Rüssingen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Rüssingen ist auch der deutsche Name der französischen Gemeinde Russange im Département Moselle.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Rüssingen
Rüssingen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Rüssingen hervorgehoben
49.6155555555568.0880555555556223Koordinaten: 49° 37′ N, 8° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Göllheim
Höhe: 223 m ü. NHN
Fläche: 4,84 km²
Einwohner: 491 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67308
Vorwahl: 06355
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 064
Adresse der Verbandsverwaltung: Freiherr-vom-Stein-Straße 1 - 3
67307 Göllheim
Webpräsenz: www.ruessingen.de
Ortsbürgermeister: Steffen Antweiler (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Rüssingen im Donnersbergkreis
Obermoschel Niedermoschel Unkenbach Finkenbach-Gersweiler Waldgrehweiler Schiersfeld Sitters Alsenz Oberndorf (Pfalz) Mannweiler-Cölln Winterborn (Pfalz) Kalkofen (Pfalz) Niederhausen an der Appel Münsterappel Oberhausen an der Appel Gaugrehweiler Seelen Rathskirchen Teschenmoschel Bisterschied Ransweiler Stahlberg Bayerfeld-Steckweiler Sankt Alban (Pfalz) Gerbach Würzweiler Ruppertsecken Dielkirchen Katzenbach (Donnersbergkreis) Schönborn (Pfalz) Dörrmoschel Reichsthal Gundersweiler Gehrweiler Imsweiler Rockenhausen Höringen Schweisweiler Falkenstein (Pfalz) Winnweiler Lohnsfeld Wartenberg-Rohrbach Münchweiler an der Alsenz Gonbach Sippersfeld Breunigweiler Imsbach Börrstadt Steinbach am Donnersberg Ramsen (Pfalz) Kerzenheim Eisenberg (Pfalz) Göllheim Dreisen Standenbühl Lautersheim Biedesheim Ottersheim Bubenheim (Pfalz) Zellertal Einselthum Immesheim Albisheim (Pfrimm) Rüssingen Weitersweiler Marnheim Bennhausen Jakobsweiler Dannenfels Bolanden Kirchheimbolanden Mörsfeld Kriegsfeld Oberwiesen Orbis Morschheim Ilbesheim (Donnersbergkreis) Bischheim (Donnersberg) Rittersheim Stetten (Pfalz) Gauersheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Alzey-Worms Landkreis Kusel Landkreis Kaiserslautern Landkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild

Rüssingen ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Göllheim an.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt nördlich des Naturparks Pfälzerwald, zwischen Kaiserslautern und Worms. Durchflossen wird sie vom Wiesenbach, einem linksseitigen Zufluss des Ammelbachs. Göllheim befindet sich im Südwesten, Ottersheim im Nordosten und südöstlich liegt Biedesheim. 80,5 % der Gemarkungsfläche Rüssingens werden landwirtschaftlich genutzt.

Zu Rüssingen gehört auch der Wohnplatz Lindenhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Rüssingen ist ein altes Siedlungsland. In der Rüssinger Gemarkung aufgedeckte archäologische Funde belegen Siedlungen aus der Jungsteinzeit, aus der älteren Frühbronzezeit und aus der älteren Eisenzeit. Der bekannteste der vor- und frühgeschichtlichen Funde ist das „Rüssinger Pflugschar“ aus Kalkstein.

Rüssingen ist 773 erstmals im Lorscher Codex eingetragen. Für das Ende des 8. Jahrhunderts sind dort mehrere Grundstücksschenkungen an das Kloster Lorsch verzeichnet. Die Bedeutung des Ortsnamens ist nicht sicher zu klären, alternativ wird er als „Platz an dem es viele Rosse gab“ oder „Platz bei den Leuten des Hrusso“ gedeutet.

In späterer Zeit scheint das Dorf in Reichsbesitz gekommen und um 1190 als Reichslehen von den Grafen von Leiningen an Werner II. von Bolanden verlehnt worden zu sein. Rüssingen gelangte dadurch zu den sponheim-dannenfelsischen Besitzungen und fiel 1393 an Philipp I. von Nassau-Saarbrücken. Bis 1574 stand es unter nassau-saarbrückischer Herrschaft, von 1574 bis zum Besetzung des Linken Rheinufers durch französischen Revolutionstruppen unter der Hoheit von Nassau-Weilburg. Unter französischer Herrschaft wurde Rüssingen dem Kanton Göllheim zugeteilt und der Mairie Göllheim direkt unterstellt.

Urkundlich nachweisbar war von 1135 bis 1424 ein Niederadelsgeschlecht, die Herren von Rüssingen, im Ort ansässig, die als Lehnsleute in Diensten der Herren von Bolanden standen.

Die geschlossene Außenfront des Dorfes lässt vermuten, dass Rüssingen im Mittelalter befestigt war, was allerdings nicht urkundlich zu belegen ist.[3] Kunsthistorisch keinesfalls unbedeutend ist ein Taufbecken aus der Spätgotik. Dieses fand nach wechselvoller Geschichte im Kapitelsaal der Kartäuser Kirche in Nürnberg seinen neuen Platz.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Rüssingen besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD GRÜNE FWG Gesamt
2009 3 2 3 8 Sitze
2004 3 1 4 8 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau ein silbernes springendes lediges Pferd, goldbewehrt, -bemähnt und -beschweift.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Über die A 63 (Mainz - Kaiserslautern) im Westen besteht Anschluss an den Fernverkehr.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rüssingen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 89 (PDF; 2,3 MB)
  3. M. Hoffmann: Die Verbandsgemeinde Göllheim - Ein kulturhistorischer Reiseführer, Göllheim 1997
  4. Der Rüssinger Taufstein bei www.heimat-pfalz.de
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen