Raab Karcher

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Raab Karcher, eine Marke der Saint-Gobain Building Distribution Deutschland GmbH
Raab Karcher Logo.svg
Rechtsform GmbH (Muttergesellschaft Saint-Gobain Building Distribution Deutschland)
Gründung 1848
Sitz Frankfurt am Main

Leitung

  • Udo H. Brandt (Vorsitzender der Geschäftsführung)[1]
  • Dieter Babiel (Geschäftsführer Personal)[1]
  • Frank Bielfeld (Geschäftsführer Vertrieb HBM)[1]
  • Knut Söller (Geschäftsführer Finanzen & Administration)[1]
Umsatz 2,0 Mrd. Euro (2012 // SGBDD)
Branche Baustoffhandel
Website www.raabkarcher.de

Raab Karcher war ein Handelsunternehmen für Baustoffe mit Sitz in Frankfurt am Main. Im Juli 2008 wurde das Unternehmen in den deutschen Zweig des Konzerns Compagnie de Saint-Gobain (Saint-Gobain Building Distribution Deutschland) integriert und besteht seitdem weiter als Handelsmarke.

Geschichte[Bearbeiten]

Friedrich Carl Raab
Carl Heinrich Karcher

Die Gesellschafter Carl Raab und Carl Heinrich Karcher gründeten im Jahre 1848 in Falck (Region Lothringen, Département Moselle) die Firma Raab Karcher. Der Hufschmied und Landwirt Carl Raab (* 1772 in Weilerbach, † 1854 in Kaiserslautern) lebte in Kaiserslautern, in der nach ihm benannten Raabengasse.[2] Ein weiterer Mitbegründer war Ernst Huber (* 1815 Kaiserslautern, † 1885 ebenda). Das ursprüngliche (Speditions-)Geschäft mit Kohle wurde später um weitere Produkte wie Holz, Baustoffe, Heizöle, chemische und andere Produkte erweitert. Daraus ging Raab, Karcher & Cie, Essen, hervor. Die Reederei Raab Karcher GmbH in Duisburg-Ruhrort begann 1880 eine eigene Flotte aufzubauen. 1901 stieg Willi Huber in Straßburg als Prokurist ein und wurde 1910 Geschäftsführer der Gesellschaft. Als 1914 die Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) die Mehrheit der Raab Karcher AG übernahm, wurde Huber Mitglied des Aufsichtsrats der GBAG.[3]

1964 erwirtschaftete die Raab Karcher GmbH einen Umsatz von 1,078 Milliarden DM.[4]

1990 übernahm Raab Karcher die Firma ista. 1996 wurde die Raab Karcher Kohle GmbH von der Ruhrkohle Handel GmbH (einer Tochtergesellschaft der Ruhrkohle Beteiligungs-GmbH, die wiederum eine Tochter der RAG Aktiengesellschaft ist) gekauft. 1993 und 1994 erzielte sie Umsätze von 1,59 und 1,29 Mrd. DM. Davon entfielen etwa 90 % auf Deutschland.

Im Juli 1997 erwarb die Raab Karcher AG für 630 Mio. US-Dollar den US-Spezialdistributor Wyle Electronics.[5] Bereits 1992 war die Firma im Rahmen der Handelsgesellschaft Stinnes AG tätig,[6] die ein Bestandteil des Konzerns VEBA war. 1998 wurden die Raab Karcher AG und die VEBA Immobilien AG zur Viterra AG zusammengeführt.

Raab Karcher Sicherheit (RKS), mit 10.500 Beschäftigten (davon in Berlin: 2.200) im Bereich Sicherheit, Facility- und Immobilien Management (30-prozentige Beteiligung an Müller International) wurden zur Raab Karcher AG Veba Immobilien-Management zusammengefasst. Die neu gegründete Tochtergesellschaft Raab Karcher Sicherheit Privat GmbH wollte bis 1999 rund 30.000 Privatkunden an ihre Alarmaufschaltungen binden.

Im Jahr 2000 verkaufte Stinnes den Raab Karcher Baustoffhandel an die französische Compagnie de Saint-Gobain. Darin waren Beteiligungen von Raab Karcher in den Niederlanden, Polen, Tschechien und Ungarn eingeschlossen. Raab Karcher hatte zuletzt mit 7.600 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,5 Mrd. DM und ein Betriebsergebnis von beinahe 35 Mio. DM erwirtschaftet. In Holland, Ungarn und Tschechien sind sie auch unter dem Namen Raab Karcher vertreten, in Polen unter dem Namen Saint-Gobain Dystrybucja Budowlana und in der Slowakei unter a-Keramika.

Seit Juli 2008 firmiert die Raab Karcher GmbH unter dem Dach der Compagnie de Saint-Gobain als Saint-Gobain Building Distribution Deutschland GmbH.[7]

Heute[Bearbeiten]

Raab Karcher Niederlassung, 2013 am Osthafen in Frankfurt am Main

Raab Karcher ist innerhalb der Unternehmensgruppe Saint-Gobain Building Distribution Deutschland GmbH die größte und umsatzstärkste Handelsmarke. Raab Karcher bietet ein breites Sortiment in den Gewerken Rohbau, Ausbau, Dach, Holz, Fliesen, Parkett & Laminat, Baugeräte & Werkzeuge sowie Tiefbau (Versorgung, Entsorgung, Oberfläche). Bundesweit ist das Unternehmen mit mehr als 160 Niederlassungen vertreten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rüdiger Ganslandt (Autor), Andreas Dahms[8] (Gesamtkoordination), Raab Karcher AG (Hrsg.): Raab Karcher – Wachstum und Wandel in 150 Jahren. Bertelsmann, Gütersloh 1998.
  • Fritz Pudor: Wachstum in 110 Jahren. Raab Karcher 1848–1958. West-Verlag, Essen 1958.
  • August Heinrichsbauer, Hans Gattenhof: Festschrift zur 100-Jahres-Feier von Raab Karcher. Eine Darstellung der Geschichte der Gesellschaft. West-Verlag, Essen, Kettwig 1948.
  • Front und Heimat. Werkschrift der Betriebsgemeinschaft Raab Karcher GmbH. Düsseldorf (erschienen 1941 bis 1943).
  • Raab Karcher in Bild und Wort, Heft 1. Verlag Carl Schünemann, Bremen 1953.
  • Raab Karcher in Bild und Wort, Heft 2. Druck A. Bagel, Düsseldorf 1955.
  • Raab Karcher in Bild und Wort, Heft 3. Herausgegeben zum 120-jährigen Bestehen, Druck: A. Sutter, Essen 1955.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Raab Karcher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Unternehmen - Organe bei raabkarcher.de, abgerufen am 14. November 2012.
  2. Heinz Friedel: Namen Kaiserslauterer Straßen und Plätze: Ein Stück Stadtgeschichte. Koch, Kaiserslautern 1989.
  3. Manfred Rasch, Gerald D. Feldman: August Thyssen und Hugo Stinnes. Ein Briefwechsel 1898-1922, C. H. Beck Verlag, 2002 ISBN 3-406-49637-7 (S.635f).
  4. M. Kruk in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) vom 28. August 1965.
  5. Firmengeschichte der Wyle Electronics auf fundinguniverse.com abgerufen 6. April 2007
  6. ZEIT-online: 2 Milliarden Umsatzverlust für Raab Karcher (abgerufen am 18. Oktober 2012)
  7. Raab Karcher Baustoffe GmbH wird zu Saint-Gobain Building Distribution Deutschland GmbH. Pressemeldung vom 1. Juli 2008 (abgerufen am 18. Oktober 2012)
  8. DIE BEDEUTUNG DER TRADITION FÜR DIE MARKENKOMMUNIKATION (Version vom 18. Oktober 2009 im Internet Archive)