemark und fiel dann durch den Wiener Kongress 1815 mit Neuvorpommern an Preußen. Seit 1818 gehörte die Insel zum Regierungsbezirk Stralsund und damit zur preußischen Provinz Pommern.

Mit der Stadtgründung von Putbus entstand bereits 1810 das erste Seebad in Pommern und auf Rügen nach dem Vorbild der Gründung von Heiligendamm in Mecklenburg 1793. Im späteren 19. Jahrhundert wurden weitere Badeorte etabliert, vor allem an der Ostküste – unter anderem Binz, Baabe, Göhren, Sassnitz und Sellin.

DDR[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Rügen zum Land Mecklenburg und zur DDR. Nach 1952 wurde die Insel Teil des Bezirkes Rostock.

Die Insel war Fokus der berüchtigten Aktion Rose der DDR-Regierung zur Verstaatlichung von Hotels, Taxi- und Dienstleistungsunternehmen am 10. Februar 1953. Anlass soll ein Besuch von Walter Ulbricht auf der Insel Rügen gewesen sein, bei welchem er sich über die vielen noch existierenden privaten Hotels und Pensionen geärgert hatte. Viele der Hotelinhaber wurden unter dem Vorwand der Wirtschaftskriminalität oder Agententätigkeit für den Westen in Schnellverfahren verurteilt, daraufhin enteignet und ins Zuchthaus gesteckt. Viele der Besitzer und Kleinunternehmer wurden anschließend im Zuchthaus Bützow-Dreibergen inhaftiert. Die enteigneten Hotels und Pensionen sollten offiziell dem FDGB überschrieben werden. Tatsächlich wurden zunächst Unterkünfte für die Kasernierte Volkspolizei (KVP) geschaffen. Durch die Enteignung der Hotelbetriebe brach der Fremdenverkehr auf Rügen 1953 vorübergehend fast völlig zusammen.

In den folgenden beinahe vier Jahrzehnten war die Insel eines der wichtigsten Urlaubsgebiete der DDR. Bei den Unterkünften für die Touristen gewann der FDGB tatsächlich eine beherrschende Stellung. 1963 stellten der FDGB Feriendienst 7519 Plätze, das Deutsche Reisebüro 2906 Plätze und Betriebe und Organisationen 5025 Plätze zur Verfügung. Hinzu kamen 12.245 Plätze in Kinderferienlagern und weitere 20.800 Plätze für Campingurlauber. Die Zeltplätze befanden sich überwiegend in Strandnähe.[2] Neue Übernachtungskapazitäten wurden in größerem Umfang aber erst in den 1970er und 1980er Jahren geschaffen.

Vereinigtes Deutschland[Bearbeiten]

Rügen wurde im Jahr 1990 Bestandteil des Landes Mecklenburg-Vorpommern und bildete zusammen mit den Nachbarinseln Hiddensee und Ummanz den Landkreis Rügen. Seit der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 gehört Rügen zum Landkreis Vorpommern-Rügen.

Tourismus[Bearbeiten]

Luftbild von Binz, Zentrum des Rügentourismus
Putbus mit seiner beispielhaften Stadtanlage des Klassizismus, ab 1810 durch Fürst Wilhelm Malte I. beauftragt

Rügen ist eine der touristischen Hochburgen Deutschlands. Die Insel verzeichnet etwa ein Viertel aller Übernachtungen in Mecklenburg-Vorpommern.

Die meisten Gäste besuchen Rügen zwischen April und Oktober; die Hauptsaison liegt zwischen Juni und August, jedoch wird auch die ruhige Atmosphäre des Winters geschätzt. Die wichtigsten Ferienorte für den Bade- und Kurtourismus sind Binz, Sellin und Göhren sowie Sassnitz als staatlich anerkannter Erholungsort. Rügens einzigartige Natur- und Kulturlandschaft zieht Touristen an, die die Insel mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Segelboot erkunden. Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten wie Kap Arkona, den Kreidefelsen, Seebad Prora, Jagdschloss Granitz oder den klassizistischen Bauwerken von Putbus erfreuen sich seit einigen Jahren die Störtebeker-Festspiele von Ralswiek großer Beliebtheit.

Auf der Halbinsel Jasmund befindet sich der Nationalpark Jasmund, der den Buchenwald der Stubnitz samt den berühmten Rügener Kreidefelsen umfasst. Direkt am Königsstuhl befindet sich das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl, das in einer Ausstellung mit Multivisionskino Informationen über den Nationalpark bietet.

Die Kreide ist ein wichtiges Tourismus- und Exportgut für Rügen. Im Wellness-Bereich gehen etwa 70 % der Arrangements auf Angebote mit Kreide zurück. Außerdem findet Kreide in zahlreichen exportierten Wellness-Produkten Anwendung. Wegen der großen wirtschaftlichen Bedeutung wird sie als das Weiße Gold von Rügen bezeichnet.[3]

Teile der Küsten im Westen Rügens sowie die anliegenden Bodden gehören zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, dessen Schwerpunkt die Halbinseln Darß und Zingst sowie die Insel Hiddensee bilden.

Auf Rügen beginnt die 2500 Kilometer lange Deutsche Alleenstraße.

Der Nationalpark Jasmund mit seiner Kreideküste

Verkehr[Bearbeiten]

Bahn[Bearbeiten]

Der berühmte Rasende Roland neben einem modernen OLA-Zug im Bahnhof Putbus

Das Eisenbahnstreckennetz besteht aus den elektrifizierten Normalspurstrecken der Deutschen Bahn AG Stralsund–(Rügendamm)–Bergen–Sassnitz (Kursbuchstrecke KBS 195), Lietzow–Binz (KBS 197), der mit Dieselwagen befahrenen Strecke Bergen–Putbus–Lauterbach der PRESS (KBS 198) sowie den Schmalspurstrecken (750 mm) der Rügenschen Bäderbahn (Rasender Roland): Lauterbach Mole–Putbus–Binz–Sellin–Göhren (KBS 199).

Neben Regionalzügen gibt es von Binz über Bergen und Stralsund auch InterCity-Verbindungen nach Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, Stuttgart und ins Ruhrgebiet. Die (teilweise saisonell verkehrenden) täglichen Nachtzugverbindungen nach München, Basel und ins Ruhrgebiet wurden mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 trotz massiver Proteste der ansässigen Hotellerie eingestellt. Seit 2010 verkehrt jedoch an Sommersamstagen wieder ein CityNightLine nach Zürich.

Bus[Bearbeiten]

Der Busverkehr auf Rügen wird von der Rügener Personennahverkehrs GmbH betrieben. Seit 1996 wurde er kontinuierlich ausgebaut, es wurde ein integraler Taktfahrplan für ihn entwickelt. Alle wichtigen Städte und Gemeinden der Insel sind inzwischen mindestens zweistündlich untereinander verbunden, in der Hauptsaison teilweise wesentlich häufiger. Während des ganzen Jahres verkehren die Busse inzwischen mindestens stündlich auf den Strecken Königsstuhl–Sassnitz–Binz–Göhren–Klein Zicker, Sassnitz–Binz–Bergen, Schaprode–Bergen–Klein Zicker, Bergen/Sassnitz–AltenkirchenWiekDranske und Altenkirchen–Putgarten bei Kap Arkona. Darüber hinaus ist der Busverkehr insbesondere in Bergen, aber auch an anderen Stationen, gut mit dem Bahnverkehr verknüpft.

Autoverkehr[Bearbeiten]

Typische Alleenstraße auf Rügen

Der Individualverkehr vom Festland auf die Insel Rügen wurde bis Oktober 2007 hauptsächlich über den zweispurigen Rügendamm abgewickelt, der zwischen Stralsund und Altefähr über den Strelasund führt.

Für eine zweite Strelasundquerung, die Rügenbrücke, wurde am 31. August 2004 der Grundstein gelegt. Diese parallel zum Rügendamm verlaufende Brücke hat eine Länge von rund 4,1 Kilometer und eine Durchfahrtshöhe für die Schifffahrt von 42 m und wurde am 20. Oktober 2007 eröffnet. Um die Stadt Stralsund zu entlasten, wurde in den letzten Jahren eine Umgehungsstraße aus südwestlicher Richtung gebaut. Die Bundesstraße 96 zwischen Stralsund und Greifswald ist außerdem über einen Zubringer mit der Bundesautobahn 20 verbunden. Die B 96 führt von Stralsund über Bergen bis nach Sassnitz. Hier wird seit 2012 eine neue Streckenführung mit Ortsumgehungen umgesetzt (B 96N), der erste Abschnitt AltefährSamtens wird bis Anfang 2014 fertig gestellt.

Autofrei hingegen sind zum Schutz der Landschaft die wichtigen Attraktionen Kap Arkona, der Königsstuhl und das Gebiet um das Jagdschloss Granitz, aber auch die vor Rügens Westküste gelegene Insel Hiddensee. Alle diese Ziele können mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrzeugen ohne Verbrennungsmotor erreicht werden.

Fahrrad[Bearbeiten]

Rügen besitzt ein ausgeschildertes Radwegenetz. Der Ausbauzustand und die Beschilderung dieses Radwegenetzes sind in seinen einzelnen Abschnitten sehr unterschiedlich. Er reicht von sehr gut im Bereich der Ostseebäder bis mangelhaft im Bereich zwischen Garz und Zudar. Es gibt einen Fahrradrundweg um die ganze Insel. Während der Saison besteht auf einigen Strecken die Möglichkeit, Fahrräder in den Bussen mitzunehmen. In den Eisenbahnen ist dies grundsätzlich möglich.

Schiff[Bearbeiten]

Das FS „Sassnitz“ der Reederei Scandlines im Fährhafen Sassnitz

Zwischen der Halbinsel Zudar auf Rügen und Stahlbrode auf dem Festland auf halbem Wege zwischen Stralsund und Greifswald verkehren zwei Autofähren der Weißen Flotte im halbstündlichen Wechsel.

Von Rügens Kernland („Muttland“) nach Wittow verkehrt die Wittower Fähre, eine Autofähre der Weißen Flotte.

Vom Fährhafen Sassnitz in Mukran gehen Fährverbindungen auf die dänische Insel Bornholm, ins schwedische Trelleborg, ins Baltikum nach Klaipėda, nach Baltijsk und nach Sankt Petersburg ab.

Die ebenfalls zum Landkreis Vorpommern-Rügen gehörende Insel Hiddensee ist vom Fährhafen Schaprode aus im Linienverkehr mit Rügen verbunden, der zunehmend in den integralen Taktfahrplan auf der Insel Rügen eingebunden wird. Des Weiteren verkehren Schiffe im Linienverkehr von Stralsund sowie von Wiek und Breege aus nach Hiddensee. Im Ausflugsverkehr gibt es Schiffsverbindungen von Lauterbach nach Gager sowie zwischen Sassnitz, Binz, Sellin und Göhren, hinzu kommen Rundfahrten vor allem von Sassnitz aber auch von Lohme zum Königsstuhl. Ausflugsdampfer verkehren auch zwischen den Seebädern und Peenemünde auf Usedom; dort besteht Anschluss an die Usedomer Bäderbahn (UBB).

Luftverkehr[Bearbeiten]

Landebahn am Flugplatz Rügen bei Bergen

Der Flugplatz Rügen liegt etwa acht Kilometer von Bergen entfernt. Nach der Wende wurden auf dem ehemaligen Agrarflugplatz erstmals Rundflüge über die Insel angeboten. Im Mai 1993 wurde die erste Start- und Landebahn mit Asphaltdecke eingeweiht. Seitdem werden auch Charter-Flüge nach Berlin, Hamburg und in andere europäische Städte angeboten.

Am Ostseeflughafen Stralsund-Barth werden ebenfalls Flüge in die Region Vorpommern angeboten. Für internationale Verbindungen steht der größere Flughafen Rostock-Laage zur Verfügung.

Kultur[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

In Putbus hat das Theater Vorpommern eine Spielstätte im Stadttheater. Während der Sommermonate finden in Ralswiek die Störtebeker-Festspiele statt, Deutschlands erfolgreichste Freilichttheaterreihe. Weiterhin gibt es das Nationalpark-Theater, eine Freilichtbühne am Königsstuhl. Zudem dienen die Konzertmuscheln in den Seebädern, verschiedenste Schlösser, Scheunen, Katen, Kirchen und andere Orte saisonal als Theater- und Konzertstätten.

Rügen in der Literatur[Bearbeiten]

Im September 1884 reiste Theodor Fontane nach Rügen. Seine Eindrücke fanden Eingang in den Roman Effi Briest, in dem Fontane Natur, Ortsnamen und Sehenswürdigkeiten literarisch verarbeitet.[4] Major von Crampas, der mit Effi Briest die für sie so folgenschwere Liebschaft beginnt, trägt den Namen des ehemaligen Bauern- und Fischerdörfchens Crampas, das zusammen mit dem Fischerdorf Saßnitz 1906 zur Gemeinde Saßnitz zusammengeführt wurde. Ebenso fand der Herthasee Eingang in den Roman.

Weitere literarische Besucher und Beschreiber der Insel waren Wilhelm von Humboldt, Gerhart Hauptmann, Thomas Mann, Albert Einstein, Sigmund Freud, Joachim Ringelnatz, Hans Fallada, Günter Grass, F. C. Delius, Christoph Hein, Elizabeth von Arnim, Christopher Isherwood und Philipp Galen.[5]

Rügen in Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Rügen ist regelmäßig Gegenstand von Film- und Fernsehproduktionen. Die von 1993 bis 1997 ausgestrahlte Fernsehserie Ein Bayer auf Rügen sorgte vor allem im Westteil der 1990 wiedervereinigten Bundesrepublik für eine stetig steigende Popularität der Insel. Ebenso spielt die 2001 bis 2009 produzierte Serie Hallo Robbie! mit der Seelöwin Robbie auf Rügen, Drehorte waren u.a. Binz, Sassnitz, Gut Boldevitz und Südrügen. Auch die aufwändige Filmproduktion Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen von 2008 spielt auf der Insel, so sind die Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund zentraler Bestandteil der Handlung.

Rügen war Schauplatz diverser weiterer Produktionen, u.a. Insel des Lichts, Die Stille nach dem Schuss, Hiev up, Tambari, Niemand ist eine Insel und Die Gustloff.[6][7][8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bedeutende Rüganer:

Personen mit Bezug zur Insel:

Literatur[Bearbeiten]

  • Bengt Büttner: Die Pfarreien der Insel Rügen. Von der Christianisierung bis zur Reformation. Böhlau, Köln u.a. 2007, ISBN 978-3-412-00706-5.
  • Insel im pommrischen Meer. Beiträge zur Geschichte Rügens, Irmfried Garbe, Nils Jörn (Hg.). Hrsg. im Auftrag der Gesellschaft für Pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e.V., Sardellus-Verlagsgesellschaft, Greifswald 2011, 978-3-9813402-1-1
  • Insula Rugia e. V.: Rügen-Jahrbuch
  • Johannes Janssonius: Insel Rügen – 1647, Historische Landkarte: Rugia Insula Ac Ducatus accuratissime descripta ab E. Lubino. Ioannis Ianßonius Excudit, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1647/2003, ISBN 3-932554-90-6
  • Hanswilhelm Haefs: Ortsnamen und Ortsgeschichten auf Rügen mitsamt Hiddensee und Mönchgut. Norderstedt 2005, ISBN 3-8330-0845-8
  • Fritz Petrick (Hg.): Rügens Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart in fünf Teilen, rügendruck, Putbus 2008-10.
  • Bernward Wember: Große Steine auf Rügen: Steinmythos und Megalithkultur. Eine Schatzkammer der Steinzeit. Reprint-Verlag, Rügen 2007, ISBN 978-3-939915-00-3
  • Heike Reimann, Fred Ruchhöft und Cornelia Willich: Rügen im Mittelalter. Eine interdisziplinäre Studie zur mittelalterlichen Besiedlung auf Rügen. Steiner, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-515-09441-2.
  • Martin Holz: Evakuierte, Flüchtlinge und Vertriebene auf der Insel Rügen. Böhlau, Köln 2003, ISBN 3-412-14102-X (eingeschränkte Vorschau).
  • Martin Wehrmann: Geschichte der Insel Rügen, 2. Auflage, Verlag Dr. Karl Moninger, Greifswald 1923.
  • Ludwig Albrecht Gebhardi: Geschichte des Reichs Rügen. In: Geschichte der Wendisch-Slavischen Staaten. Band 2, Halle 1793, S. 1-36 (Online, Google).
  • Sabine Bock und Thomas Helms: Herrenhäuser und Schlösser auf Rügen, Edition Temmen, 3. Auflage 2011

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nationalpark Jasmund
  2. Dr. Rudolf Petzold, 1964, Die Bäderküste Rügens, Veb Brockhaus Verlag, Leipzig, S. 5
  3. Netzeitung: Was das „Weiße Gold von Rügen“ alles kann. 19. August 2006
  4. Zeit Online: Das ist ja Capri! Rügen in der Literatur
  5. Jürgen Grambow und Wolfgang Müns: Unmerklich tanzt die Zeit. Rügen – Deutschlands äußerster Norden, Reich Rostock 1998, ISBN 3-86167-093-3
  6. Medienhaus Rügen - Filme auf Rügen
  7. filme-schauspieler.de - Rügen (Deutschland) - Drehort von Filmen und Serien
  8. Rügener Filmarchiv

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rügen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Rügen – Reiseführer
 Wiktionary: Rügen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen