Radio Bremen

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Dieser Artikel erläutert die Rundfunkanstalt; den Bremer Ortsteil siehe unter Schwachhausen.
RB-Logo

 Landesrundfunkanstalt der ARD
Karte der einzelnen Landesrundfunkanstalten

Haupteingang zum zentralen Redaktionsgebäude an der Diepenau im Stephaniviertel

Radio Bremen ist eine 1945 gegründete Anstalt des öffentlichen Rechts (Landesrundfunkanstalt) für die Freie Hansestadt Bremen. Damit ist sie die älteste öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt der Bundesrepublik Deutschland. Zudem ist Radio Bremen die kleinste Landesrundfunkanstalt der ARD, deren Mitglied sie seit der ARD-Gründung 1950 ist. Radio Bremen befasst sich jedoch nicht nur mit dem Land Bremen, sondern berichtet auch aus dem niedersächsischen Umland (vgl. Metropolregion Bremen/Oldenburg).

Sitz und Betrieb[Bearbeiten]

Sitz des Senders ist Bremen, Diepenau 10, 28195 Bremen an der Weser. Zunächst zogen die Bereiche Fernsehen und Online in den neuen Radio-Bremen-Komplex im Stadtteil Bremen-Mitte (Stephaniviertel/Faulenquartier). Hörfunk und Verwaltung folgten Ende 2007. In Bremerhaven besteht ein Regionalstudio. Die nach 1980 neu erbauten Studio- und Betriebsgebäude des Hörfunks in Bremen-Schwachhausen am Standort des früheren Luftwaffen-Lazaretts sind seit 2007 nicht mehr im Betrieb und wurden in eine medizinische Einrichtung umgewandelt. Der akustisch besonders hochwertige Konzertsaal blieb in freier Trägerschaft erhalten. Die nach 1960 erbauten Studio- und Betriebsgebäude des Fernsehens in Bremen-Osterholz sind seit Anfang September 2007 nicht mehr im Betrieb und wurden abgerissen. Die seit 1945 in Bremen im Leher Feld betriebenen Sendeanlagen wurden 1999 durch einen Neubau in Bremen-Oberneuland[1] abgelöst oder auf technische Einrichtungen der Deutschen Telekom übergeleitet. Der Mittelwellensender auf 936 kHz wurde 2010 aus Kostengründen ohne vorherige Ankündigung abgeschaltet.

Aktuelle Lage[Bearbeiten]

Die zuvor getrennten Standorte von Hörfunk und Fernsehen wurden aus Spargründen Ende 2007 an einem neuen gemeinsamen, deutlich kleineren Standort im Zentrum Bremens (Stephani-Viertel) zusammengelegt, wo Radio Bremen nach eigenen Angaben Europas modernstes Funkhaus unterhält. Mit dem Umzug wurde die Technik komplett digitalisiert. In einem gemeinsamen Redaktionssystem arbeiten erstmals Hörfunk-, Fernseh- und Onlineredaktionen zusammen. Damit strebt Radio Bremen als erste ARD-Anstalt und die Bremedia ein konsequent trimediales Arbeiten an.

Bedingt durch eine massive Kürzung beim ARD-internen Finanzausgleich verlor Radio Bremen seit 1999 einen großen Teil seiner Mittel. In der Folge mussten die Programme Hansawelle und Radio Bremen Melodie zu Bremen Eins zusammengelegt werden, das anspruchsvolle Kulturprogramm Radio Bremen 2, das einen Großteil des ehemaligen Budgets in Anspruch nahm, wurde in eine Gemeinschaftsproduktion mit dem NDR, Nordwestradio, überführt. Es wurde deutlich Personal abgebaut auf zurzeit etwa 300 Mitarbeiter[2]; hinzuzurechnen sind operativ allerdings die Mitarbeiter der Bremedia Produktion GmbH.

Der gesamte Bereich Produktion/Technik sowie einige redaktionell tätige Mitarbeiter des Senders wurden trotz Protesten aus der Belegschaft am 1. April 2006 zur Kostensenkung in die Tochtergesellschaft Bremedia Produktion GmbH ausgelagert, an der Radio Bremen 49 % hält. 51 % besitzt die Bavaria Film GmbH. Bereits zum 1. Januar 2006 wurde die Abteilung Ausstattung in die Bremer Bühnenhaus GmbH ausgegliedert, an der Radio Bremen ebenso nur als Minderheitsgesellschafter beteiligt ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Logo bis 2001
Standort des Hörfunks bis 2007

Sender Bremen 1924-1945[Bearbeiten]

1922 wurde unter Mitwirkung des Bremischen Großkaufmanns Ludwig Roselius die Gesellschaft „Deutsche Stunde für drahtlose Belehrung und Unterhaltung“, als erster Schritt zur Verwirklichung eines allgemeinen Rundfunks mit künstlerischen Darbietungen, gegründet. Am 2. Mai 1924 begann die Nordische Rundfunk AG (NORAG) in Hamburg mit einem Gesellschaftskapital von 300.000 RM den Betrieb. Am 30. November 1924 wurde der „Zwischensender“ Bremen, der der NORAG eigene Sendungen lieferte, von Staatssekretär Bredow in Betrieb genommen und an Bürgermeister Donandt übergeben. Die Geschäftsstelle der NORAG Bremen wurde zunächst in dem Gebäude Am Markt 14 untergebracht. Ernst Pündter (1884–1929) war ab 1925 erster künstlerischer Leiter und ab Januar 1926 Leiter des Bremer Senders.

Mit der Gründung des Bremer Senders wurde das Gesellschaftskapital verdoppelt; zehn Anteile von je 500 RM befanden sich in bremischen Händen. Auf Grund dieser Beteiligung erhielt Bremen einen Sitz im Aufsichtsrat der NORAG, den Senator Thalenhorst einnahm. Vertreter Bremens im Kulturbeirat waren nacheinander F. Noltenius (1927–1929) und Konsul C. Menke (1930–1932).

Der Mittelwellensender mit einer Leistung von bescheidenen 250 Watt wurde im Postgebäude an der Domsheide eingerichtet. Von einem Nebenraum wurde er „besprochen“. Die Sendeantenne wurde zunächst zwischen dem Telegrafenamt und dem Ostturm des Doms gespannt.

Am Eröffnungstag gab es neben Nachrichten und Sport den Landfunk und das Reich der Frau. Um 17.00 Uhr wurde die Eröffnungsfeier mit einer Ansprache des Staatssekretärs Hans Bredow und Werken von Haydn, Beethoven, Mozart, Wagner und Rachmaninoff, live gespielt vom Philharmonischen Quartett Bremen, übertragen.

Als erstes eigenes Heim bekam der Sender im März 1925 im Stadttheater Am Wall einen Funksaal. Aus dem ehemaligen Ballsaal, der zur Verbesserung der Akustik mit dicken Wolkengardinen an Decken und Wänden und einem schweren Teppich auf dem Fußboden ausgestattet war, wurden Hörspiele und Konzerte übertragen. Später erfolgte ein Umzug in das ehemalige Gewerbemuseum in der Kaiserstraße.[3][4]

In den folgenden Jahren steuerte der Bremer Sender täglich drei bis vier Stunden zum gemeinsamen Programm bei. Hierzu gehörten auch die sonntäglichen Konzerte aus der oberen Rathaushalle, das Hafenkonzert, die Übertragung von Sportveranstaltungen, Direktübertragungen aus dem Theater, dem Astoria oder der Empfang nach dem Transatlantikflug von Köhl, Hünefeld und Fitzmaurice.

Die Programmauswahl wurde von einem Rundfunkausschuss unterstützt, der aus Vertretern der Bremischen Wirtschaft, der Literatur, der bildenden Künste und der Musik zusammengesetzt war und dem unter anderem der Oldenburger Dichter August Hinrichs angehörte.

1927 stellte der Bremer Staat dem Sender das historische Gebäude der Alten Stadtwaage in der Langenstraße zur Verfügung. Die Einweihung erfolgte am 24. September 1927. 1931 wurde dem Bremer Sender die eigene Welle entzogen. Fortan konnte nur noch von jeweils einem Studio der Norddeutschen Gleichwelle gesendet werden. Die Bremer Sendezeit ging auf wöchentlich etwa zehn Stunden zurück, aktuelle Sendungen konnten nicht mehr ausgestrahlt werden, wichtige Meldungen wurden telefonisch nach Hamburg gemeldet und an die Nachrichten der NORAG angehängt.

1932 wurde der Rundfunk durch die Regierung von Papen verstaatlicht. Die einzelnen Sendegesellschaften erhielten einen Staatskommissar. Ein Jahr später wurde die NORAG als Reichssender Hamburg Teil des Großdeutschen Rundfunks. 1933 wurde in Utbremen ein 90 Meter hoher Sendeturm aus Holz errichtet. Dieser wurde nach Zerstörung durch Blitzschlag durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. Er sendete bis 1945.

Radio Bremen ab 1945[Bearbeiten]

Bereits im Sommer 1945 gab es Überlegungen, die technischen Einrichtungen des Rundfunks des Senders Bremen wieder in Betrieb zu nehmen. Der Präsident des Senats, Bürgermeister Wilhelm Kaisen, verhandelte mit den Amerikanern. Im Herbst 1945 beschlagnahmten die US-Streitkräfte eine Villa in der Schwachhauser Heerstraße 363 und richteten dort einen Sender der Militärregierung ein. Er bekam den Namen Radio Bremen. Das Personal begann unter der Leitung des in Hamburg geborenen amerikanischen Offizier Edward E. Harriman den Rundfunk einzurichten. Am 23. Dezember 1945 meldete sich auf Initiative von Hans Günther Oesterreich Radio Bremen als Sender der amerikanischen Besatzung mit einem täglich über Mittelwelle verbreiteten mehrstündigen Programm aus der Villa an der Schwachhauser Heerstraße. Als Sendesaal wurde die St.-Pauli-Gaststätte an der Horner Heerstraße genutzt.

Am 26. Februar 1946 ernannte die amerikanische Militärregierung Walter Geerdes zum stellvertretenden Intendanten und am 1. Juli 1946 zum Intendant von Radio Bremen. 1949 wurde Radio Bremen in eine Anstalt des öffentlichen Rechts für das Land Bremen überführt. Der 1949 gegründete Rundfunkrat Bremen bestätigte Geerdes als Intendant. 1950 war Radio Bremen Gründungsmitglied der ARD. Im gleichen Jahr erhielt der Sender aus einer amerikanischen Spende 1,76 Millionen DM, die es ermöglichte nach Plänen von Herbert Anker das Funkhaus im Bremer Stadtteil Schwachhausen, im heutigen Ortsteil Radio Bremen, an der Bürgermeister-Spitta-Allee/Ecke Heinrich-Hertz-Straße zu bauen. Als herausragend gilt der 1952 nach Plänen von Hans Storm erstellte Radio Bremen Sendesaal (später Studio F), der aufgrund seiner besonderen Bauweise über eine europaweit einzigartige Akustik (Akustiker Walter Kuhl) verfügt und 2009 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Programmgeschichte von Radio Bremen[Bearbeiten]

Radio Bremen strahlte bis 1952 nur ein Hörfunkprogramm aus (später Radio Bremen 1 und ab 1968 „Hansawelle Bremen“). Am 14. April 1952 startete das 2. Hörfunkprogramm über UKW Radio Bremen 2, das nach und nach zu einem anspruchsvollen Programm mit kulturellen Wortbeiträgen sowie klassischer und moderner Musik ausgebaut wurde (seit 1982 ist es Vollprogramm und seit dem 1. September 1992 ein Kulturprogramm). Seit 1962 liefert Radio Bremen einen dreiprozentigen, heute einprozentigen, Anteil zum Ersten Deutschen Fernsehen (Das Erste).

Am 1. November 1964 startete Radio Bremen sein 3. Hörfunkprogramm, Radio Bremen 3, zunächst als Gastarbeiterprogramm, ab 1. Januar 1985 als Vollprogramm mit Leichter Musik. Am 1. September 1992 wurde es in eine Klassikwelle verwandelt und ab 4. September 1995 bzw. ab 1. November 1998 eine Melodiewelle (Radio Bremen Melodie) mit Schwerpunkt Regional-Informationen.

Am 4. Januar 1965 startete Radio Bremen zusammen mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) und dem Sender Freies Berlin (SFB) das Dritte Fernsehprogramm „Nord 3“ (später auch „N3 – Norddeutsches Fernsehen“, heute: NDR Fernsehen) für die Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Berlin. Der SFB, trat im Oktober 1992 aus dem Gemeinschaftsprogramm aus und startete ein eigenes Fernsehprogramm (damals unter den Namen B 1; später SFB 1, heute rbb Fernsehen). Das NDR Fernsehen wurde Zug um Zug zum Vollprogramm ausgebaut.

Bei Radio Bremen – im kleinen aber förderlichen Rahmen – machten Comedystars wie Hape Kerkeling (Total normal, bei Radio Bremen produziert, 1989) und Rudi Carrell (Rudi Carrell Show, 1965) ihre ersten Schritte und erarbeitete sich Loriot mit seiner gleichnamigen Fernsehserie (1976–78) anhaltende Popularität beim Fernsehpublikum.

In der Austastlücke dieses Programms startete der NDR zusammen mit Radio Bremen am 30. September 1988 sein regionales Videotext-Angebot unter der Bezeichnung „Nord-Text“. Seit Dezember 2001 wird es als „NDR-Text“ geführt, die Informationen über Angebote von Radio Bremen firmieren als „radiobremen-text“. Innerhalb des Ersten sendete Radio Bremen seit 1980 ein eigenständiges Regionalprogramm („Buten un Binnen“).

Das 4. Hörfunkprogramm von Radio Bremen, Radio Bremen Vier, startete am 1. Dezember 1986 als Jugendprogramm mit einem hohen Anteil an Rockmusik, bevor es am 1. September 1992 leicht verändert wurde.

Am 30. August 1998 startete der Westdeutsche Rundfunk (WDR) in Kooperation mit Radio Bremen das Hörfunkprogramm Funkhaus Europa als integratives Angebot für Hörer ausländischer Herkunft und interessierte Deutsche in Nordrhein-Westfalen und in Nordwestdeutschland. Das Programm ist seit September 2001 in Bremen über UKW und kurze Zeit auch über Mittelwelle zu empfangen. Auf der Mittelwelle sendet jetzt Bremen Eins.

1999 wurde die Sendeanlage am Leher Feld stillgelegt. Für die Verbreitung der UKW-Programme wurden Sender der Deutschen Telekom auf dem Fernmeldeturm angemietet, während für die Verbreitung des Mittelwellenprogramms eine neue Sendeanlage in der Nähe der Straße Aumundsdamm im Stadtteil Oberneuland in Betrieb ging.

Am 30. April 2001 wurde „Radio Bremen 3“ (seit 1995 „Radio Bremen Melodie“) zusammen mit „Radio Bremen Hansawelle“ zum Programm Bremen Eins verschmolzen. Am 1. November 2001 startete das Nordwestradio, ein gemeinsames Hörfunkprogramm von Radio Bremen und dem NDR. In diesem Programm ging das bisherige 2. Hörfunkprogramm „Radio Bremen 2“ auf. Somit werden seit 2001 von Radio Bremen oder unter Beteiligung von Radio Bremen nach wie vor vier Hörfunkprogramme ausgestrahlt.

Auf der UKW-Frequenz 95,0 MHz wird ein fünftes Radio-Bremen-Programm ausgestrahlt, die Parlamentswelle. Hier werden die Sitzungen der Bremer Bürgerschaft übertragen. Zu anderen Zeiten wird über diese Frequenz das Programm von NDR Info übertragen. Während zu Anfang die RDS-Kennung noch RB/NDR war, ist sie nun NDR Info.

Am 1. Januar 2005 startete das Radio Bremen TV. Hier werden seitdem die regionalen Inhalte von Radio Bremen für Bremen und Bremerhaven ausgestrahlt. Bis zum 31. Dezember 2004 wurden die meisten regionalen Inhalte in einem gesonderten Vorabendprogramm im Ersten verbreitet. Radio Bremen schloss sich damit dem harmonisierten Programmschema an, was aufgrund einer neuen Organisation im Ersten nötig geworden war. Seit 2005 wird das gesamte Programm des Ersten aus Kostengründen zentral vom ARD-Sternpunkt beim HR in Frankfurt abgewickelt (Zentrale Sendeabwicklung/ZSAW).

Rechtliche Verankerung[Bearbeiten]

Radio Bremen ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Gesetzliche Grundlage sind das Radio Bremen Gesetz sowie der Rundfunkstaatsvertrag mit dem Land Bremen. Aufsichtsgremium ist der Rundfunkrat. Aufsichtsbehörde ist die Landesrundfunkanstalt. Den Gebühreneinzug besorgt die GEZ Köln, Organisationseinheit der deutschen öffentlichen Rundfunkanstalten ohne eigene Rechtsperson. Einnahmen aus der Rundfunkwerbung erwirtschaftet die Radio Bremen Media GmbH in Diepenau 2, 28195 Bremen. Struktur und Organisation der Anstalt sind im Radio-Bremen-Gesetz geregelt. Darüber hinaus sind darin unter anderem der Programmauftrag und die gesellschaftliche Kontrolle der Anstalt festgeschrieben. Zuletzt wurde das Gesetz durch die Bremische Bürgerschaft hat am 23. Januar 2008 mit den Stimmen der rot-grünen Koalition geändert. Das novellierte Gesetz trat am 1. Februar 2008 in Kraft.

Beteiligungsgesellschaften sind die Radio Bremen Media GmbH (100 %, Diepenau 10, Bremen), die Ndrb Sales & Services GmbH (mit NDR 2)[5], die Bremedia Produktion GmbH[6] und die Bremer Bühnenhaus GmbH[7] jeweils mit eigener Geschäftsführung.

Strukturreform[Bearbeiten]

Die Organisation von Radio Bremen wurde 2005/2006 unter Federführung des damaligen Intendanten Heinz Glässgen grundlegend umstrukturiert. Die gesamte technische Produktion und Sendetechnik von RB wurde im Rahmen eines private public partnership Models am 1. April 2006 an die Bremedia Produktion GmbH ausgegliedert. Anteilseigner an dem Bremer Unternehmen sind die Bavaria Film GmbH mit 51 Prozent und Radio Bremen mit 49 Prozent. Bremedia produziert sämtliche Fernsehproduktionen, betreut technisch alle vier Radioprogramme und das Internetangebot des Senders. Zudem ist die Bremedia Produktion GmbH an der Produktion von Kinofilmen beteiligt. Dadurch erhoffte sich der Sender eine Senkung der Betriebs- und Produktionskosten.

Der Betriebsrat kritisierte die Auslagerung des gesamten Technischen Dienstes in ein privates Unternehmen, da dieses nicht an die für Radio Bremen geltenden Tarifverträge gebunden ist. Die Dienstleistungsgewerkschaft verdi befürchtete, dass durch die Einstellung von Journalisten durch Bremedia die "redaktionelle Unabhängigkeit von der Privatwirtschaft" [8] nicht mehr gewährleistet sei. Bereits zum 1. Januar 2006 wurde die Abteilung Ausstattung in die Bremer Bühnenhaus GmbH ausgegliedert, an der Radio Bremen ebenso nur als Minderheitsgesellschafter beteiligt ist. Zuvor wurde von Radio Bremen die Verantwortung für die Ausstrahlung der UKW- und Fernseh-Programme vom eigenen Senderbetrieb an die Deutsche Telekom übergeben. Aufgaben von Radio Bremen im Bereich des Gebühreneinzugs werden seit 2001 vom NDR wahrgenommen [9]. Ziel der Maßnahmen war, den Status des Senders als eigenständige Landesrundfunkanstalt auch in Zukunft zu sichern.

Intendanten von Radio Bremen[Bearbeiten]

Programme[Bearbeiten]

Radio Bremen strahlt allein oder gemeinsam mit anderen Rundfunkanstalten folgende Programme aus:

Hörfunkprogramme[Bearbeiten]

Fernsehprogramme[Bearbeiten]

Radio Bremen online[Bearbeiten]

Als dritte Vertriebssäule und eigenen programmatischen Schwerpunkt bespielt Radio Bremen auch das Internet. Als eine der ersten ARD-Anstalten ging Radio Bremen 1995 online. Heute betreut die eigene zehnköpfige Online-Redaktion ein umfangreiches Internetangebot, das die Hörfunk- und Fernsehprogramme begleitet und eigene Akzente setzt. Per Internet sind außerdem alle vier Hörfunkwellen live zu hören (Stream). Das Regionalmagazin Buten un Binnen ist auch per Web zu sehen. Ferner werden zahlreiche Sendungen per Podcast verbreitet. Fast rund um die Uhr werden außerdem regionale Nachrichten im Internet verbreitet.

Bekannte Sendungen[Bearbeiten]

Das Sofa aus der von Radio Bremen produzierten Fernsehserie Loriot steht seit 2011 im Foyer des Senders (2013)

Einige bekannte Sendungen oder Produktionen von Radio Bremen sind oder waren:

Sendeanlagen[Bearbeiten]

Bis 1999 betrieb Radio Bremen in Bremen-Leher Feld eine Sendeanlage für UKW, MW, KW und TV mit 3 Sendemasten und einer Kurzwellen-Antenne auf dem Leher Feld. Allerdings musste diese Anlage aus Gründen der elektromagnetischen Umweltverträglichkeit stillgelegt und abgerissen werden.

Als Ersatz für die UKW- und TV-Sender wurden auf dem Fernmeldeturm Bremen (Eigentümer: Deutsche Funkturm GmbH) entsprechende Sendeeinrichtungen installiert. Seit dem 24. Mai 2004 wird dort das TV-Programm über DVB-T ausgestrahlt.

Für den auf der Mittelwellenfrequenz 936 kHz arbeitenden Mittelwellensender wurde in Bremen-Oberneuland eine neue Sendeanlage mit Rundstrahlcharakteristik errichtet. Als Antenne dient eine geknickte Reusenantenne, die an einem 45 Meter hohen, abgespannten, geerdeten Stahlfachwerkmast befestigt ist. Diese Sendeantenne besitzt einen Gewinn von 4,5 dB, bewirkt also, dass der dort installierte 50-Kilowatt-Sender mit einer ERP von 140 Kilowatt sendet. Der Mittelwellensender auf 936 kHz wurde am 13. März 2010 aus Kostengründen abgeschaltet.[10]

Daneben betrieb Radio Bremen auch noch eine Sendeanlage für UKW und TV in Bremerhaven (am Bürgerpark). Dieser Rundfunksender Bremerhaven-Bürgerpark wurde im Oktober 2000 aufgegeben, seitdem werden die Bremerhavener Frequenzen von Radio Bremen vom Fernmeldeturm Schiffdorf der Deutsche Funkturm GmbH abgestrahlt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Radio Bremen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Radio Bremen (Hrsg.): 40 Jahre Rundfunk in Bremen. Pressstelle, o. J.
  • Michael Augustin, Peter Dahl, Radio Bremen : Wir grüßen alle unsere Hörer – Radio Bremens frühe Jahre. Edition Temmen, 1995, ISBN 3-86108-280-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sender in Bremen
  2. die tageszeitung vom 5. Dezember 2006, http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2006/12/05/a0257
  3. Peter Dahl in Wir grüßen alle unsere Hörer, S.13
  4. Bremer Rundfunk-Chronik (HTML) In: 1924 - 1945: Die Norag „Zwischensender“ Bremen der Nordischen Rundfunk AG. Radio Bremen. Abgerufen am 5. Oktober 2012.
  5. Ndrb Sales & Services GmbH, Diepenau 2, Bremen
  6. Bremedia Produktion GmbH, Großenstraße 2, Bremen
  7. Bremer Bühnenhaus GmbH, Korffsdeich 1, Bremen
  8. Willkür Tür und Tor geöffnet?verdi (2007)
  9. Pressemitteilung vom 1. Februar 2001, Text bei http://www.pressetext.com/pte.mc?pte=010201022, Abruf am 6. Mai 2007
  10. Weserkurier:Oberneulander Sendemast abgerissen

53.0804333333338.7956222222222Koordinaten: 53° 4′ 49,6″ N, 8° 47′ 44,2″ O