RAIPON

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Assoziation der kleinen indigenen Völker des Nordens, Sibiriens und des Fernen Ostens (RAIPON)
RAIPON Logo.gif
Gründung 31. März 1990
Sitz Moskau
Personen

Grigori Ledkow, Sergei Charjutschi, Pawel Suljandsiga

Aktionsraum Russische Föderation
Schwerpunkt Rechte indigener Völker des russischen Nordens
Website http://www.raipon.info

RAIPON ist die Abkürzung für Russian Association of Indigenous Peoples of the North (russische Bezeichnung: Assozijazija Korennych Malotschislennych Narodow Sewera, Sibiri i Dalnewo Wostoka Rossijskoi Federazii "Ассоциация Коренных Малочисленных Народов Севера, Сибири и Дальнего Востока Российской Федерации"). Die Organisation mit Sitz in Moskau vertritt die Interessen der etwa 40-50 Indigenen Völker des Russischen Nordens.

Oberstes Gremium der Organisation ist der Koordinationsrat, dem Vertreter verschiedener Völker angehören. Vorsitzender ist seit 2013 Grigori Ledkov, aus dem Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen, der auch Abgeordneter der Staatsduma für die Partei Einiges Russland ist. Ledkov wurde im März 2013 beim VII. Kongress der indigenen Völker Russlands in Salechard in einem umstrittenen Verfahren auf diesen Posten gewählt, nachdem Favorit Pawel Wassiljewitsch Suljandsiga seine Kandidatur zurückgezogen hatte.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung der Organisation, damals unter dem Namen "Assoziation der Kleinen Völker" erfolgte 1989 auf dem ersten Kongress der kleinen Indigenen Völker Russlands im Moskauer Kreml. Zu den Teilnehmern des Kongresses, bei welchem indigene Vertreter aus ganz Russland erstmals öffentlich und unzensiert über die desaströse Lage ihrer Ethnien berichteten, gehörte der damalige Präsident der Sowjetunion Michail Gorbatschow.

Erster Präsident der Vereinigung wurde der von der fernöstlichen Halbinsel Sachalin stammende Schriftsteller Wladimir Sangi. Dieser wurde 1993 durch Jeremej Ajpin, einen weiteren Schriftsteller, diesmal aus dem westsibirischen Volk der Chanten abgelöst. Sangi akzeptierte seine Abwahl jedoch nicht, sodass die Organisation unter leicht abgeändertem Namen neu gegründet werden musste. Jeremej Ajpin machte als Präsident von RAIPON keine besonders glückliche Figur und wurde deshalb 1997 durch den Nenzen Sergej Charjutschi abgelöst, der zuletzt im April 2005 für weitere vier Jahre im Amt bestätigt wurde.

Tätigkeiten[Bearbeiten]

RAIPON engagiert sich vor allem im Bereich der Gesetzgebung. Wichtigste Forderung ist die Umsetzung verbriefter Landrechte in Gestalt sogenannter Territorien zur Traditionellen Naturnutzung (russisch: Territorii tradizionnowo prirodopolsowanija / Территории традиционного природопользования). Dieses Anliegen verfolgt RAIPON praktisch seit seiner Gründung, die Umsetzung eines entsprechenden Gesetzes wird jedoch von der Regierung seit Jahren verschleppt, was RAIPON-Präsident Charjutschi in erster Linie der Erdöl-Lobby anlastet.

International engagiert sich RAIPON im Rahmen der Vereinten Nationen, dort insbesondere im Ständigen Forum für indigene Angelegenheiten und dem Expertenmechanismus für die Rechte indigener Völker (EMRIP) für die Weiterentwicklung indigener Rechte. Sie hat Beraterstatus beim UN-Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC) und ist als eine von sechs indigenen Organisationen der Arktis als Ständigner Teilnehmer im Arktischen Rat vertreten.

Bewertung[Bearbeiten]

Die Rolle RAIPONs als Vertretung der indigenen Völker Russlands ist zwiespältig. Einerseits ist RAIPON die mit Abstand wichtigste Vertretung der Ethnien des Nordens und leistet als solche umfangreiche Arbeit, national wie international. Andererseits setzt die traditionelle Staats- und Regierungsnähe den Aktivitäten der Organisation enge Grenzen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rohr, Johannes: Anpassung und Selbstbehauptung. Die indigenen Völker in Russlands Norden. In: Osteuropa 2-3 2011 (61. Jahrgang), S. 387-416

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Barents Obeserver: Moscow staged RAIPON election thriller, 4. April 2013, überprüft am 7. Januar 2014