Rūta Meilutytė

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Rūta Meilutytė Schwimmen
Rūta Meilutytė portrait.jpg

Rūta Meilutytė bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London

Persönliche Informationen
Name: Rūta Meilutytė
Nationalität: LitauenLitauen Litauen
Schwimmstil(e): Freistil, Brust
Verein: Plymouth Leander
Geburtstag: 19. März 1997
Geburtsort: Kaunas
Größe: 1,72 m
Gewicht: 64 kg
Meilutytė mit anderen litauischen Schwimmern während der Olympischen Sommerspiele 2012 in London.

Rūta Meilutytė (* 19. März 1997 in Kaunas) ist eine litauische Schwimmerin und Gewinnerin der Goldmedaille über 100 Meter Brustschwimmen bei den Olympischen Spielen 2012 in London. Mit 1:04,35 min hält sie auch den Weltrekord über diese Distanz sowie darüber hinaus auch jenen über 50 Meter Brust.

Werdegang[Bearbeiten]

Privatleben[Bearbeiten]

Rūta Meilutytės Mutter starb im Alter von 34 Jahren 2001 bei einem Autounfall. Meilutytė wuchs mit zwei älteren Brüdern Margiris und Mindaugas unter Aufsicht ihrer Großmutter und ihres Vaters Saulius Meilutis auf. Meilutytė lernte an der Milikoniai-Mittelschule in Šilainiai. Sie spielte vier Jahre Basketball, beendete das Training aber nach einem Beinbruch.[1] 2008 zog ihr Vater nach England, um dort mit Behinderten zu arbeiten; 2010 folgte ihm seine Tochter.[2]

Sportliche Karriere[Bearbeiten]

Mit Schwimmen begann Rūta, als sie sechs Jahre alt war. Neun Jahre lang trainierte sie in einem veralteten und für internationale Wettkämpfe nicht geeigneten Schwimmbad aus sowjetischer Zeit in Šilainiai. Ihr erster Trainer in Litauen war Giedrius Martinionis.[3]

Meilutytė trainiert gegenwärtig mit einem Sportstipendium im Rahmen des Leander Swimming Programme am Plymouth College im englischen Plymouth.

2011 sicherte sich Meilutytė beim European Youth Olympic Festival in der nordosttürkischen Stadt Trabzon einen kompletten Medaillensatz und siegte dabei über die 100 Meter Brust. Sie qualifizierte sich anschließend für die Olympischen Sommerspiele 2012 in London, ohne jemals zuvor an Welt- oder Europameisterschaften teilgenommen zu haben. Im Halbfinale verbesserte sie ihre Bestzeit auf einen neuen Europarekord und zog überlegen ins Finale ein. In diesem startete sie auf Grund ihrer Vorleistungen als Mitfavoritin und konnte vor Rebecca Soni, der amtierenden Weltmeisterin über diese Strecke, gewinnen. Meilutytė ist der erste Schwimm-Olympiasieger des unabhängigen Litauens. Über 100 Meter Freistil schied Meilutytė wenige Tage nach ihrem Olympiasieg mit dem 29. Platz im Vorlauf aus. Auch über die halbe Distanz kam sie trotz persönlicher Bestleistung nicht über den Vorlauf und Platz 26 hinaus.

Bei den Kurzbahnweltmeisterschaften 2012 stellte sie im Halbfinale mit 29,51 s einen neuen Europarekord über 50 m Brust auf, den sie bei ihrem Sieg im Finale nochmals um sieben Hundertstelsekunden verbesserte. Auch über 100 m Brust gewann sie erneut in Europarekordzeit von 1:03,52 min die Goldmedaille.[4] Zudem belegte sie über 100 m Lagen den zweiten Platz.

Bei den Weltmeisterschaften 2013 in Barcelona stellte sie im Halbfinale mit 1:04,35 min einen neuen Weltrekord über 100 Meter Brust auf und wurde später Weltmeisterin. Im Halbfinale über 50 Meter verbesserte sie mit 29,48 s den erst einige Stunden vorher von Yuliya Efimova mit 29,78 s in einem Vorlauf aufgestellten Weltrekord.[5] Im Finale gewann sie knapp hinter Efimova die Silbermedaille. Im Oktober 2013 verbesserte sie beim Schwimm-Weltcup in Moskau den von Rebecca Soni 2009 aufgestellten Kurzbahn-Weltrekord über 100 m Brust um 34 Hundertstelsekunden auf 1:02,36 min.[6]

Rekorde[Bearbeiten]

Weltrekorde Langbahn
50 m Brust 00:29,48 min 3. August 2013 Barcelona
100 m Brust 01:04,35 min 29. Juli 2013 Barcelona
Weltrekorde Kurzbahn
100 m Brust 01:02,36 min 12. Oktober 2013 Moskau
Europarekorde Kurzbahn
50 m Brust 00:29,44 min 13. Dezember 2012 Istanbul
Weitere Nationale Rekorde
50 m Freistil 00:25,67 min 28. Juli 2011 Trabzon
100 m Freistil 00:55,57 min 7. März 2012 London
200 m Freistil 02:02,68 min 7. Mai 2012 Plymouth
(Stand: 12. Oktober 2013)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rūta Meilutytė – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Julius Bliūdžius: „Rūta Meilutytė: ketverius metus lankiusi krepšinį, skendusi per pirmąją plaukimo treniruotę ir svajojanti tapti medike“. Am 30. Juli 2012 auf 15min.lt (15 min), abgerufen am 1. August 2012 (litauisch)
  2. Andreas Morbach: „‚Es war ein Schock – ein guter Schock‘“. Am 31. Juli 2012 auf spiegel.de (Spiegel Online), abgerufen am 1. August 2012
  3. Olimpinė čempionė R. Meilutytė 9 metus treniravosi apleistame baseine („Lietuvos ryto“ televizija, 1. August 2012 08:29)
  4. Meilutyte gewinnt zweites Gold mit Europarekord Focus online, 15. Dezember 2012, abgerufen am 16. Dezember 2012
  5. Meilutyte pulverisiert Efimowas Weltrekord über 50 m Brust sportal.de, 3. August 2013, abgerufen am 4. August 2013.
  6. Meilutyte knackt Weltrekord über 100 m spox.com, 12. Oktober 2013, abgerufen am 14. Oktober 2013