Radio Köln

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Radio Köln
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Allgemeine Informationen
Empfang analog terrestrisch, Kabel & Webradio
Sendegebiet Köln
Sendestart 4. Mai 1991
Rechtsform privat
Programmtyp Lokalradio
Homepage www.radiokoeln.de
Liste der Hörfunksender
Sitz von Radio Köln im Mediapark (bis Januar 2014)

Radio Köln ist ein zum Privatrundfunk gehörender Kölner Lokalradiosender mit Vollprogramm.

Gründungsvoraussetzungen[Bearbeiten]

Privatrechtlicher Hörfunk ist in Deutschland erst seit 1985 zulässig. Am 16. Juni 1981 ebnete das Bundesverfassungsgericht mit dem 3. Rundfunk-Urteil den Weg für den privaten Rundfunk, jedoch begründete erst das 4. Rundfunk-Urteil vom 4. November 1986 das duale Rundfunksystem. Das Bundesverfassungsgericht entschied, dass der private Rundfunk nicht alleine, sondern gemeinsam mit den Öffentlichen-rechtlichen Rundfunkanstalten die sich aus der Rundfunkfreiheit des Art. 5 GG ergebende Kommunikationsaufgabe übernehmen soll. Am 25. Mai 1985 gingen mit der Musikwelle Süd, Radio Gong 2000 und Radio M1 die ersten drahtlosen Privatsender Deutschlands auf Sendung. Am 1. Juli 1985 erhielt Radio FFN als erster landesweiter Privatsender eine Sendelizenz.

Rechtsgrundlage[Bearbeiten]

Das ursprüngliche Rundfunkgesetz für das Land NRW vom 19. Dezember 1986 ist am 2. Juli 2002 durch das Landesmediengesetz NRW (LMG) ersetzt worden. Es sieht ein „Zwei-Säulen-Modell“ für den privaten Hörfunk vor, wonach für die Erteilung einer Zulassung („Sendelizenz“) zwei selbständige Organisationsformen gleichzeitig zu gründen sind. Danach muss sich nach § 52 Abs. 1 LMG eine Veranstaltergemeinschaft einer Betriebsgesellschaft bedienen:

  • die Veranstaltergemeinschaft ist ein gemeinnütziger Verein, in dem alle gesellschaftlich relevanten lokalen Gruppen vertreten sind. Maximal sind 22 Personen erlaubt, bei Radio Köln sind es 18. Sie besitzt die Programmverantwortung;
  • die Betriebsgesellschaft in privater Rechtsform übernimmt die Verantwortung für Finanzen und Technik. An ihr sind bis zu 75 % örtliche Zeitungsverleger (§ 59 Abs. 3 LMG) und 25 % die örtliche Gemeinde (§ 59 Abs. 5 LMG) beteiligt.

Nach § 53 LMG ist der lokale Hörfunk dem Gemeinwohl verpflichtet, wobei lokale Programme „das öffentliche Geschehen im Verbreitungsgebiet darstellen und wesentliche Anteile an Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung enthalten“ müssen. Sie sollen den publizistischen Wettbewerb fördern, dürfen sich nicht ausschließlich an bestimmte Zielgruppen wenden und sollen darauf ausgerichtet sein, bei den Hörfunkteilnehmerinnen und -teilnehmern angenommen zu werden.

Gründung[Bearbeiten]

Die im November 1987 gegründete Veranstaltergemeinschaft Radio Köln e. V. ist Inhaberin der Lizenz, entscheidet über das Programmschema, verantwortet das Programm und ist Arbeitgeber der Beschäftigten. Sie ist Mitglied im Verband Lokaler Rundfunk in Nordrhein-Westfalen e.V. Die Betriebsgesellschaft Radio Köln GmbH & Co. KG ist zuständig für Finanzierung, Technik und Marketing und trägt das unternehmerische Risiko. Sie gehört zu 75 % dem M. DuMont Schauberg-Verlag (wichtige Zeitungen: Kölner Stadt-Anzeiger, Express und Kölnische Rundschau) und zu 25 % der Stadtwerke Köln. Sendestart von Radio Köln war der 4. Mai 1991.

Programm[Bearbeiten]

Radio Köln strahlt ein Vollprogramm aus, bedient also alle Zielgruppen mit allen Programminhalten. Es sendet 8 Stunden selbst produziertes Programm, mit dem einstündigen Bürgerfunk (nach § 40a LMG) gibt es insgesamt eine Programmdauer von 9 Stunden, der Rest wird vom Mantelprogramm übernommen. Dieses Mantelprogramm produziert Radio NRW in Oberhausen, jedoch mit den Jingles der Lokalradiostationen. Die von Radio Köln produzierten Lokalnachrichten weisen eine durchschnittliche Länge von 2:44 min auf,[1] so dass der Privatsender mit 25,3 % über einen auffallend geringen Wortanteil verfügt.[2] Bei Sirenenalarm wird gebeten, das Radio einzuschalten, in Köln sind hierfür WDR 2 und Radio Köln vorgesehen.

Montag bis Freitag

  • Radio Köln am Morgen von 6 Uhr bis 10 Uhr
  • Radio Köln am Nachmittag von 15 Uhr bis 19 Uhr

Samstag

  • Radio Köln am Wochenende von 9 Uhr bis 13 Uhr
  • Radio Köln am Wochenende von 13 Uhr bis 17 Uhr

Sonntag

  • Radio Köln am Wochenende von 9 Uhr bis 12 Uhr
  • Radio Köln im Gespräch von 17 Uhr bis 19 Uhr
  • Radio Köln Kölsch un jot von 21 Uhr bis 24 Uhr

Sondersendungen: FC Live, Radio Köln Aloah, Radio Köln Alaaf und zu den Kölner Lichtern. Lokalnachrichten aus Köln gibt es werktags stündlich von 5:30 Uhr bis 19:30 Uhr und am Wochenende bis zum frühen Nachmittag.

Technik und Personal[Bearbeiten]

Interview während der Enthüllung des Willy-Millowitsch-Denkmals am 25. April 2014

Die Studios von Radio Köln sendeten zunächst seit dem Sendebeginn im Mai 1991 vom Technologiepark Köln-Braunsfeld, seit Oktober 1995 aus dem Kölner Mediapark 5, seit dem 31. Januar 2014 aus Köln-Mülheim, Schanzenstraße 28. Mit einer maximalen Strahlungsleistung von 500 Watt ist Radio Köln der reichweitenstärkste Sender in der Stadt Köln,[3] der auch außerhalb der Stadt noch gut empfangbar ist. Es ist der meistgehörte Radiosender Kölns[4] mit einer Reichweite von mindestens 271000 Hörern täglich. Bei einer Tagesreichweite von 22,9 % liegt der Lokalsender in Köln der Reichweitenanalyse „EMA NRW 2013“ zufolge deutlich vor den Sendern WDR 2 (19,8 %) und Eins Live (14,9 %). In der Altersgruppe der werberelevanten Zielgruppe 20 bis 59 Jahren liegt Radio Köln mit 26,5 % noch deutlicher vor WDR 2 (18,9 %) und Eins Live (18,6 %). Für die Analyse wurden von Januar bis Dezember 2012 insgesamt 22821 Personen befragt.[5] Der weiteste Hörerkreis liegt bei 858000 Personen (deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahre, die Radio Köln innerhalb der letzten 14 Tage gehört hat). Radio Köln ist seit seinem Sendestart Marktführer in der Region.[6]

Die 18 festangestellten und 10-20 freien Mitarbeiter unterhalten und informieren die Hörer über die terrestrische UKW-Frequenz 107,1 MHz vom Standort Köln-Mitte (Nord-Süd-Fahrt/Sternengasse), das Internet (Livestream im Webradio), Kabelradio und über Mobile App. Terrestrisch ist Radio Köln in exponierten Lagen bis an die Grenzen des Sauerlands und der Nordeifel zu hören.

Chefredakteurin ist seit dem 1. April 2009 Claudia Schall. Es moderieren unter anderem Claudia Barbonus, Vanessa Nolte, Sarah Flaig, Christian vom Hofe, Martin Kels, Daniel Collmann, Felix Wende, Corinna Lawlor, Christian Schlingmann, Lukas Wachten und Horst Weismantel. Bekannter Moderator war der 2004 verstorbene Burk Mertens, der auch als "Die Stimme Kölns“ bezeichnet wurde.

Die Sendelizenz erhielt der Hörfunksender im Mai 1991.

Wirtschaftliches[Bearbeiten]

Der Umsatz der Betriebsgesellschaft lag im Jahre 2010 bei 5,435 Mio. Euro und resultierte überwiegend aus der Hörfunkwerbung in Höhe von 4,223 Mio. Euro (78 % des Umsatzes), der Gewinn erreichte 1,216 Mio. Euro (22 %). Im Jahre 2012 erzielte die Gesellschaft einen Umsatz von 4,777 Mio. Euro (2011: 5,372 Mio.), der Gewinn brach auf 0,695 Mio. Euro ein (2011: 1,221 Mio.). Der Umsatz- und Gewinnrückgang ist im Wesentlichen auf deutlich niedrigere Vertriebsprovisionen des Mantelprogrammzulieferers Radio NRW zurückzuführen, weil die Reichweite „Hörer gestern Montag bis Freitag 14+“ von 27,8 % (März 2011) auf 18,2 % (März 2012) zurückgegangen war. Das Kommanditkapital betrug 511000 Euro und wird zu 75 % von der RRB Rheinische Rundfunkbeteiligungsges. mbH & Co. KG, Köln, (DuMont) und zu 25 % von den Stadtwerken Köln gehalten.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Redaktion hat einige Hörfunkpreise bei der Landesanstalt für Medien gewonnen:

  • 1999 in der Kategorie „Information“ für den Beitrag „Nachtarbeiter: Rohrreiniger“
  • 1999 in der Kategorie „Unterhaltung“ für den Beitrag „Verwirrte Polizisten in Köln“
  • 1999 in der Kategorie „Unterhaltung“ für den Beitrag „Schlagerparade in Köln“
  • 2000 in der Kategorie „Comedy“ für den Beitrag „Gratis-Zeitungs-Terror“
  • 2000 in der Kategorie „Information“ für den Beitrag „Vergewaltigung“
  • 2000 in der Kategorie „Nachwuchsförderung“ für die „Serie zum Christopher Street Day
  • 2000 Sonderpreis in der Kategorie „Comedy“ für den Beitrag „Alles über den Postwertsack“
  • 2007 in der Kategorie „Kommunale Berichterstattung“ für den Beitrag „Streit um den Moscheebau in Ehrenfeld“
  • 2008 in der Kategorie „OnAir/OffAir-Marketing“ für die Aktion „Kölner Botschaft“
  • 2008 Kölner Medienpreis für die Beitragsreihe zur Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer
  • 2010 in der Kategorie „Projekte/Serie“ für die „Radio Köln Taxigeschichten“
  • 2011 in der Kategorie „Projekte/Serie“ für die Serie „Ursache und Wirkung“"

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Radio Köln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Horst Pöttker/Anke Wehmeier, Das verkannte Ressort: Probleme und Perspektiven des Lokaljournalismus, 2013, S. 227
  2. Horst Pöttker/AnkeWehmeier, a.a.O., S. 229
  3. Reichweite E. M. A. 2014 II
  4. Jürgen Wilhelm, Köln-Lexikon, 2005, S. 360
  5. Kölner Stadt-Anzeiger vom 6. März 2013, Radio Köln bleibt die Nummer Eins
  6. Susanne Stephan, Medienstandorte im Vergleich, 2002, S. 4-57