Rabih Abou-Khalil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rabih Abou-Khalil (Jazzfestival Neuwied 2006)

Rabih Abou-Khalil (* 17. August 1957 in Beirut, Libanon) ist ein libanesischer Komponist, Oud-Spieler und Jazzmusiker.

Leben[Bearbeiten]

Rabih Abou-Khalil studierte arabische und westliche Musik an der Beiruter Kunstakademie. 1978 flüchtete er vor dem libanesischen Bürgerkrieg nach München, wo er Querflöte bei Walter Theurer studierte. Sein Hauptinstrument blieb aber der Oud, die orientalische Kurzhalslaute (Vorläufer der europäischen Laute, Begriffsherkunft arab.: al’ oud).

Geoff Dyer schrieb: "Rabih Abou-Khalil experimentiert nicht, er sucht. Es ist eine rhythmusgetriebene, in Tradition getränkte Suche. Traditionen, besser gesagt: Arabische Musik, Jazz, Blues. Sozusagen nach vorne schauende Musik, gänzlich eingetaucht in die Vergangenheit."

Basis seiner Spielweise ist arabische Musiktradition, die er mittels Improvisation als moderne Musikspielweise weiterentwickelt und die er bisweilen erfolgreich auch in einen Jazzkontext zu stellen vermag.

Er arbeitet bevorzugt mit „Grenzgängern“ zusammen wie dem Kronos Quartet, dem Ensemble Modern, dem Balanescu Quartett und dem ARTE Quartett sowie Jazzmusikern wie Charlie Mariano, Kenny Wheeler, Joachim Kühn und dem Weltmusiker Glen Velez. Seit den 1990er Jahren tritt er weltweit auf den großen Jazzfestivals auf. 2002 erhielt er eine Ehrenurkunde zum Preis der deutschen Schallplattenkritik für sein Gesamtwerk. Seit 2003 tritt er in einer Formation mit Michel Godard, Gabriele Mirabassi, Luciano Biondini und Jarrod Cagwin auf, zu der seit 2004 auch der sardische Sänger und Saxophonist Gavino Murgia tritt.

Durch seine Schallplatten und CDs kamen auch darauf mitmusizierende Künstler zu großem Erfolg, v.a. Howard Levy und Ramesh Shotham. Rhythmusgeber der meisten seiner Musikprojekte waren die Rahmentrommel-Spieler Glen Velez bzw. Nabil Khaiat.

Im Jahr 2006 trat er auch zusammen mit dem BBC Symphony Orchestra auf.

Diskographie[Bearbeiten]

  • Bitter Harvest (1984)
  • Between Dusk And Dawn (1987)
  • Nafas (1988)
  • Bukra (1988)
  • Roots and Sprouts (1990)
  • Al-Jadida (1991)
  • Blue Camel (1992)
  • Tarab (1993)
  • Sultan’s Picnic (1994)
  • Arabian Waltz (1996)
  • Odd Times (1997)
  • Yara (1999)
  • Cactus Of Knowledge (2001)
  • Il Sospiro (2002)
  • Morton’s Foot (2003)
  • Journey To The Centre of An Egg (2005)
  • Songs for Sad Women (2007)
  • Em Português (2008)
  • Selection (1988-2008, Kompilation)
  • Trouble in Jerusalem (2010)
  • Hungry People (2012)

Auszeichnung[Bearbeiten]

RUTH - Der deutsche Weltmusikpreis 2005

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rabih Abou-Khalil – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien