RNA-induced silencing complex

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Der RNA-induced silencing complex (RISC) ist ein Komplex aus RNA und Proteinen. Bei der RNA handelt es sich um eine small interfering RNA (siRNA) oder microRNA (miRNA) und beim Proteinanteil um Proteine der Argonaut-Familie, bisweilen auch weiteren Partner.

Die Funktion des RISC liegt darin, die Produktion spezifischer Proteine auszuschalten (Gen-Knockout) oder zu verringern (Gen-Knockdown), indem er die für diese Proteine codierende mRNA abbaut oder ihre Translation hemmt. Die siRNAs/miRNAs sind nur ca. 18-24 nt lang, dies bringt aber ausreichende Spezifität. Sie sind weitgehend komplementär zur Ziel-mRNA, stellen also den antisense-Strang der Ziel-mRNA dar. Die siRNA bzw. miRNA bindet an die korrespondierenden mRNA, welche daraufhin durch Aktivierung des Argonaut-Proteins, das als Ribonuklease wirkt, abgebaut wird. Dadurch wird die verfügbare Menge an bestimmter mRNA verringert, sodass auch das entsprechende Protein nur noch in geringen Mengen oder überhaupt nicht mehr produziert werden kann. Man könnte also sagen, dass der Informationstransport gehemmt wird. Dabei wirkt der RNA-Protein-Komplex als Enzym, kann also mehrfach hintereinander mRNAs abfangen und abbauen und auf diesem Wege die Effektivität eines Gens verringern oder abschalten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael T. McManus, Phillip Allen Sharp: Gene silencing in mammals by small interfering RNAs. In: Nature Rev. Genet., 3 (2002), S. 737-747.