Racing Straßburg

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RC Strasbourg
Racing Club Strasbourg.svg
Voller Name Racing Club de Strasbourg Alsace
Gegründet 1906 (als FC Neudorf)
2011 (Wiedergründung)
Stadion Stade de la Meinau
Plätze 29.200
Präsident Marc Keller
Trainer Jacky Duguépéroux
Homepage www.rcstrasbourgalsace.fr
Liga National
2013/14 16. Rang
Heim
Auswärts

Der RC Straßburg oder RC Strasbourg (offiziell: „Racing Club de Strasbourg“, seit 2012 mit dem Zusatz „Alsace“), ist ein französischer Fußballklub aus der elsässischen Stadt Straßburg. Wegen der Vereinsfarben Blau und Weiß wird Racing, ebenso wie die Nationalmannschaft, „Les Bleus“ – zu deutsch: die Blauen – genannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Mannschaft von 1919
Die Mannschaft der Saison 1936/37

Der Verein wurde 1906 als FC Neudorf, benannt nach dem Straßburger Vorort Neudorf, gegründet und spielte seit 1914 im Hämmerle-Garten in der Meinau. Nachdem das Reichsland Elsaß-Lothringen 1919 an Frankreich gefallen war, wurde er zunächst in RC Strasbourg-Neudorf, dann nach dem Verbot der deutschen Sprache und deutscher Ortsbezeichnungen 1921 in Racing Club de Strasbourg umbenannt.

Während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg wurden die französischen Vereine verboten; zahlreiche Spieler flohen nach Brive-la-Gaillarde in der unbesetzten Zone des Landes und spielten dort weiter gemeinsam Fußball. Als „Ersatz“ für Racing beispielsweise wurde ein Rasensport-Club Straßburg geschaffen, der ab 1940 ebenso wie andere elsässische Vereine in den zwei Staffeln des Sportbereichs 14 a, der den Gauligen in anderen Reichsteilen entsprach, um die Meisterschaft spielte.

Racing Straßburg im Spiel gegen Amsterdamsche FC DWS, IFC-Cup 1966/67

In den 1970er Jahren hieß der Verein zeitweise Racing Pierrots Strasbourg Meinau. 1979 feierte man den bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte, als man französischer Meister wurde. Dadurch spielte man in der Folgesaison im Europapokal der Landesmeister. Dort drang man bis ins Viertelfinale vor, wo man gegen Ajax Amsterdam den Kürzeren zog (0:0, 1:4).

Der Club im Finale des Coupe de la Ligue 2005

Am Ende der Saison 2009/10 stieg Racing in die National (D3) ab, sollte zwischenzeitlich sogar in die vierte Liga zwangsversetzt werden und spielte damit zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte nur drittklassig. Zudem befand sich der RCS zu diesem Zeitpunkt erstmals in finanziellen Schwierigkeiten, die als so gravierend eingeschätzt wurden, dass dem Klub die Insolvenz drohte.[1] Nachdem 2011 der direkte Wiederaufstieg misslang, erfolgten für den Klub die von Vereinspräsident Jafar Hilali, einem in London wohnhaften französischen Geschäftsmann, für diesen Fall angekündigten Einschränkungen: kein Antrag auf Verlängerung des Profistatus, Schließung der Straßburger Fußballschule und notfalls Anmeldung der Insolvenz.[2] Auch Ende Juni, wenige Wochen vor Beginn der neuen Saison, war noch völlig unklar, in welcher Liga das „Flaggschiff des Elsass“ 2011/12 antreten sollte: der zukünftige Spielerkader, die Trainerfrage, der Ausgang mehrerer Kündigungsprozesse und die zukünftigen Besitzverhältnisse sowie die damit verknüpften Fragen der finanziellen Ausstattung waren nicht geklärt.[3] Mitte Juli 2011 entschied die zuständige Verbandskommission DNCG im Berufungsverfahren, dass Racing aufgrund von etwa 4 Mio. Euro Schulden endgültig in die vierte Liga strafversetzt wird. Die Elsässer verloren somit ihren Profistatus und die Straßburger Fußballschule.[4]

Daraufhin zog der avisierte Hilali-Nachfolger Sébastien Graeff seine Zusage zurück, Strasbourg zu unterstützen.[5] Nach einem Insolvenzverfahren (redressement judiciaire)[6] entschied das zuständige Straßburger Gericht am 22. August 2011 die Auflösung der Vereins-Kapitalgesellschaft. Die erste Mannschaft von Racing musste in der fünften Liga (CFA2) einen Neuanfang wagen.[7] Ein Jahr später hatte Racing sportlich den Aufstieg in die vierte Liga (Championnat de France Amateur) geschafft; angesichts eines Schuldenstandes von 1,4 Mio. Euro musste der Verein bis Ende Juni 2012 allerdings noch Eigenmittel in Höhe von 850.000 € nachweisen.[8] Während der Saison trat Sitterlé vom Posten des Präsidenten zurück. Auf Sitterlé folgte Marc Keller, der einst als Spieler für Racing aktiv war und bis 2006 in Straßburg den Posten des Generaldirektors bekleidete. Die Zuschauerunterstützung für den Verein blieb allerdings auch im Amateurbereich nahezu unverändert hoch. Zum „Elsassderby“ gegen den FC Mulhouse – dem ersten seit Januar 1992 – füllten 20.004 zahlende Besucher Anfang April 2013 das Stade de la Meinau und stellten damit eine neue französische Höchstmarke für ein Viertligaspiel auf.[9] Am letzten Spieltag gegen US Raon gewann Racing mit 3:2 und kehrte damit in die dritte Liga zurück. Dort begann die Spielzeit 2013/14 vielversprechend. Anfangs spielte Racing, bei Heimspielen unterstützt von einer oft fünfstelligen Zuschauerzahl, sogar an der Tabellenspitze mit, fiel dann aber bald ab und musste eigentlich am Ende den Gang in die CFA antreten, Mitte Juli 2014 wurde jedoch verkündet, dass man weiterhin National spielen wird.

Ligazugehörigkeit[Bearbeiten]

  • Erstklassig (Division 1, seit 2002 Ligue 1 genannt) spielte der Club 1934–1939, 1945–1952, 1953–1957, 1958–1960, 1961–1971,1972–1976, 1977–1986, 1988/89, 1992–2001, 2002–2006 und 2007/08.
  • Zweitklassig (Ligue 2): 1952/53, 1957/58, 1960/61, 1971/72, 1976/77, 1986–1988, 1989–1992, 2001/02, 2006/07 und 2008–2010; 1970/71 (zweite Mannschaft)
  • Drittklassig (Championnat de France National): 2010/11, 2013/14, 2014/15
  • Viertklassig (CFA): 2012/13
  • Fünftklassig (CFA 2): 2011/12

Erfolge[Bearbeiten]

Personen[Bearbeiten]

Liste der Trainer[Bearbeiten]

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Stadion[Bearbeiten]

Seine Heimspiele trägt der RC Strasbourg im Stade de la Meinau aus, das Platz für 29.200 Zuschauer bietet.

Fans und Rivalitäten[Bearbeiten]

Ultra Boys 90 beim Heimspiel gegen RC Lens (2007)

Die Ultras des Vereins nennen sich UB90 (Ultra Boys 90) und sind fest befreundet mit der Fanszene des Karlsruher SC, regelmäßige Unterstützung bei Heim- und Auswärtsspielen ist an der Tagesordnung. Auch deutschsprachige Anfeuerungsrufe sind zu hören, besonders „Jetzt geht's los!” ist ein fester Bestandteil des Gesangs-Repertoires. Seit einiger Zeit gibt es auch eine Freundschaft mit den Harlekins aus Berlin (Hertha BSC).

In jüngerer Zeit war der FC Metz der Rivale von Racing. In der Saison 2010/11 spielte man in der National auch gegen den SR Colmar. Die Rivalitäten zu anderen Klubs aus dem Elsass sind, aufgrund der langjährigen Klassenunterschiede, weitestgehend eingeschlummert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thierry Berthou/Collectif: Dictionnaire historique des clubs de football français. Pages de Foot, Créteil 1999, Bd. 1 (A-Mo) ISBN 2-913146-01-5, Bd. 2 (Mu-W) ISBN 2-913146-02-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: RC Strasbourg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview mit Strasbourgs damaligem Präsidenten Jean-Claude Plessis bei France Football.
  2. siehe den Artikel „Racing Straßburg, zum Aufsteigen verdammt“ aus der Badischen Zeitung vom 19. April 2011
  3. siehe den Artikel „Strasbourg – eine Geschichte der Verrückten“ in France Football vom 21. Juni 2011, S. 32–35.
  4. [1].
  5. siehe diesen Artikel vom 11. Juli 2011 bei France Football.
  6. Artikel aus Le Parisien vom 18. Juli 2011
  7. nach diesen Artikel in den Dernières Nouvelles d’Alsace vom 25. August 2011.
  8. siehe den Artikel vom 4. Juni 2012 bei francefootball.fr
  9. France Football vom 9. April 2013, S. 36