Radio Corax

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Radio Corax
Logo radio-corax schwarz 2010.png
Allgemeine Informationen
Empfang analog terrestrisch
Sendegebiet Halle (Saale), Saalkreis, Köthen, Bernburg und Schönebeck; z.T. auch Leipzig, Dessau, Merseburg, Naumburg
Eigentümer Corax e.V.
Programmchef Freies Radio im Raum Halle
Sendestart Juli 2000
Rechtsform nichtkommerzielles Lokalradio
Liste der Hörfunksender
Der Radiosender verfügt über moderne Technik.

Radio Corax ist ein linkes Freies Radio in Halle (Saale). Als nichtkommerzielles Lokalradio sendet Radio Corax 24 Stunden täglich. Terrestrisch ist Radio Corax in Halle und im südlichen Sachsen-Anhalt auf der UKW-Frequenz 95,9 MHz (Kabel 99,9 MHz oder 96,25 MHz) empfangbar und im Internet auch via Livestream.

Corax ist Mitglied im Bundesverband Freier Radios (BFR) und im Community Media Forum Europe (CMFE).[1] Seit 2013 ist Radio Corax auch Mitglied bei AMARC.[2]

Organisation[Bearbeiten]

Getragen wird der Sender vom gemeinnützigen Radioverein Corax e. V., der 1993 gegründet wurde. Neben dem alle zwei Jahre zu wählenden Vorstand sind weitere Organe des Vereins die Mitgliedervollversammlung, der Beirat und die Geschäftsführung. Mitglied im Verein sind etwa 250 Personen[3], welche das Radioprogramm ehrenamtlich gestalten. Zur Absicherung des Sendebetriebs verfügt Radio Corax über fünf Angestellte in Teilzeit.[4]

Grundlage aller Programminhalte ist das einzuhaltende Redaktionsstatut.

Seit 2006 existiert der Förder- und Freundeskreis Freies Radio, der Radio Corax mit Spendenaktionen und finanziellen Zuwendungen unterstützt.[5]

Programm[Bearbeiten]

Die ca. 150 Sendungen[6] werden zum größten Teil von eigenen Redaktionen gestaltet. Diese bestehen aus Einzelpersonen, Künstlern, Migranten, Schülern, Kindern, antirassistischen und anderen Projektgruppen.

Neben Musikspartensendungen am Abend berichtet Radio Corax wochentäglich tagesaktuell in einem Morgen-, Mittags- und Abendmagazin. Die Sendezeiten hierfür sind morgens von 7:00 bis 10:10, mittags von 13:00 bis 15:10 und abends von 18:00 bis 19:00. Seit Anfang 2009 hat sich diese Sendeschiene in eine weitere Richtung erweitert. Die Morgenmagazine am Dienstag und Donnerstag werden aus den Sendestudios des Leipziger Freien Radios Radio Blau gesendet. Gestaltet werden diese Sendungen von der Redaktion von Radio Corax. Die Haustechniker vom Projekt Terminal.21 entwickelten dazu aus einer Set-Top-Box (S100 von T-Online) einen Linux-basierten Stream-Server. Dieser speist das Signal des Studios von Radio Blau ins Sendestudio von Radio Corax, von wo aus es auf dessen Frequenz in den Äther geht. Seit Frühjahr 2011 existieren weitere Kooperationen mit Freien Radios in Deutschland. So wurde 2011 und 2012 einmal monatlich die tagesaktuelle Sendung Witjas Tiefe zusammen mit dem Freien Sender Kombinat (FSK) Hamburg gestaltet. Seit Mai 2011 wird das wöchentliche Magazin Radia Obskura ausgestrahlt, welches als Kooperation zwischen corax und dem Berliner Pi Radio entsteht. Redaktionell beteiligt sich Radio Corax am Austausch von Sendungen und Beiträgen mit anderen Freien Radios über ein Online-Portal.

Magazinsendungen zu den Themenfeldern Politik, Kultur, Umwelt, Europa, Uni oder Medien sind Bestandteil des Programms. Hinzu kommen experimentelle Radioformen. Radio Corax sendet in elf verschiedenen Sprachen.

Unimono[Bearbeiten]

Unimono ist eine Sendung von Studenten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Gesendet wird zweimal im Monat jeweils 50 Minuten, am zweiten und dritten Montag von 19 bis 19.50 Uhr und in der Wiederholung am Tag darauf von 10.10 bis 11 Uhr. Gegründet wurde die Sendung ursprünglich als Seminar der Medien und Kommunikationswissenschaften im Jahr 2004. Maßgeblich daran beteiligt war Golo Föllmer. Im Laufe der Zeit hat sich Unimono institutsunabhängig gemacht, so dass heute knapp die Hälfte der Aktiven aus anderen Studienbereichen kommt und die Sendung in Eigenverantwortung entworfen wird. Die anfängliche Form einer Magazinsendung blieb erhalten. Jedoch gibt es einzelne Experimental- oder Themensendungen. Die Bandbreite reicht von politischem bis unterhaltsamen, von klassischen Beiträgen bis hin zu experimentellem Radio. Der Fokus aller Sendungen liegt in der Regel auf studentischen Belangen.

ĐứcViệtCorax[Bearbeiten]

Zwischen August 2010 und November 2012 existierte ein vietnamesisch-deutsches Schülerradio mit dem Namen ĐứcViệtCorax (kurz DVC) – der Name bedeutet übersetzt "Deutsch-Vietnamesisches Corax". Zehn Jugendliche im Alter zwischen 13 und 15 Jahren gestalten monatlich eine Stunde Programm. Die Sendungen sind auf deutsch. Die Redaktion wurde ins Leben gerufen in Zusammenarbeit mit dem Verein Vietnamesen in Halle e.V. nach Vorbild der bereits existierenden Redaktion Funkloch. Die erste Sendung wurde am 26. September 2010 ausgestrahlt. Themen entstammen vor allem der Lebenswelt der Jugendlichen, denn die Jugendlichen entscheiden selbständig über die Inhalte und erstellen diese auch selbst. Begleitet werden sie auf Nachfrage von Medienpädagogen von Radio corax. Im Herbst 2011 wurde die Redaktion durch die Freiwilligenagentur Halle-Saalkreis finanziell unterstützt um das Projekt ĐứcViệtCorax gegen Gewalt zu realisieren.[7] Zum Abschluss des Projektes wurde eine CD mit Gesprächen und Interviews veröffentlicht. Diese Zusammenstellung siegte beim 9. Freistil Jugendengagementwettbewerb Sachsen-Anhalt und erhielt den Hauptpreis.[8]

Im Herbst 2011 richtete die Redaktion den Jugendradiowettbewerb Radiopoesie aus.[9]

Projekte[Bearbeiten]

Radiorevolten[Bearbeiten]

Das internationale Festival zur Zukunft des Radios wurde im Herbst 2006 als ein Kooperationsprojekt, dem sich rund 50 Radiosender sowie Audio- und Medienkünstler aus Europa angeschlossen haben, veranstaltet. Im Mittelpunkt der Ausstellungen, Radiosendungen, Radio-Interventionen im öffentlichen Raum und dem internationalen Kongress „Relating Radio“ standen Perspektiven und Modelle der künstlerischen Aneignung des Mediums Radio.

InterAudio[Bearbeiten]

InterAudio soll die interkulturelle Kooperation und den internationalen Austausch fördern. Teil dieses Projekts ist u. a. eine Osteuropa-Archiv Freier Radios und ein Programm für die interkulturelle Radioausbildung. Ergebnis des Projektes war ein Handbuch zur Interkulturellen Medienbildung.[10] Innerhalb weiterer Projekte und europäischer Lernpartnerschaften wurden diese Unterlagen erweitert oder mit Fokus auf spezifische Fragestellungen weiterentwickelt.[11][12] Aktuell ist Radio Corax an der Entwicklung von Lehrmaterialien und Trainingseinheiten zur Weiterbildung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen beteiligt.[13]

Europaradio[Bearbeiten]

Das europajournalistische Projekt umfasst ein wöchentliches Magazin - Interaudio Europe sowie weitere Beiträge und Nachrichten im Programm von Radio Corax. Gemeinsam mit Radio Z in Nürnberg wurde erstmals ein Korrespondentenbüro in Brüssel eingerichtet.

Addicted2Random[Bearbeiten]

Im Juli 2013 veranstaltete Radio CORAX in Kooperation mit der Stiftung Händel-Haus Halle das Radio- und Klangkunstfestival Addicted2Random (A2R). Ziel war es die Größe "Zufall" als Parameter in der europäischen Musiklandschaft zu erkunden. Neben der Ausstellung im Händelhaus "The Way Things May Go" traten Künstler und Künstlerinnen wie Aoki Takamasa und Felix Kubin auf. Gefördert wurde das Festival vom EU Culture Programm, der Kunststiftung Sachsen-Anhalt und dem British Council.[14]

Livestream[Bearbeiten]

Parallel zum terrestrischen Empfang kann das Programm von Radio Corax auch im Internet per Livestream empfangen werden. Aktuelle Beiträge des Programms werden auf der Homepage des Senders vorgestellt und als Podcast auf der Austauschplattform des Bundesverbands der Freien Radios (BFR) zum Download angeboten und gleichzeitig archiviert.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Am 6. November 2010 wurde Radio CORAX für seine publizistische Arbeit vom Deutschen Journalisten-Verband Sachsen-Anhalt mit einem Preis von 1.500 EUR ausgezeichnet. Auf dem Landespresseball Sachsen-Anhalt hob der Vorsitzende des Landesverbandes Uwe Gajowski besonders die kritische Auseinandersetzung mit Themen im Programm von Radio CORAX hervor.[15]

Im Frühjahr 2011 erhielt Radio CORAX den erstmals vergebenen Sonderpreis für Mediale Kreativität innerhalb der Verleihung des politik und kultur-Journalistenpreises durch den Deutschen Kulturrat. Dieser würdigte die Live-Diskussionreihe Halle-Forum[16][17] Weitere Preisträger waren Entweder Broder – Die Deutschland-Safari, Reinhard Baumgarten, Hörfunkjournalist des Südwestrundfunks, der Autor Daniel Gräfe, der Fernsehjournalist Peter Scharf sowie die Redaktion Kakadu von Deutschlandradio Kultur.[18]

Am 5. Mai 2011 wurde die politische Bildungsarbeit sowie die politischen Partizipationsmöglichkeiten bei und durch Radio CORAX durch den Bundesausschuss Politische Bildung (bap) gewürdigt.[19] In der Begründung wurde ausgeführt, dass Medienkompetenz nicht als Selbstzweck vermittelt würde, sondern als Grundlage für eine gleichberechtigte und kritische Auseinandersetzung mit Gesellschaft. Ein wichtiges Element hierfür sei auch die Experimentierfreude bei der Weiterentwicklung von Kommunikations- und Partizipationsformen.[20][21]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mitgliederliste des CMFE - Abgerufen am 28. Juli 2009
  2. Protokoll Vorstand Radio corax 14. Mai 2013
  3. Angabe nach einem der Mitgliederversammlung 2012
  4. Kontaktangaben auf der Seite von Radio Corax
  5. Homepage des ffk
  6. Eigenangaben auf der Homepage von Radio corax
  7. Selbstdarstellung von ĐứcViệtCorax
  8. DucVietCorax beim 9. Freistil-Jugendengagementwettbewerb ausgezeichnet in Magdeburger Nachrichten am 5. März 2012
  9. Die Jury wartet auf radiopoesie.radiocorax.de
  10. Handbuch Inter.Media zum Download auf iml-europe.eu
  11. Projektseite IML - Intercultural Media Literacy
  12. Projektseite MPAC - Media Participation for Active Citizenship
  13. Projektseite SMART - Specific Methodologies and Resources for Media Trainers
  14. [1]
  15. Pressemitteilung von Radio CORAX
  16. Pressemitteilung von radio corax
  17. politik und kultur - Zeitung des Deutschen Kulturrats Nr.04/11, S.12; pdf-Version
  18. Preisträger des puk-Journalistenpreises 2011 auf der Seite des Deutschen Kulturrates
  19. Preisträger des Preises Politische Bildung 2011 auf der Seite des bap
  20. Pressemitteilung von Radio corax
  21. Preis Politische Bildung 2011: Nell-Breuning-Haus erhält zweiten Preis

Weblinks[Bearbeiten]