Raša

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Dieser Artikel beschreibt die kroatische Stadt Raša. Für den gleichnamigen Fluss siehe Raša (Fluss).
Raša
Wappen von Raša
Raša (Kroatien)
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45.09584166666714.08723333333310Koordinaten: 45° 5′ 45″ N, 14° 5′ 14″ O
Basisdaten
Staat: Kroatische Flagge Kroatien
Gespanschaft: Flagge der Gespanschaft Istrien Istrien
Höhe: 10 m. i. J.
Einwohner: 3.183 (2011)
Telefonvorwahl: (+385) 052
Postleitzahl: 52223
Kfz-Kennzeichen: PU
Struktur und Verwaltung
(Stand: 2013, vgl.)
Gemeindeart: Gemeinde
Bürgermeister: Glorija Paliska Bolterstein (IDS/DDI)
Website:

Raša (italienisch Arsia) ist eine Stadt und ein Stadtbezirk in der Gespanschaft Istrien, Kroatien. Die Gemeinde hat laut Volkszählung 2011 3.183 Einwohner.

Geographie[Bearbeiten]

Raša liegt im Südosten Istriens auf 10 m ü. A. im Tal des Baches Krapanski Potok, einem Nebenfluss der Raša. Die 4,5 km südwestlich von Labin liegende Stadt liegt am Rande der Bucht Raška Draga, dem Mündungsgebiet des Raša-Baches. Eine Eisenbahnlinie (nur sporadischer Güterverkehr) verbindet den Hafen von Raša mit dem Knotenpunkt Lupoglav an der Strecke (Divača)–BuzetPula.

Geschichte[Bearbeiten]

Raša ist die jüngste Stadt Istriens. Sie wurde während der italienischen Besatzungszeit ( 1918 – 1943) auf Basis großer Kohlevorkommen im Zuge von Mussolinis „Städtischer-Kolonisation Istriens“ zwischen 1936 und 1937 in nur 547 Tagen angelegt und am 4. November 1937 fertiggestellt. Geplant war eine Arbeitersiedlung für 3000 bis 4000 italienischer Bergleute. Mit der Planung und Durchführung wurde der damalige Stararchitekt Gustavo Pulitzer-Finali aus Triest beauftragt. Pulitzer sah darin eine Chance, seine „vollkommene Stadt“ zu verwirklichen. Für Mussolini sollte es die „faschistische Idealstadt“ werden.

Die Stadt war für damalige Verhältnisse hochmodern; mit Kanalisation, Wasserleitungen, Straßenbeleuchtung und asphaltierten Straßen.

Raša ist eingeteilt in eine Oberstadt für Vorarbeiter und Meister und Verwaltungsangestellte und in eine Unterstadt für Arbeiter. Dazwischen liegt das Stadtzentrum mit Rathaus, Kirche, Schule, Krankenhaus, Supermarkt, Kino und Cafés. Die Kirche wurde nach Santa Barbara, der Schutzpatronin der Bergmänner benannt. Der Kirchenturm erinnert an eine Grubenlampe,ebenso das Wappen der Stadt. Das Kirchengebäude selbst hat die Form einer umgedrehten Grubenlore.

Katholische Kirche Santa Barbara

1944 wurde Raša von der Deutschen Wehrmacht besetzt, kurze Zeit später jedoch von den Partisanen eingenommen. Die italienische Bevölkerung musste fliehen oder wurde vertrieben, obwohl die Bergarbeiter sich der Arbeiterklasse zugehörig fühlten. Istrische Bauern aus dem Umfeld wurden danach zum Arbeitsdienst in den Gruben gezwungen, bis man nach Kriegsende die Siedlungslücken durch „partisanentreue“ Kolonisten aus Bosnien auffüllte.

Raša heute[Bearbeiten]

Trennlinie zwischen Ober- und Unterstadt

Seit Schließung des Bergwerkes 1966 stirbt die Stadt, deren Existenz sich monokausal durch Arbeit konstituierte, vor sich hin. Einzige erwähnenswerte Produktionszweige sind eine kleine Töpferei im Stadtzentrum und die Agrarwirtschaft. Daher arbeitet ein Großteil der Erwerbstätigen von Raša in Labin oder Rabac.

Zitat: „Sie werden niemals zugeben, dass sie sich schon immer geschämt haben, aus Raša zu sein, diesem Nest, an dem keinen etwas liegt, diesem Loch voller verzweifelter Bosnier, ehemaliger Bergleute in tiefer Depression, von denen einige schon vor langer Zeit Selbstmord begangen haben.“ [1]

Weiteres Zitat aus Raša: „Nicht einmal sterben kann man in dieser Stadt.“ (In Raša gibt es keinen Friedhof(!)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gromaca(2006): „Die ideale Stadt kehrt heim ins Grün“, In: Raabe, Katharina/Sznajdermann, Monika, „Last & Lost. Ein Atlas des verschwindenden Europas.