Rabih Alameddine

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Rabih Alameddine (* 1959 in Amman, Jordanien) ist ein libanesischer Maler und in englischer Sprache schreibender Schriftsteller.

Rabih Alameddine ist der Sohn libanesischer Drusen und wuchs in Kuwait, im Libanon und in England auf. Nach seinem Studium an der UCLA und der USF war er als Ingenieur tätig, ehe er Maler und Schriftsteller wurde. Er lebt in San Francisco und Beirut.

Literarisches Schaffen[Bearbeiten]

Alameddines Romane sind im Nahen Osten und in den USA angesiedelt und setzen sich u.a. mit dem Bürgerkrieg im Libanon und der Emigration, mit AIDS sowie mit Kunst (und dem aus dem Scheitern erwachsenden künstlerischen Potential) auseinander. Wiederholt stehen Mitglieder drusischer Familien im Mittelpunkt.

In seinem Debütroman Koolaids. The Art of War erzählt Alameddine u.a. von einem aus dem Libanon emigrierten homosexuellen Maler, einem HIV-positiven Amerikaner und einer Mutter, die im umkämpften Beirut lebt. Der nicht-lineare Roman ist aus Tagebuchauszügen, Presseberichten, Briefen, Interneteinträgen, Aphorismen, Dramenfragmenten (worin u.a. Eleanor Roosevelt, Julio Cortázar, Jiddu Krishnamurti und Tom Cruise auftreten) sowie aus imaginierten Gesprächen mit anderen Autoren (Jorge Luis Borges, Robert Coover) etc. collagiert. Koolaids wurde als "a post-modernist’s playground – a daring, dazzling unity of disjointed humor and horror"[1] beschrieben.
Sein Roman I, the Divine. A Novel in First Chapters besteht aus knapp 50 ersten Kapiteln – den gescheiterten Versuchen der in die USA emigrierten libanesischen Protagonistin, ihr Leben in einer Autobiographie bzw. in einem Roman zu fassen. Die Kapitel(fragmente) variieren nicht nur in Erzählhaltung, Perspektive und Stil, sondern wechseln in zwei Fällen auch vom Englischen ins Französische (eine Verkehrs- und Elitesprache im Libanon).
In The Hakawati verschränkt Alameddine mehrere im Libanon des 20./21. Jahrhunderts angesiedelte Handlungsebenen mit einem Märchen, das in der Zeit der Kreuzzüge spielt. Dabei greift er auf Erzählmuster der titelgebenden ḥakawātī (dt.: Geschichtenerzähler)[2] zurück und stellt zahlreiche Bezüge zu anderen Geschichten her, u.a. aus den Sammlungen Tausendundeine Nacht und Panchatantra, aus dem Alten Testament und dem Koran sowie aus den Dichtungen von Homer und Ovid.[3]

Werke[Bearbeiten]

  • Koolaids. The Art of War (Roman, 1998)
  • The Perv (Kurzgeschichten, 1999)
  • I, the Divine. A Novel in First Chapters (Roman, 2001)
  • The Hakawati (Roman, 2008)
  • An Unnecessary Woman (Roman, 2014)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2002 Guggenheim Foundation Fellowship[4]
2009 Rome Prize for Best International Book of the Year[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Postmoderner Roman
Historiografische Metafiktion

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dt.: der Spielplatz eines Postmodernisten – eine wagemutige, überwältigende [auch: verwirrende] Verbindung von Humor und Horror; nach: http://community.seattletimes.nwsource.com/archive/?date=19980830&slug=2769109 (englisch)
  2. Waïl S. Hassan, Immigrant Narratives: Orientalism and Cultural Translation in Arab-American and Arab-British Literature. New York: Oxford University Press, 2011, S.212.
  3. http://www.nytimes.com/2008/05/18/books/review/Adams-t.html (englisch)
  4. http://www.gf.org/fellows/all?page=4 (englisch)
  5. http://worldlitup.com/2011/05/16/lebanon/ (englisch)