R-5 (Rakete)

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R-5 (Rakete)
Allgemeine Angaben
Typ: Mittelstreckenrakete
Heimische Bezeichnung: R-5, 8K51, 8A67
NATO-Bezeichnung: SS-3 Shyster
Herkunftsland: Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion
Hersteller: KB Koroljow
Entwicklung: 1953
Indienststellung: 1956
Einsatzzeit: 1956-1967
Technische Daten
Länge: 20,80 m
Durchmesser: 1.650 mm
Gefechtsgewicht: 28.610 kg
Spannweite: 3.452 mm
Antrieb:
Erste Stufe:

Flüssigkeitsraketentriebwerk
Reichweite: 1.200 km
Ausstattung
Lenkung: INS plus Funkkommandolenkung
Gefechtskopf: 1 Nukleargefechtskopf 30 oder 80 kt oder
1.500 kg Splittergefechtskopf
Waffenplattformen: Mobil auf Sattelschlepper, Start ab Starttisch
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R-5

Die R-5 (NATO-Codename SS-3 Shyster, GRAU-Index 8K51) war eine Mittelstreckenrakete mit Flüssigtreibstoffantrieb der UdSSR. Ihre Entwicklung hatte ursprünglich eine strategische Rakete mit einer Reichweite von 3.000 km zum Ziel, was theoretisch möglich gewesen wäre, praktisch jedoch ineffizient war. So wurde eine reduzierte Reichweite von 1.200 km in Kauf genommen und 1953 mit den Flugtests begonnen. Ursprünglich war die R-5 sogar nur für eine Reichweite von 800 km konzipiert, die später durch eine Veränderung des verwendeten Treibstoffgemisches erhöht wurde. Die Rakete hatte im Unterschied zu den Vorgängermodellen R-1 und R-2, die sich noch stark an die deutsche A4 anlehnten, Tanks aus Aluminium- und Magnesiumlegierungen und war in einer Monocoque-Bauweise gefertigt, wodurch große Gewichtseinsparungen erzielt werden konnten. Im Vergleich zu den genannten Vorgängermodellen wurde auch die Kühlung nachhaltig verbessert und flexible Treibstoffzuleitungen eingesetzt. In den ersten Jahren wurde nur die erste Version der R-5 hergestellt, die nukleare Variante ging erst nach weiteren Tests 1956 in Produktion.

Durch ihre nachträglich erhöhte Reichweite war die R-5 die erste strategisch wirklich nutzbare Rakete, da sie Ziele in Mitteleuropa erreichen konnte. Es wurde eine Treffergenauigkeit (CEP) von 1.200 bis 2.000 Meter erreicht (je nach Schussdistanz). Eine einzelne R-5 brauchte etwa 2,5 bis 5 Stunden für die Startvorbereitung und konnte aufgrund des Kyrogen-Treibstoffes nicht länger als einen Tag auf der Startrampe verbleiben. Somit konnte die R-5 nicht in ständiger Gefechtsbereitschaft gehalten werden.

1958 wurde die R-5 auch kurzzeitig während der Berlinkrise in der DDR und in der Tschechoslowakei stationiert. Ihre vorgesehenen Ziele waren Luftwaffenbasen und Häfen in der Bundesrepublik, den Niederlanden, Belgien und US-amerikanische Raketenstellungen in Großbritannien.

Die Volksrepublik China erhielt dank sowjetischer Militärhilfe bis 1959 auch die R-5 und konnte diese mit dem Aufstieg zur Atommacht 1964 mit einem nuklearen Sprengkopf bestücken.

Die Rakete diente als Grundlage für die spätere R-12.

Vor dem Zentralmuseum der russischen Streitkräfte in Moskau ist eine R-5 ausgestellt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]