RRP 117

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AbgTZug 358 auf dem Großen Arber; Radom rechts mit RRP 117.
Großer Arber mit den beiden Radarkuppeln des AbgTZug 358.
RRP 117, AbgTZug 353 Berlin Tempelhof.
RRP 117, AbgTZug 351, Putgarten.
RRP 117, AbgTZug 132, Döbraberg.

Das RRP 117 (Remote Radar Post) ist ein D-Band-Phased-Array Radarsystem der Luftverteidigung. Operationeller Nutzer in Deutschland ist der Einsatzführungsdienst der Luftwaffe. Weitere Radargeräte der Luftwaffe sind Medium Power Radar, HADR (Radar), GM 406F und RAT 31DL.

System[Bearbeiten]

Das RRP 117 besteht aus einem Luftraumüberwachungsradar in Halbleitertechnik (ungefähr 300 Leistungsmodule in einer Antenne), einem Sekundärradar und Subsystemen zur Simulation. Das RRP 117 liefert 3D-Zielinformationen in Echtzeit und korreliert mit Sekundärradar-Daten über den gesamten Erfassungsraum von rund 450 km. Das RRP 117 arbeitet durch vertikale Strahlschwenkung mit einer sich ständig mit 6/min drehenden planaren Phased-Array-Antenne und ist eine für deutsche Anforderungen veränderte Version des 1983 eingeführten US-amerikanischen AN/FPS-117 Long Range Solid-State Radars. Dieser Typ war noch bis circa 2005 auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof als sogenanntes „Berlin-Radar“ installiert.

Das US-amerikanische AN/FPS-117 ist in verschiedenen Versionen auf dem Rüstungsmarkt verfügbar, darunter die modernisierte Version AN/TPS-117. Insgesamt wurden rund 127 Stück (Stand: August 2006) in folgende Staaten exportiert: Australien (seit 1997), Belgien, Brasilien (seit 2009 als TPS-B34), Dänemark (seit 2007), Estland (seit 2003), Island, Italien, Jordanien, Kanada, Kroatien, Kuwait (seit 1993), Lettland (seit 2003), Pakistan, Rumänien (seit 1998), Saudi-Arabien (17 Stück), Singapur, Südkorea, Taiwan, der Türkei und Ungarn.

Dislozierung in Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland sind seit 1998 acht Radargeräte vom Typ RRP 117 in Betrieb. Sie unterstehen dem Einsatzführungsdienst der Luftwaffe (EinsFüDstLw):

Bezeichnung Standort Unterstellung
Abgesetzter Technischer Zug 351
(AbgTZug 351)
Putgarten[1] Einsatzführungsbereich 3
(EinsFüBer 3)
AbgTZug 352 Cölpin[2] EinsFüBer 3
AbgTZug 353 Tempelhof[3] EinsFüBer 3
AbgTZug 354 Döbern [4] EinsFüBer 3
AbgTZug 355 Gleina [5] EinsFüBer 3
AbgTZug 356 Elmenhorst [2] EinsFüBer 3
AbgTZug 357 Döbraberg [4] EinsFüBer 1
AbgTZug 358 Großer Arber [4] EinsFüBer 1

Die Antennenanlagen befinden sich unter Radomen, um Wettereinflüsse zu minimieren.

Technische Daten[Bearbeiten]

Technische Daten RRP-117[6]
Frequenzbereich   1215–1400 MHz (NJFA[7])
Hopping auf 18 Frequenzkanälen (zufällig [statistisch verteilt])
Pulswiederholzeit   0,9–4 ms
Pulswiederholfrequenz   400 und 800 Hz
Sendezeit (PW)   100 / 800 µs
Empfangszeit   0,6 / 3 ms
Totzeit   ca. 200 µs
Pulsleistung   > 25 kW
Durchschnittsleistung  
angezeigte Entfernung   bis 463 km
Entfernungsauflösung   120 m
Öffnungswinkel   β:3,4°, ε:2,7°
Trefferzahl   1 bis 3
Antennenumlaufzeit   10 s

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: AN/FPS-117 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der “jüngste Standortälteste der Bundeswehr”
  2. a b Die Geschichte des CRC Mindreader 1990 – 2005
  3. Bundeswehr baut auf dem Flughafen Tempelhof - Berliner Morgenpost
  4. a b c Military activities of Mode S implementation in Germany (PDF; 3,3 MB)
  5. Stören der Radargeräte zu Ausbildungszwecken
  6. Radartutorial
  7. NJFA steht für: NATO Joint Civil/Military Frequency Agreement, Seiten B-8 und B-9